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Dr. Günther Moll

"Der VfB 1900 hat ein hausgemachtes Problem"

(sno) Im exklusiven Interview äußert sich Dr. Günther Moll zu seinem Abschied vom VfB 1900 Gießen, der gescheiterten Fusion mit der Teutonia aus Watzenborn-Steinberg und den Zukunftschancen im Gießener Fußball.

Sein Wechsel vom VfB 1900 Gießen zur Teutonia aus Watzenborn-Steinberg überraschte. Dr. Günther Moll, in der Gießener Region als Orthopäde bekannt, war weit über ein Jahrzehnt der Mann im Hintergrund beim VfB 1900. Im exklusiven Interview mit dieser Zeitung erklärt der 66-Jährige, warum er den Verein verlassen hat. Dr. Moll spricht offen über die Entstehung finanzieller Probleme, die Abläufe rund um die Trainerwechsel von Stefan Hassler und Daniyel Bulut und die gescheiterte Fusion zwischen dem VfB 1900 Gießen und der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg.

Lesen Sie schon hier einige Auszüge aus dem Interview.

Dr. Günther Moll über...

...die Entstehung der finanziellen Lücke vor zwei Jahren: Seit dem Rückzüg von Dr. Peter Brozik vor zwei Jahren begannen die finanziellen Schwierigkeiten wieder. Mit ihm ist ein elemantarer Pfeiler des VfB 1900 Gießen weggebrochen. Im Winter der Saison 2014/2015 konnte man sehen, dass es zwischen Trainer Stefan Hassler und der Mannschaft überhaupt nicht stimmt. Ich rief Hassler an und bat ihn zusammen mit Dr. Brozik zum Gespräch. Und Stefan Hassler sagte mir: "Ich hab keinen Bock mehr, diese Mannschaft zu trainieren.

Am Saisonende höre ich sowieso auf." Da war für mich klar, dass wir ihn sofort entlassen müssen. Mit dieser Entscheidung war Dr. Peter Brozik nicht zufrieden, es gab Unstimmigkeiten, er zog sich zurück. Diesen Ausfall konnten wir nicht kompensieren. Auch wenn es sportlich richtig war, Hassler zu entlassen, würde ich es heute nicht mehr so machen."

...das Grundproblem des VfB 1900 Gießen: "Mir tut das wirklich leid, wenn ich den VfB 1900 so sehe. Es ist ein hausgemachtes Problem. Wenn nicht mehr Leute bereit sind, etwas zu machen, wird es nichts. Man hat Sitzungen, um Dinge beim VfB 1900 in die Wege zu leiten und die Leute sagen: Ich bin VfBler vom Herzen. Gleichzeitig fragen sie: Was bekomme ich denn für den Einsatz? Zu einem habe ich gesagt: Dein Herz sitzt in der Brieftasche oder was? Denkst du, ich verdiene hier etwas? Im Gegenteil, ich lege viel drauf. So etwas macht mich fuchsig. In der Stadt ist es schwieriger. Der VfB 1900 ist geliebt und gehasst. Viele hatten sich auf die Fusion mit Watzenborn-Steinberg gefreut."

...die Frage, ob er sich eine Rückkehr zum VfB 1900 Gießen eines Tages vorstellen könne: "Das will nicht ausschließen. Es ist möglich, dass ich da nochmal etwas mache. Man muss nicht immer nachtragend sein."

Das komplette Interview lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe der Gießener Allgemeinen Zeitung. Dort lesen Sie, warum die Fusion nicht zustande kam, welche Rolle Dr. Moll in Watzenborn-Steinberg hat und welche Zukunftschancen er für den Gießener Fußball sieht.

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