15. März 2018, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Wie die Roten Teufel mit der Auftakt-Niederlage umgehen

Das Ende war bitter. In der Verlängerung verlor der EC Bad Nauheim zum Playoff-Start in Kaufbeuren. Am Tag danach zeigten die Roten Teufel im Training wieder Zuversicht.
15. März 2018, 07:00 Uhr
Dominik Meisinger vom EC Bad Nauheim prüft Stefan Vajs im Tor des ESV Kaufbeuren. Die Roten Teufel aus der Wetterau haben Spiel eins nach Verlängerung verloren und wollen die Serie am Freitag im Colonel-Knight-Stadion ausgleichen. (Foto: Lahr)

EC Bad Nauheim


30 Minuten Eiszeit. Konzentriert. Intensiv. Spieleröffnung. Pass. Abschluss. Zum Ende hin noch einige wenige Sprints. Business as usual im Training des EC Bad Nauheim am Mittwochmittag; am Tag nach dem bitteren Playoff-Auftakt, der Niederlage nach Verlängerung in Kaufbeuren. »In einer Serie über sieben Spiele entscheidet nicht das erste, sondern das letzte Spiel«, sagt Steve Slaton, mit 35 Jahren, der Haudegen in der Abwehr des Eishockey-Zweitligisten aus der Wetterau. Keiner lasse den Kopf hängen. »Wenn es auch am Ende nicht gereicht hat: Das war unser bislang bestes Spiel in Kaufbeuren.« Am Freitag (19.30 Uhr) wollen die Hessen die Serie im Colonel-Knight-Stadion ausgleichen.

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Petri Kujala saß wenige Minuten nach der Schlusssirene schon im Bus. Unten links, direkt hinter dem Fahrer verfolgte der Trainer der Roten Teufel auf seinem Laptop die knapp 61 Minuten noch einmal. Von »einem guten Start von beiden Seiten«, von »Unaufmerksamkeiten« hatte er zuvor gesprochen. Kurz und knapp. Vier Sätze in 13 Sekunden während der Pressekonferenz. Das war’s. Andreas Brockmann, sein Kollege, sprach von einem »schwungvollen, intensivem Spiel«, von einem »Rauf und Runter«, von den »Powerplay-Toren«, von den »Kleinigkeiten, die man richtig machen müsse« und von den »Schüssen auf das Tor.« 50 Sekunden waren in der Verlängerung gespielt, als Philipp De Paly einfach mal den Puck in Richtung Felix Bick brachte, der die Hartgummischeibe zu spät kommen sah und den spielentscheidenden Treffer kassierte. Einen Zweikampf zu viel und auch zu leicht hatten die Roten Teufel zuvor hinter dem eigenen Tor verloren.

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»Der Fleiß hat sich ausgezahlt. Es gab keinen Moment, an dem wir nicht daran geglaubt haben, das Spiel drehen zu können. Der Abend hat gezeigt, wie schnell der Sport ist. Wir haben im zweiten Drittel zweimal nicht aufgepasst, und schon war’s passiert«, sagte der Siegtorschütze des Vorjahres-Halbfinalisten im Anschluss. Die Roten Teufel waren da längst in die Kabine gehuscht. Eine schnelle Dusche, ein kurzer Plausch mit Freunden, die vor Ort waren, oder via Handy mit der Familie zu Hause; und ab in den Bus. Eine »lange Serie« prophezeit Dominik Meisinger, der Stürmer der Roten Teufel. »Man hat gesehen, wie ähnlich das Spiel beider Mannschaften ist und wie ausgeglichen das Duell ist.«

 

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Von den eigenen Fans, rund 80 Anhänger haben ihre Mannschaft in der schmucken, ausverkauften Arena unterstützt, gab’s aufmunternde Worte; direkt im Stadion beim Gang in die Kabine, aber auch über die sozialen Medien. Die Mannschaft, die in der Hauptrunde mit 1:7 und 1:2 in Kaufbeuren verloren hatte, hatte sich schließlich gut präsentiert. Sie hatte Lücken gegen unheimlich kompakt, gallig und robust verteidigende Allgäuer gefunden. Zehn, 15 Minuten lang haben die Gastgeber giftig jeden Check zu Ende gefahren, versuchten, über körperliche Argumente zu beeindrucken. Bad Nauheim wiederum, insbesondere Marcel Brandt avancierte erwartungsgemäß zur ESVK-Zielscheibe, ließ sich nicht locken oder provozieren. Mit 2:0 und 3:2 hatten die Gäste vielmehr geführt; und das noch wenige Minuten vor Schluss. »Wir hätten früher das dritte Tor erzielen können. Über 60 Minuten hatten wir die besseren Möglichkeiten«, meint Kujala am Mittwoch. Die beste Chance hatte Cody Sylvester, der in der Schlussminute, allerdings heftig bedrängt von einem ESV-Verteidiger, auf Stefan Vajs zusteuerte, den Torwinkel aber knapp verfehlte, so dass die Partie verlängert wurde.

Im Fanblock hatte Didi Hamann dem EC die Daumen drückt; ein Fan-Trikot um den Hals gebunden. Der Ex-Fußball-Nationalspieler hatte im Januar in einer Sky-Livesendung als Bundesliga-Experte beiläufig seine Sympathien zu den Roten Teufeln bekannt und darauf wenige Tage später ein Trikot aus der Wetterau samt einer Einladung zu einem Heimspiel erhalten. Jetzt, in Kaufbeuren, mischte sich Hamann unter die Gästefans auf den Stehplätzen, lächelte geduldig bei unzähligen Selfies in die Kamera und kündigte noch in der zweiten Drittelpause per Videoclip seinen Besuch in Bad Nauheim an, sofern die Roten Teufel das Spiel gewinnen würden. Die Gäste verloren. Vielleicht können die Hessen den 44-Jährigen ja noch mit einem Sieg in Spiel drei am Sonntag von einer Reise in die Wetterau überzeugen.

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