19. Februar 2019, 16:39 Uhr

EC Bad Nauheim

Update: Die neuesten Leser-Beiträge zum Stadion-Neubau in Bad Nauheim

Der EC Bad Nauheim bewegt die Massen so stark wie lange nicht mehr. Die Themen Zuschauerzahlen und Stadion-Neubau brennen unter den Nägeln. Hier sprechen WZ-Leser Klartext.
19. Februar 2019, 16:39 Uhr
Hat das Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadion als Heimspielstätte des EC Bad Nauheim bald ausgedient? (Foto: Nici Merz)

EC Bad Nauheim


Der EC Bad Nauheim bewegt derzeit die Massen so stark wie lange nicht mehr. Viele EC-Fans wünschen sich häufiger einen starken Zuschauerzuspruch wie zuletzt zu Hause gegen Frankfurt, andere sehen darin Argumente für den Bau einer neuen, für Zuschauer komfortableren Halle. Hier teilen WZ-Leser ihre Meinung mit. Auf auf Ihren Beitrag (Hier zum Kontaktformular) sind wir gespannt.

 

 

Lasst uns investieren, wo es angebrachter ist

13.2.2019, Manfred Wöll, Bad Nauheim, zu: »Tradition oder Perspektive«

Wie schreibt Herr Nickolaus so schön: Wir haben uns einmal umgehört. Wie kommt die Projektidee an bei jahrzehntelangen Dauerkartenbesitzern, bei den Fanclubs, bei den Werbepartnern und bei ehemaligen Profis? Wie repräsentativ ist denn diese Umfrage? Wir fragen da mal Profifußballer, ob ihre Einnahmen von zehn bis 100 Millionen Euro im Jahr ausreichen, oder ob eine Anhebung auf 20 bis 200 Millionen nicht doch angebrachter wäre. Was käme bei dieser Umfrage heraus? Oder die gleiche Umfrage bei den Großverdienern unserer Gesellschaft, mit einem Einkommen von 25 bis 40 000 Euro, die kaum über die Runde kommen. Wie würden diese Menschen antworten?

Liebe Dauerkartenbesitzer, Werbepartner, ehemalige Profis und Geschäftsführung des EC, bittet doch die Stadt Bad Nauheim um einen angemessenen Beitrag für die Bezuschussung einer Umbau- und Renovierungsmaßnahme. Das, und das was es der Stadt sonst noch kostet, wäre ja schon eine Menge aus des Bürgers Säckel. Diese, natürlich wesentlich bescheideneren Ausgaben, sind auch bei anderen Sportarten im Stadtbezirk die Praxis, wenn auch hier der Fußball überproportional begünstigt wird. Den Rest, liebe Eishockey-Verantwortlichen, holt ihr von Sponsoren, von Fans, von Werbeträgern, von wem auch immer.

Lasst uns investieren, wo es angebrachter ist. In Bildung, in bezahlbaren Wohnraum, in vernünftige Integration, oder, wie Frau Stoll in ihrem Leserbrief schreibt: »Kein Geld und keine Gedanken für Senioren«. Auch hier, wie bei allem mit Maß und Verstand. Warum ist der Eishockeyfan von 2019 nicht mehr so kälteresistent und bescheiden in seinen Ansprüchen wie der Fan von 1980? Warum will der Fan immer mehr und immer besser, immer größer? Wer seinem EC treu verbunden ist, der bleibt es auch ohne eine Arena. Wer im Winter ins Eisstadion geht, ist warm genug angezogen. Wer ein echter Fan ist, der steht in der Kurve eng beieinander und sitzt nicht bei Sekt und Wein im Warmen. Nicht die Spielfläche muss attraktiv sein, sondern das Spiel. Warum nicht auch in Bad Nauheim einen 18-Loch-Golfplatz, warum nicht eine Tennisanlage mit 20 Plätzen, überdachten Zuschauerrängen oder hinter Glaszuschauerplätzen bei Sekt und Wein. Lasst uns Sport, aber nicht Spott treiben.

