Nur der MTV 1846 holt in der Fremde beide Punkte

(kam) Wie schon am ersten Spieltag in der Basketball-Oberliga war es am vergangenen Wochenende erneut der MTV 1846 Gießen, der als einziges mittelhessisches Team zwei Punkte aus fremder Halle entführen konnte. Die Männerturner gewannen bei der SG Weiterstadt knapp mit 65:72. Niederlagen setzte es dagegen für die lokale Konkurrenz: Während sich der VfB 1900 Gießen II bei der SG Aschaffenburg mit 87:95 noch moderat aus der Affäre zog, bezog der TSV Grünberg in Offenbach eine 66:90-Klatsche, und auch der TV Lich II verlor bei der SKG Roßdorf mit 67:87 deutlich.

SG Aschaffenburg/Klein-Krotzenburg - VfB Gießen II 95:87 (54:41): Ohne die Center-Garde um Timo Röddiger und David Henke sowie die Spielmacher Mario Maric und Alexander Göttker, die zeitgleich für die erste Mannschaft im Einsatz waren, fuhren die Lahnstädter vor allem unter den Brettern personell geschwächt nach Unterfranken. Mit einer Zonen-Verteidigung schnitten sich die Gäste in der Anfangsphase zudem ins eigene Fleisch und wurden von gut aufgelegten gegnerischen Außenschützen in den ersten zehn Minuten mit acht Dreiern bestraft. Nach einem defensiven Formationswechsel gelang es dem VfB dann, den Rückstand bis zur Pause auf ein einholbares Maß zu reduzieren. Vor allem kämpferisch bot die Truppe von Head- coach Patrick Unger, der die Auswärtsfahrt kurzfristig absagen musste und von Pointguard Minas Adis als Spielertrainer ersetzt wurde, auch im zweiten Durchgang eine starke Leistung. In einer hektischen Partie vergoldeten besonders die VfB-Youngster wie Maximilian Pantke, Daniel Faßl oder Topscorer Jonas Weiser zahlreiche Fastbreaks und hielten ihre Farben so bis kurz vor Schluss auf Schlagdistanz. Mit Minas Adis und Weiser mussten im Schlussviertel jedoch zwei zentrale Figuren des Gießener Spiels foulbedingt vom Parkett, sodass die Kraft für ein letztes Aufbäumen nicht mehr reichte.

Damit bleibt die rote Laterne mindestens eine weitere Woche im Besitz der VfB-Reserve. - VfB 1900 Gießen II: Weiser (23/2 Dreier), Pantke (19), Faßl (19/3), Minas Adis (9), Hargress (8), Mario Adis (4), Mehari (3/1), Budnikow (2).

EOSC Offenbach - TSV Grünberg 90:66 (50:39): Mit einer Truppe von lediglich acht Akteuren reiste der TSV Grünberg personell dezimiert in die Mainstadt. Nichtsdestotrotz knüpften der zuletzt von der Dreierlinie überragende TSV-Pointguard Jan Volk und seine Mitspieler zunächst an die Leistung aus der vergangenen Partie an: Die gegnerische Zonenverteidigung quittierten die Gallusstädter im Auftaktviertel mit insgesamt sechs Treffern aus der Peripherie. Über 24:24 (12.) arbeiteten sich die Offenbacher jedoch Punkt für Punkt heran und schlugen die Gäste mit ihren eigenen Waffen - das Fastbreak-Spiel, was TSV-Coach Christian Heim eigentlich von seinen Schützlingen sehen wollte, zelebrierten die Hausherren bis zur Pause und setzten sich mit elf Punkten ab. Auch Rotation in der Grünberger Verteidigung vermochte den Gegner im zweiten Durchgang nicht mehr zu verwirren. Während der EOSC solide abschloss, schien auf der Gegenseite der Korb wie vernagelt.

