VfB 1900 Gießen und Eintracht Lollar trennen sich 2:2

(fro) Im Sportkreis-Derby der Fußball-Verbandsliga Mitte trennten sich der VfB 1900 Gießen und Eintracht Lollar am Freitagabend leistungsgerecht mit einem 2:2-unentschieden. Die Elf von Trainer Stefan Hassler konnte auf dem Kunstrasenplatz nicht ihr gewohntes Potenzial abrufen und musste sich nach drei Heimsiegen in Folge mit einer Punkteteilung zufrieden geben.

Damit bleiben die Gießener auf Rang sechs des Klassements. Für die Buderusstädter ist dieser Punkt im Abstiegskampf dagegen Gold wert. "Mit diesem Ergebnis war im Vorfeld nicht zu rechnen. Auf der Leistung und dem Ergebnis können wir in den kommenden Spielen aufbauen", freute sich Eintracht-Trainer Peter Sichmann über den Punktgewinn seines Teams.

Beim VfB 1900 Gießen musste Abwehrchef Pierre Chabou nach einem erfolglosen Test beim Warmlaufen bereits vor dem Anpfiff passen. Für ihn rückte Michel Mohr in die Innenverteidigung, während Erkan Hasan die Außenposition der Kette einnahm. Zunächst hatte die VfB 1900-Defensive allerdings wenig Arbeit, denn in der Anfangsphase drückten die Hausherren der Partie ihren Stempel auf. Die Gäste hatten mit Dennis Peldzius lediglich eine Spitze aufgeboten und schienen zunächst auf Schadensbegrenzung bedacht zu sein. Ürkan Özen brachte die Hassler-Elf nach elf Minuten verdientermaßen mit 1:0 in Führung. Sein Freistoß aus 25 Metern wurde von Elvis Zuhric unhaltbar für Eintracht-Keeper Marc Steinbrenner abgefälscht. Ein Konter brachte die erste Gästechance, doch VfB 1900-Torwart Dennis Fall lenkte einen Schuss von Mücahit Temiz zur Ecke (20.

). In der Folgezeit neutralisierten sich beide Teams, sodass Chancen vor dem Wechsel Mangelware blieben. Lediglich Dennis Peldzius (34.) und Maykel Samun (39.) konnten die gegnerischen Tore in Gefahr bringen. Beim Stande von 1:0 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste wie ausgewechselt. Bereits nach drei Minuten hatte Peldzius die erste Gelegenheit zum Ausgleich, doch sein Kopfball strich knapp am Tor vorbei. Der VfB 1900 wirkte in dieser Phase zu passiv. In der 52. Minute fiel folgerichtig der Ausgleich, als Zuhric eine Unsicherheit der VfB-Abwehr nutzen und aus kurzer Distanz zum 1:1 einschießen konnte. Eintracht-Trainer Peter Sichmann brachte mit Rene Maus eine zweite Spitze, während sein Trainerkollege Stefan Hassler durch die Einwechslung von Sergej Maro mit dem dritten Stürmer ebenfalls zur Offensive blies. Beide Mannschaften agierten nun mit offenem Visier und drängten auf den Führungstreffer. Nebil Celik (59.) und Dennis Peldzius (61.) vergaben zunächst auf beiden Seiten gute Möglichkeiten. Maykel Samun brachte die Hausherren erneut in Führung, als er nach einer Flanke von Erkan Hasan einen Schritt schneller als Temiz am Ball war und das Leder zum 2:1 ins Netz spitzelte (68.

). Während der VfB 1900-Anhang noch jubelte, schlugen die Eintracht-Spieler zurück. Barbaros Koyuncu drosch einen Freistoß aus 30 Metern auf den Kasten von Torwart Fall, der den Flatterball zum 2:2 ins Netz rauschen ließ (69.). "Ich mache Dennis keinen Vorwurf, denn in der Folgezeit hat er uns mehrfach mit guten Paraden den Punkt gerettet", sagte Hassler. Der VfB 1900-Trainer spielte dabei vor allem auf die Glanzparade in der 73. Minute an, als Fall einen Schuss von Rene Maus mit einem sensationellen Reflex zur Ecke lenkte. Sein Gegenüber im Eintracht-Tor stand dem VfB 1900-Keeper aber in nichts nach. Bei einem Kopfball von Kai Ranke konnte auch Marc Steinbrenner sein Können unter Beweis stellen. Die Partie ging nun hin und her, sodass die 220 Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Steinbrenner bei einem Schuss von Sergej Maro (81.) und Fall nach Freistoß von Koyuncu (85.) ließen keinen weiteren Treffer mehr zu, sodass der gute Schiedsrichter Steffen Rabe die Partie beim Stande von 2:2 abpfiff.

"Das war ein ganz heißes Spiel. Der VfB 1900 war zu Beginn sehr stark. Durch die Umstellung auf zwei Spitzen haben wir mutiger gespielt und mehr Druck nach vorne entwickelt. Beide Teams hatten gute Chancen, sodass das Remis in Ordnung geht", meinte Sichmann. Dieser Meinung schloss sich Stefan Hassler an: "Das Ergebnis ist mehr als gerecht. Lollar war dem Sieg näher als wir. Wir waren nach den letzten Ergebnissen sehr verwöhnt. Diesmal müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein."

VfB 1900 Gießen: Fall; Hasan, Schmidt, Michel Mohr, Max-Peter Mohr, Spottka (ab 57. Maro), Ranke, Celik, Özen, Solak (ab 75. Kilian), Samun.

Eintracht Lollar: Steinbrenner; Bingöl, Zuhric, Glied, Yedikat, Bender, Lynker (ab 57. Maus), Temiz, Koyuncu, Sakarya (ab 89. Birk), Peldzius.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Rabe (Münchhausen) - Zuschauer: 220. - Tore: 1:0 (11.) Özen, 1:1 (52.) Zuhric, 2:1 (68.) Samun, 2:2 (69.) Koyuncu. - Gelbe Karte: Fall (VfB 1900 Gießen).

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