LTi 46ers auch im Derby gegen Frankfurt ohne Jeffers

(kus) Rund um den Jahreswechsel ging es bei den LTi Gießen 46ers in der jüngeren Vergangenheit meist turbulent zu – mal waren es wirtschaftliche, mal große sportliche Probleme, die den Verantwortlichen und den Fans die Stimmung rund um Silvester vermiesten.

 Wie schön, dass dies in der laufenden Saison etwas anders ist. Sorgenfrei sind die LTi 46ers zwar auch in diesen Tagen nicht, aber sie freuen sich mit ihren Anhängern auf den sportlichen Start ins neue Kalenderjahr, der am Montag (20 Uhr, Osthalle) am "Derbyspieltag" der Basketball-Bundesliga mit dem 25. Hessenduell gegen die Fraport Skyliners Frankfurt erfolgt.

Die Spiele gegen Frankfurt setzen vor allen Dingen bei den Fans beider Klubs Emotionen frei, wenngleich es in der jüngeren Vergangenheit auf Gießener Seite meist lange Gesichter gab. Denn der letzte Derbysieg liegt schon eine Weile zurück: Am 7. April 2007 bescherte Rouven Roessler mit einem Dreier in der Schlusssekunde den Mittelhessen einen 62:60-Auswärtserfolg. Es wäre also wieder einmal an der Zeit für einen Sieg gegen den Landesrivalen. Und die Voraussetzungen sind besser als in den letzten Begegnungen mit den Frankfurtern, die personell arg gebeutelt sind.

Eine Personalie beschäftigt schon seit Wochen Gießens Trainer Björn Harmsen. Denn Maurice Jeffers wird aller Voraussicht nach auch heute wieder ausfallen. Die Kniebeschwerden des Gießener Topscorers, hervorgerufen durch eine Arthrose und Knorpelprobleme, werden nicht besser. "Wir überlegen, ihm eine längere Pause zu geben", erklärt Harmsen. Länger bedeutet: mindestens zwei bis drei weitere Wochen. Eine Entscheidung über das Vorgehen soll heute nach einem Gespräch mit Teamarzt Dr. Wolfgang Leutheuser fallen. Sollte Jeffers noch eine Weile fehlen, würden sich die LTi 46ers laut Harmsen um kurzfristigen Ersatz bemühen. "Aber nur, wenn uns der Spieler auch wirklich weiterhelfen würde."

Startformation offen

Dass sich der Coach durchaus auf seine nominellen Bankspieler verlassen kann, haben Robert Oehle, Chad Prewitt und Misan Nikagbatse am Freitagabend bei der 64:83-Niederlage in Oldenburg bewiesen. Harmsen beorderte dieses Trio in die Startformation – und wurde nicht enttäuscht. "Alle drei haben eine gute Leistung gebracht", lobte Harmsen. Bei den hohen Auswärtsniederlagen zuvor in Tübingen und München war sein Team jeweils schlecht gestartet, deshalb setzte der Coach auf diese Veränderung.

Nun überlegt er, Oehle, der in Oldenburg mit 15 Punkten Topscorer war, Prewitt und Nikagbatse auch gegen Frankfurt beginnen zu lassen. "Grundsätzlich ist es mir egal, wer anfängt. Die Starting Five in Oldenburg war das Resultat aus den Eindrücken des letzten Spiels und des Trainings", sagt Harmsen, der mit der Vorstellung in Niedersachsen über weite Strecken zufrieden war. "Wir haben teilweise ein richtig gutes Spiel gezeigt, den Ball gut bewegt. Am Ende hat man gesehen, dass Oldenburg individuell deutlich besser ist als wir", sagt der Trainer. Er bat seine Spieler auch am Silverster- und Neujahrstag zu je einer Einheit in die Halle, um das Team auf die Begegnung gegen die Skyliners vorzubereiten.

Die Frankfurter sind punktgleich mit den LTi 46ers und stecken somit auch mitten im Abstiegskampf. In den letzten beiden Begegnungen setzte Trainer Muli Katzurin nur auf eine Sechser-Rotation, den jungen Spielern um den Ex-Gießener Falko Theilig schenkte Katzurin kein Vertrauen. Vier Profis ließ er am Freitag bei der 44:49-Niederlage gegen die Artland Dragons angesichts der personellen Misere durchspielen.

Neben Powerforward Jon Leuer, der nach Ende des NBA-Lockouts eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag genutzt und sich in Richtung Milwaukee Bucks verabschiedet hat, mussten die Skyliners zuletzt Aufbauspieler Justin Gray (Knieverletzung), sein Backup Michael Thompson (Schulterprellung) und Nationalcenter Tim Ohlbrecht (Blinddarm-OP) ersetzen. Heute ist mit der Rückkehr Thompsons zu rechnen, zudem verpflichteten die Frankfurter am Samstag Pointguard Devon Gibson (22), der von der University of Texas kommt und am Montag sein Debüt geben soll. Dadurch entspannt sich die Lage zwar etwas, aber die Skyliners bestreiten in Gießen ihr drittes Spiel innerhalb einer Woche.

"Ermüdungsfaktor spielt Rolle"

"Der Ermüdungsfaktor spielt sicher einer Rolle. Deshalb müssen wir mehr Intensität zeigen", sagt Harmsen, der zu bedenken gibt: "Eine Situation wie in Frankfurt setzt auch Energien frei. Die fünf oder sechs Profis, die eingesetzt werden, spielen mit doppelter Kraft.

" Vor allem Center Jermareo Davidson zeigte gegen Artland eine starke Leistung (19 Punkte, 13 Rebounds). Zusammen mit Jimmy McKinney trägt er die Hauptlast in der Offensive der Skyliners, die allerdings die schwächste der Liga ist. Geht es nach den LTi 46ers, ändert sich daran auch am Montag nichts. Denn ein Derbysieg wäre ein optimaler Start ins neue Jahr.

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