18. April 2018, 07:00 Uhr

Legende wird 80

VfL-Bad-Nauheim-Legende Walter Arnold feiert 80. Geburtstag

Walter Arnold prägte den VfL Bad Nauheim in den 1960er Jahren. Vor drei Jahren kehrte er zurück aus Oberbayern in die Wetterau. Am heutigen Mittwoch feiert Arnold 80. Geburtstag.
18. April 2018, 07:00 Uhr
Zahlreiche Talente hatte Walter Arnold unter seinen Fittichen. Das Foto mit Schüler-, Kleinschüler- und Knabenmannschaft stammt aus dem Jahr 1979. (Foto: Hess)

EC Bad Nauheim


Walter Arnold hat Spuren hinterlassen. Von 1963 bis 1972 als Spieler beim VfL Bad Nauheim, später als Nachwuchstrainer, der die Eishockey-Basics an Rohdiamanten wie Yasin Ehliz, Silbermedaillengewinner mit dem DEB-Team in Pyeongchang, Peter Lindlbauer, Johannes Sedlmayr oder Andreas Pauli aus der Tölzer Talentschmiede und Bad Nauheimer Eigengewächse wie Ralf Philipp, Sven Gerbig, Jan Guryca, Jens und Kai Fischer vermittelte. Heute feiert der ehemalige Verteidiger seinen 80. Geburtstag in der mittelhessischen Kurstadt.

Auf dem Eis war er kompromisslos. Die »Arnold, Blut«-Schlachtrufe, die manchmal durch das Stadion am Großen Teich schallten, weil sich der Mann mit der Rückennummer 16 einen zu forschen Gegner vorknöpfte, relativiert er: »Das war alles halb so wild. Ich habe immer hart, aber fair gespielt.«

EC Bad Tölz, Mannheimer ERC, Eintracht Frankfurt, VfL Bad Nauheim, EC Hannover. Geographisch verlief die Karriere von Walter Arnold konsequent in Süd-Nord-Richtung. »Mein Gott, Walter« titelte eine Boulevardzeitung bei seinem Wechsel nach Niedersachsen. Am längsten verweilte er in Bad Nauheim: Neun Spielzeiten im Trikot der Roten Teufel und mehr als 34 Jahre als Angestellter der LVA Rheinprovinz.

Bis vor drei Jahren wohnte Arnold in Greiling im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Nach dem Tod von Ehefrau Ute kehrte er zurück in die Wetterau. Auch die vier Söhne Michael, Walter jr., Thomas und Robert schnürten die Schlittschuhe, entschieden sich aber für unterschiedliche Berufswege.

Nach Bad Tölz, wo der Vater die Metzgerei und Gastwirtschaft »Zum Alpenblick« betrieb, hatte es den gebürtigen Münchner in Kindertagen verschlagen, weil das elterliche Haus in den Kriegswirren 1944 komplett zerstört wurde. Im Anschluss an die Evakuierung nach Schaftlach bei Holzkirchen schickten die Amerikaner Arnolds Familie in die Eishockey-verrückte Stadt an der Isar.

Mit dem 2017 verstorbenen Lorenz »Lenz« Funk oder Hans Zach verbrachte er jede freie Minute auf Kufen und gewann mit seinen Alterskameraden die bayerische Meisterschaft. Im Alter von 16 stand Arnold bereits in der ersten Mannschaft der »Tölzer Buam«. 1958 wechselte Arnold gemeinsam mit Siegi Mayr nach Mannheim, wo er sich ausgerechnet im Auswärtsduell in Tölz nach einem Check von Nationalspieler Otto Schneitberger verletzte (Oberschenkelbruch u. Lungenriss) – ein Jahr Pause.

Eintracht-Präsident Rudi Gramlich lotste den kampf- und willensstarken Haudegen 1960 nach Frankfurt, ehe ihn zwei Jahre später der VfL-Vorstand um Dr. Leo Roufs und Vize Ernst Kronemann ins Team von Trainer Georg Kowarik holte. An der Seite von Horst und Rainer Philipp, »Pilo« Knihs oder Thomas Fauerbach kreuzte Arnold mit dem VfL etliche Male den Schläger mit den damaligen Topteams Preußen Krefeld, DEG, KEV, Berliner Schlittschuh-Club, Füssen, Riessersee, Bad Tölz, Kaufbeuren bzw. in den Derbys mit Mannheim und Frankfurt.

Der EC Hannover (die heutigen Indians) wurde zur letzten Station als Aktiver. Anschließend arbeitete der Eishockey-B- und C-Schein-Inhaber als Coach des VERC Lauterbach, des ERSC Karben sowie lange als VfL-/EC-Jugend-, Schüler-Hessenauswahl- und Tölzer Nachwuchs-Trainer.

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