Bis ins letzte Viertel war der TSV dennoch auf Schlagdistanz. Da sich kurz vor der Halbzeitpause zu allem Überfluss allerdings auch noch TSV-Center Manuel Jung verletzt hatte und die Gäste das Spiel seitdem mit nur einem Center fortsetzten, konnte Offenbach in der Schlussphase seine personellen Vorteile ausspielen. "Unser Abschluss-pech und die Personalsituation haben uns um wertvolle Auswärtspunkte gebracht", kommentierte Heim nach der Partie die verpasste Chance auf zwei Punkte. - TSV Grünberg: Strack (18), Volk (15/5), Keller (10/1), Seibert (7), Mergan (7/1), Krantz (6/2), Jung (2), Freund (1).

SG Weiterstadt - MTV Gießen 65:72 (29:29): Mehr Probleme als erwartet bereitete dem MTV Gießen die ebenfalls mit zwei Siegen gestartete SG Weiterstadt. Nach ordentlichem Beginn und 16:8-Führung (9.) ließen sich die Gäste im zweiten Spielabschnitt beim Ballvortrag von einer gegnerischen Presse beeindrucken. Der sonst mit Spielmacher-Qualitäten nicht geizende Can Oppolzer wirkte verunsichert, MTV-Rohdiamant Dominic Lockhart war angeschlagen in die Partie gegangen und in seinen Möglichkeiten entsprechend reduziert. Für die zweite Hälfte setzte Gießens Trainer Christoph Wysocki dann ganz auf die Jugend und bot mit Robin Pflüger, Dominic Lockhart und Javon Baumann drei Spieler auf, die sich bereits aus diversen Gießener Nachwuchsmannschaften kennen.

Das Risiko sollte sich auszahlen: Per 11:2-Lauf setzten sich die Gäste auf 40:31 (25.) ab. Doch Weiterstadt ließ sich zu keinem Zeitpunkt abschütteln und blieb auf Tuchfühlung. Über 48:45 (30.) war es der 17-jährige Pflüger, der das Spiel in der entscheidenden Phase an sich riss und neben dem immer anspielbaren Routinier Adrian Schmid die Weichen auf Sieg stellte. Der MTV-Trainer war im Großen und Ganzen mit seinem Team zufrieden, einzig in der Offensive stellte den MTV-Coach sieht er noch Verbesserungsbedarf: "Da müssen wir noch zehn bis 15 Punkte draufpacken." - MTV Gießen: Schmid (18), Sherman Lockhart (16), Pflüger (14/2), Baumann (7), Oppolzer (6/1), Dominic Lockhart (4), Rohrbach (3), Weitzel (3), Menz (1), Zachoszcz, Turudic (beide n.e.).

SKG Roßdorf - TV Lich II 86:67 (46:27): Die beste Nachricht erreichte die Licher Reserve vor dem Spiel: Forward Yannick Reitschmidt meldete sich einsatzfähig und unterstrich wenig später auf dem Parkett, warum er als Antreiber für das Offensivspiel der Bierstädter unverzichtbar ist.

Die Probleme der Gäste spielten sich jedoch unter dem Korb ab, wie Headcoach Viktor Kramer bereits vorr dem Spiel geahnt hatte: Gegen den physisch starken Gegner bekam der TVL den Rebound partout nicht unter Kontrolle und ermöglichte den Hausherren so zahlreiche zweite und dritte Chancen. Ein Reboundverhältnis von 5:18 in Halbzeit eins sprach Bände. Trotz eines couragierten und effektiven Auftritts des Licher Nachwuchses um denn Zwei-Meter-Hünen Tobias Hiob, Jan Szembek und Topscorer Reitschmidt stellten sich Lufthoheit und körperliche Präsenz des Gegners als zu erdrückend heraus. Allen voran SKG-Allrounder Stefan Dörr sammelte nach Belieben Punkte unter der Licher Reuse. "Zu der Verunsicherung kam hinzu, dass wir in unserer Zone viele Fouls gepfiffen bekamen. So kamen wir nie wirklich heran", analysierte Kramer die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel. - TV Lich II: Reitschmidt (19/1), Szembek (14/2), Lebo (14), Hiob (11), Werner (5/1), Eckhardt (2), Müller-Labehs (2), Neufeld, Kloos, Songi, Wosnitza.

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