 

»Lasst Euch wach küssen«

13.2.2019, Tom Anhäuser, Frankfurt, zum Zuschauerzuspruch beim EC Bad Nauheim

Liebe Wetterauer, lasst Euch wach küssen. Ich war zu meiner Schulzeit regelmäßig im Eisstadion in Bad Nauheim. Mittlerweile wohne ich in einem Ortsteil von Frankfurt und wurde durch einen Arbeitskollegen wieder animiert, zum ECN zu gehen. Seit Mitte der Saison hat mich das Eishockeyfieber wieder komplett gepackt. Ich muss mich nur wundern, warum immer noch nur rund 2500 Fans den Weg ins Stadion finden. Die Art und Weise, wie dieses Team derzeit Eishockey zelebriert, wie Trainer und Mannschaft ein echtes, glaubwürdiges Team bilden, die Stimmung im CKS, die Spannung dieses schnellen, stets abwechslungsreichen Sports, der heiße Glühwein und die Wunderkerzen in diesem wunderbaren, aus der Zeit gefallen Stadion - .ich könnte noch viel mehr aufzählen. Das ist doch genau der Gegenentwurf zu dem, was dem einen oder anderen Fußballverein zu Recht oder Unrecht vorgeworfen wird.

Daher frage ich mich gerade bei den letzten Heimspielen, was noch passieren muss, bis dass das Colonel-Knight-Stadion, unser CKS, einmal außerhalb des Löwen-Derbys mit 4500 Fans ausverkauft ist? Daher lasst einen Exil-Wetterauer aus Frankfurt einmal an Euch appellieren: Liebe Wetterauer, ihr verpasst etwas, wenn ihr nicht sofort eure dicken Wintersachen und Schals zusammenpackt und zu den Heimspielen des EC kommt. Lasst diese Erfolgsgeschichte nicht unbemerkt passieren! Für kleines Geld könnt ihr direkt daheim Spitzensport erleben, eine der schnellsten und abwechslungsreichsten Sportarten, die es gibt. Ein echtes Team, das zurzeit wunderbar harmoniert und mit den Fans eine echte Einheit bildet, das zu Hause derzeit kaum zu bezwingen ist. In den nächsten Jahren ist ein Stadionneubau unausweichlich, wenn Eishockey in Bad Nauheim weiterhin eine Zukunft haben soll. Aber das ist die Zukunft.

Die Gegenwart findet gerade vor euren Augen im Stadion statt. Hier könnt ihr das beste »Original Eishockey« der letzten Jahre erleben. Daher: Kommt ins Stadion, lasst euch wach küssen, bleibt kein Frosch und werdet ein Teufel. Am Sonntag gegen Bietigheim werde ich auch wieder ins CKS fahren. Ich freue mich darauf, Euch zu sehen. Ihr habt die kürzere Anfahrt.

 

Grundstein für DEL-Bewerbung?

13.2.2019, Stefan Alt, Bremen, zu Erfahrungen aus Bremerhaven

Leider ist man nur in einer neuen Eishalle konkurrenzfähig. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven, früher REV Bremerhaven, spielten bis 2011 in einer Halle mit Platz für 2050 Zuschauer, und selten war die Halle ausverkauft. Nach dem Umzug in die neue Eis-Arena nebenan mit einem Fassungsvermögen von 4647 Zuschauern ging in der DEL 2 der Zuschauerschnitt steil nach oben. Das war nach paar Jahren in der neuen Halle der Grundstein für die erfolgreiche Bewerbung für die Aufnahmen in die DEL.

 

Es kann nur um das Wie und Wo gehen

13.2.2019, Oliver Simic, Rosbach, zu: »Lasst uns investieren, wo es angebrachter ist«

Nicht, dass ich nicht negative Leserbriefe zu diesem Thema erwartet hätte, aber dieses Exemplar hat es geschafft, mein Kopfschütteln an den Rand eines Schleudertraumas zu bringen. Zunächst gefiel dem Schreiber die Auswahl der Interviewpartner nicht. Da werden jahrzehntelange Fans und Ehrenamtliche (alle pro Neubau) mit nimmersatten Fußball-Millionären verglichen. Das Interessante, dass genau diese Stichprobe aus der Gruppe Fans sich Anfang des Jahrtausends wohl anders geäußert hätte, wird natürlich nicht realisiert.

