10. Februar 2008, 18:56 Uhr

Milan Anicic: »Aufsteigen wollen wir alle«

Mannschaften, die als Aufsteiger unter gesteigerten Anforderungen auf Anhieb erneut in der Spitzengruppe munter mitmischen, verdienen Respekt. Weil das so ist, darf man in der Tat gespannt sein, wie sich die Fußballer des letztjährigen Bezirksliga-Meisters FC Ober-Rosbach in den kommenden Monaten auf der Bühne der Bezirksoberliga Frankfurt-West verkaufen.
10. Februar 2008, 18:56 Uhr

Aktuell gesehen lautet für das Team von Coach Milan Anicic das erfreuliche Zwischenfazit: Man hat sich nach einem kapitalen Fehlstart (zwei Auftaktniederlagen in Anspach und Königstein) durch eine rasante Erfolgsserie (neun Siege und ein Remis in Folge) in der BOL-Spitzengruppe fest etabliert.

Der Klub aus der Wetterau, gilt angesichts von 34 Zählern auf dem Punktekonto zusammen mit Spitzenreiter SV Nieder-Wöllstadt (38), der Spvgg. 02 Griesheim (36) und der SG Anspach (35) als einer von vier potenziellen Titelanwärtern. Eine Überraschung? Nicht wirklich. Denn wer die emotionale Intensität und den hohen Sachverstand von Milan Anicic und dessen »rechte Hand«, Sohn Michael Anicic (beim FCO der sportliche Leiter und gleichzeitig Spielmacher beim Oberliga-Spitzenreiter SV Darmstadt 98), näher kennt, der weiß, dass Mannschaften unter ihrer Leitung stets das maximal Machbare abrufen und jeden Liga-Konkurrenten »alt« aussehen lassen können.

Dass eben diese Fähigkeiten in den letzten sechs Pflicht-Partien vor der Winterpause, aus denen bei nur noch zwei Siegen (in Nieder-Wöllstadt, zu Hause gegen Königstein) vier Niederlagen zu beklagen waren, ein wenig gelitten hatten, braucht nach Ansicht des 60-jährigen Fußball-Fachmanns, der vor allem den Frankfurter Raum aus seiner Tätigkeit in Diensten der Frankfurter Eintracht (14 Jahre Jugend-Trainer) und von Rot-Weiß Frankfurt aus dem Effeff kennt, nicht weiter zu verwundern: »Da sind wir mit unserer dünnen Spielerdecke an die Grenzen gestoßen. Sperren für Ivan Fernandez und Denis Madzovic kamen hinzu.« Es habe der interne Konkurrenzkampf gefehlt: »Die Mannschaft stellte sich praktisch von selbst auf.« Von Enttäuschung über das bis dato Erreichte könne jedoch keine Rede sein: »Als Bezirksoberliga-Neuling so weit vorne zu stehen, ist in erster Linie der Ausdruck einer kompakten Team-Leistung. Und darauf können wir durchaus stolz sein.«

Noch stolzer wäre man freilich, wenn diese Runde auf dem Sportfeld »Eisenkrain« der ganz große Wurf, also der Sprung in die Landesliga Süd, gelingen würde. Ein Gedanke, bei dem Ober-Rosbachs Vorsitzender Horst Kopp glaubt, den Ball eher flach halten zu müssen: »Primäres Ziel ist, weiter in der Spitzengruppe eine gute Rolle zu spielen.« Bekäme man allerdings die Gelegenheit dazu, werde man die Chance auch nutzen. Milan Anicic gibt sich diesbezüglich euphorischer: »Aufsteigen wollen wir alle. Ich, Michael, die Mannschaft und der Vorstand.« Die Kaderspieler seien topfit, spielerisch und konditionell bewege man sich am oberen Limit, und auch taktisch laufe alles nach Plan: »Wichtig wird sein, die am 24. Februar anstehende Nachhol-Partie gegen den Tabellennachbarn SG Anspach erfolgreich zu absolvieren.« Da kann man nicht widersprechen: Gewinnt der FCO nämlich gegen den ebenfalls ambitionierten Hochtaunus-Klub, wäre der Sprung auf Position zwei und ein enormer Motivations-Schub die logische Konsequenz.

Für Milan und Michael Anicic sicherlich von Vorteil: In der Winterpause ist der Verein wegen des offenkundig zu kleinen BOL-Kaders auf dem Transfer-Markt mit Akribie zur Sache gegangen. Nicht weniger als sechs Neuzugänge, die Anicics personelle Auswahlmöglichkeiten spürbar verbessern, sind das Resultat: Karim Laaroubi kam vom KSV Klein-Karben II, Azis El Fechtali vom Bezirksoberligisten Dernim Rüsselsheim, Zdrinko Juric aus Königstein, Ibrahim Cigdem vom Landesligisten FC Kalbach und Stürmer Giorgi Japaridze, ein mittlerweile in Frankfurt studierender Georgier, vom Lüner SV. Und weil auch Patrick Stojakovic nach seinem zwischenzeitlichen Ausstieg wieder den Kampf um die begehrten Stammplätze aufgenommen hat, fällt die noch fehlende Freigabe für Offensiv-Mann Osman Nyei seitens seines ehemaligen Vereins Spvgg. 02 Griesheim wohl kaum negativ ins Gewicht.
Einziges Ärgernis: Mittelfeldspieler Ivan Fer-nandez ist noch bis Mitte März gesperrt – Ibrahim Sunday und Rachid Odjelade machen derzeit Urlaub in Ghana. Beide fehlten in den ersten Test-Duellen, die dem FC Ober-Rosbach Siege über Schwarz-Weiß Griesheim (9:0) und die SKG Niederhöchstadt (4:2) sowie das Remis beim TSV Bad Nauheim (1:1) einbrachten. Am kommenden Sonntag gastiert die Anicic-Truppe bei der TSG Nieder-Eschbach (Beginn: 14 Uhr), ferner sind Vorbereitungs-Begegnungen bei der SG Kelkheim (12. Februar, 19.30 Uhr), in Weilbach (14. Februar) sowie beim Landesligisten Kickers Obertshausen (17. Februar) vorgesehen.

»Eine Art Stammplatz-Garantie hat derzeit niemand. Nur das Spielsystem, zwei Viererketten und zwei Sturmspitzen, ist eine feste Konstante«, sagt Milan Anicic. Dass sie beim so wichtigen Match am 24. Februar gegen die SG Anspach die beste Auswahl ihres nunmehr 19 Spieler umfassenden Kaders ins Rennen schicken werden, dessen sind sich Milan und Michael Anicic allerdings schon heute absolut sicher.

Uwe Born

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