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Jannik Kohlbacher (vorn) kommt mit den Rhein-Neckar Löwen zurück an seine alte Wirkungsstätte.

HSG Wetzlar

22 Punkte sind für HSG Wetzlar kein Ruhekissen

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
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16 Bundesliga-Partien in den kommenden drei Monaten bis Ende Juni sind es noch für die HSG Wetzlar. Bei bislang 22 Punkten ist der Ligaerhalt wahrscheinlich, aber noch nicht sicher.

Vor der Spielzeit als Titelanwärter gehandelt, hat die Corona-Pandemie auch den Rhein-Neckar Löwen zugesetzt. Dennoch kommt das Team von Trainer Martin Schwalb als Favorit am Ostersonntag zum Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar (16 Uhr, Rittal-Arena, live auf Sky). Die mittelhessischen Bundesliga-Handballer sind am 18. Februar mit einem 26:24 gegen die TSV Hannover-Burgdorf ins neue Jahr gestartet, haben in den fünf Spielen danach aber nicht mehr gewinnen können. Der Zehn-Punkte-Abstand zu den Abstiegsplätzen ist komfortabel, aber kein Ruhekissen.

Die aktuelle Situation: Wetzlars Trainer Kai Wandschneider hat erstmals in diesem Jahr eine Trainingswoche mit nahezu der kompletten Mannschaft absolvieren können. Nach den verletzten Anton Lindskog und Stefan Cavor ist auch Filip Mirkulovski nach seiner Corona-Quarantäne und negativem Test ins Teamtraining zurückgekehrt. »Wir haben gut trainiert und gute Gespräche geführt«, glaubt der HSG-Trainer, die Hochs und Tiefs der letzten Wochen hinter sich zu haben, »alle müssen mit den Unwägbarkeiten der Corona-Saison klar kommen«. Allerdings fällt der zuletzt aufstrebende Alexander Feld verletzungsbedingt für die Sonntagpartie aus.

Dies ist bei den Rhein-Neckar Löwen auf der Rechtsaußenposition der Fall, auf der Patrick Groetzki (verletzt) fehlen wird. Am Donnerstag bei der in einem 26:25-Krimi erfolgreich genommenen Auswärtshürde MT Melsungen ersetzte der ursprüngliche Halbrechte Niclas Kirkelõkke erfolgreich den deutschen Nationalspieler. Der langzeitverletzte schwedische Nationaltorhüter Mikael Appelgren (Schulter) sowie Abwehrspezialist Ilija Abutovic (Sehnenverletzung) stehen ebenso auf der Ausfallliste.

Die Formkurve: Trotz der nur 5:7 Zähler und der punktuellen Ausfälle der Leistungsträger hat die HSG Wetzlar - wie es Kai Wandschneider ausdrückt - keine einzige »Klatsche« bekommen. Die deutlichste Niederlage der Saison haben die Grün-Weißen im November in der Hinrunde ausgerechnet bei den Rhein-Neckar Löwen mit 24:37 bezogen. »Da sind wir gleich zu Beginn überrannt worden und in der Folge immer wieder an Katsigiannis im Löwen-Tor gescheitert«, erwartet der 61-Jährige diesmal wieder das geduldige, strukturierte, die Chance suchende Spiel seiner Mannschaft.

Der am Saisonende scheidende Trainer Martin Schwalb hat mit seinen Löwen seit dem Februar-Restart sage und schreibe bereits wieder 16 (!) auf nationaler und internationaler Ebene absolviert - Wetzlar insgesamt nur deren sechs (!). Seit der Derby-Niederlage in der Bundesliga gegen die »Mannschaft der Stunde« Frisch Auf Göppingen vor vier Wochen eilen die Löwen aber von Sieg zu Sieg. »Martin Schwalb wechselt klug und verteilt die Kräfte gezielt«, lobt Kai Wandschneider einen seiner Vorgänger auf der Wetzlarer Bank, »die Achse Schmid/Kohlbacher gilt es für uns natürlich zu unterbinden. So weit das überhaupt geht.«

Trotz der unterschiedlichen Anzahl an absolvierten Spielen der 20 Erstligisten sind die 683 Treffer der Mannheimer in 23 Punktspielen aktuell der Bundesliga-Spitzenwert. Die Offensive hat dank Ausnahmespielmacher Andy Schmid Struktur sowie durch den schwedischen Vizeweltmeister Albin Lagergren, den französischen Ex-Weltmeister Romain Lagarde und den vom THW Kiel gekommenen Halblinken Lukas Nilsson große individuelle Klasse. Und für Wetzlars Linksaußen Emil Mellegard ist Löwen-Linksaußen Uwe Gensheimer das große Vorbild. »Nach meinem Vater.«

Was ist zu erwarten? Eine HSG Wetzlar, die eine stabile Deckung mit ordentlichen Torhüterleistungen zu stellen versucht, um dann über »die erste und zweite Welle erfolgreich zu sein«, wie Emil Mellegard erklärt. In der Spielsteuerung im Positionsangriff können sich Magnus Fredriksen und Filip Mirkulovski wieder gegenseitig entlasten.

Ein Mannheimer Team, bei dem sich nach den vielen Verletzungen und dem Saisonaus von Mikael Appelgren und Ilija Abutovic der Innenblock finden und stabilisieren muss. Die Qualität des nachverpflichteten Torhüters Nikolas Katsigiannis haben die Wetzlarer schon oft zu spüren bekommen, das Innenblock-Duo Patrail/Gislason findet sich in den letzten Wochen immer besser.

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