VfB 1900 Gießen lässt im Derby nichts anbrennen

(pst) Eine Überraschung blieb aus: Verbandsligist VfB 1900 Gießen entschied am Samstag das Sportkreis-Derby gegen die SG Birklar für sich. 4:1 (3:1) hieß es am Ende einer Partie, die nur gut 30 Minuten spannend war - und sich dann zu einer klaren Angelegenheit entwickelte.

Während SG-Kapitän Marco Semmler das einzige Birklarer Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 markierte, kam Gießens Erdinc Solak zu einem Doppelpack. Der VfB 1900 festigte dadurch seine Position im Verfolgerfeld von Spitzenreiter Spvgg. Hadamar, die SG hingegen bleibt im "Tabellenkeller".

Schon nach 13 Minuten hatte das Gießener Sportkreis-Derby seinen ersten Höhepunkt. Nach einem Freistoß vom linken Flügel stieg VfB-1900-Kapitän Oliver Schmidt hoch und traf per Kopf zum 1:0 für seinen Verein. Noch lauter als der Gießener Torjubel war aber das Krachen der Steine, die nur acht Minuten später von den Herzen der Spieler und Anhänger der SG Birklar fielen. Alexander Koch köpfte eine Hereingabe von der rechten Eckfahne an die Latte, Moritz Brückmann spielte den Ball zurück in den Fünfmeterraum und zudem genau auf den Fuß von Marco Semmler - Ausgleich. 200 Minuten hatte die Torflaute der Licher Vorstädter schon angehalten, nun sollte dieser Treffer für die langersehnte Befreiung sorgen.

Die blieb allerdings aus. Denn in der Folge ließen sich die Gießener vor eigenem Publikum das Heft nicht aus der Hand nehmen und boten den 230 Zuschauern im Waldstadion nun sehenswerten Kombinationsfußball. Das schönste der vier Tore der Hausherren war sicherlich das 2:1. Max-Peter Mohr räumte sich seinen Weg in den Birklarer Strafraum durch einen Doppelpass mit dem Ex-Birklarer Sergej Maro frei und verwandelte zur erneuten Führung des VfB 1900 (36.). Noch vor der Halbzeitpause sorgte Erdinc Solak für die Vorentscheidung. Mit ganz viel Freiraum im zentralen Halbfeld marschierte er auf das Tor von SG-Schlussmann Merlin Goltze, zog kurz vor der Strafraumgrenze ab und markierte den dritten Gießener Treffer (41.).

Was im zweiten Spielabschnitt folgte, bezeichnet man gerne als Ergebnisverwaltung. Weil Birklar nach vorne zu ungefährlich blieb, konnte der VfB 1900 den Vorsprung mehr als nur über die Zeit retten. In der 60 Minute war es wieder Erdinc Solak, der seine Gegenspieler wie Hütchen stehen ließ, einen lockeren Schuss auf das Birklarer Gehäuse abfeuerte und damit den Schlusspunkt zum 4:1 setzte (60.).

Entsprechend glücklich wirkte Gießens Trainer Stefan Hassler nach dem Spiel. "Es waren wirklich Super-Kombinationen, die zum 2:1 und zum 3:1 geführt haben", sagte er. "Das war schon ziemlich beruhigend, denn Birklar stand kompakt und war der erwartet schwere Gegner." Auch der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich für Birklar sei verdient gewesen. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft dann relativ wenig zugelassen. "Wir haben sicherlich nicht attraktiv gespielt, dafür aber verdient gewonnen."

SG-Trainer William Masso hingegen blieb fast nichts anderes übrig, als dem VfB 1900 Gießen zum Sieg zu gratulieren. "Wir haben das Spiel in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit verloren", resümierte er. Die erste halbe Stunde habe sein Team gut mitgespielt, nach dem 1:3 dann aber die Zuordnung verloren. "Das war richtig bitter, da ging dann nicht mehr viel." Trotz der Niederlage verteilte Masso ein Sonderlob an zwei seiner Schützlinge: "Dominik Trivilino und Pascal Rehnelt haben ein super Spiel gemacht. Vor allem Pascal hat Gießens Max-Peter Mohr gut aus dem Spiel genommen."

VfB 1900 Gießen: Fall; Ott (ab 84. Aljija), Schmidt, Stehle, Özen (ab 79. Hasan), Samun, Solak, Max-Peter Mohr (ab 72. Spottka), Ranke, Maro, Michel Mohr.

SG Birklar: Goltze; Petrivalsky (ab 55. Zessin), Alexander Koch (ab 63. Heinemann), Oehm, Brückmann, Rehnelt, Trivilino, Semmler, Bez, Andreas Schneider, Kozy (ab 79. Döhring).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Wiebe (Sulzbach). - Zuschauer: 230. - Torfolge: 1:0 (13.) Schmidt, 1:1 (21.) Semmler, 2:1 (36.) Max-Peter Mohr, 3:1 (41.) Solak, 4:1 (60.) Solak. - Gelbe Karten: Schmidt, Stehle - Petrivalsky, Andreas Schneider, Zessin.

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