Weiter unten entdeckt der Schreiber dann sein Herz für Wohnraumsuchende und Senioren. Wie passend, dass nebenan ein Artikel steht, der unter anderem die Doppelbelegung der Eisfläche behandelt. Training von morgens früh bis spät abends (nicht nur Eishockeyspieler, auch Eiskunstläufer und Eisstockschützen). Dennoch gibt’s zu wenig Eiszeiten oder wegen des öffentlichen Eislaufes mangelnde Möglichkeiten, Familiennachmittage zu veranstalten. Das übersieht der gute Mann.

Und Senioren? Die gibt’s im Stadion. Leider müssen die sich entscheiden, ob sie sitzen wollen und dabei wegen der zu oft beschlagenen Scheiben nichts sehen und auf einigen Plätzen von oben wie in ner Tropfsteinhöhle berieselt werden. Oder halt in manchen Jahren dreieinhalb Stunden teils bei Eiseskälte stehen. Aber: Der Eishockeyfan von 2019 ist halt im Vergleich zu 1980 völlig verweichlicht.

Apropos 1980: Damals wurde, rund 35 Jahre nach Eröffnung des Nauheimer Stadions, noch fleißig an dem Frankfurter Hallenkomplex gebaut, was dort niemanden dran hindert, schon seit Jahren eine neue Halle zu planen. Vielleicht hätte Herr Wöll sich bezüglich seiner Bedenken ja an eine Frankfurter Zeitung wenden sollen? War ich zu Zeiten der Witzelschen Pläne bezüglich des Umzugs aufs Stollgelände noch pro bestehendem Eisstadion, trauere ich heute dieser vom Standort her vergebenen Chance nach. Es kann nicht mehr darum gehen, ob gebaut wird, sondern nur noch um das Wie und Wo.

 

Stattlich, aber nicht mehr zeitgemäß

13.2.2019, Hans-Jürgen Krug, Friedberg, zu den Plänen eines Neubaus

Ich gehe schon circa 30 Jahre zu den Heimspielen. Ich bin der Meinung, dass man ein neues Stadion bauen sollte. Das alte ist zwar stattlich, aber nicht mehr zeitgemäß. Ausserdem bei der Instandhaltung ein Fass ohne Boden. Es ist leider für die Stadt auch kein Aushängeschild mehr. Die Stadt sollte sich möglichst bald um einen Neubau kümmern. Ich sage immer: Der erste Schmerz ist immer der beste. Ein Neubau wird jedes Jahr um einiges teurer. Wenn nicht jetzt, wann dann? Gegner wird es immer geben, aber sie sind meistens bei der Einweihungsfeier dabei.

 

 

Zeitgemäßes Umfeld für sportliches Aushängeschild

14.2.2019, Mark A. Cano, Frankfurt, zum Aufschwung des EC Bad Nauheim

Wie auch Tom Anhäuser bin ich als gebürtiger Wetterauer mittlerweile in Frankfurt ansässig, habe aber meine Liebe zum Eishockeysport in Bad Nauheim nie verloren. Selbst für mich ist das, was gerade rund um den EC Bad Nauheim passiert eine wirkliche Sensation: direkte Playoff-Platzierung, attraktives Eishockey vom Feinsten und die Aussicht auf ein Wintergame vor 20.000 Zuschauern in Offenbach sowie eine neue Eishalle in Bad Nauheim. Man kann den handelnden Personen nur größten Respekt entgegen bringen für Ihr jahrelanges, oft ehrenamtliches Engagement. Gerade Andreas Ortwein an der Spitze gebührt mein Dank. Denn gerade das ehrenamtliche Engagement vieler Unterstützer des Eissports sollte der Leser Wöll bei seiner kritischen Betrachtung berücksichtigen.

Der EC Bad Nauheim hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert, ist aber von den Attitüden vieler erfolgreicher Fussballvereine weit entfernt. Hier wird der Zuschauer nicht als Kunde betrachtet, sondern als Unterstützer, der auch mal bei Renovierungsarbeiten im Stadion selbst Hand anlegt. Dieses positive Image und die seriöse Arbeit des Managements im Hintergrund führen zu einem Aufschwung, der von der Stadt und vielen Bürgern in der Wetterau positiv begleitet wird. Dass dann auch positiv über eine neue sportliche Heimat für die Roten Teufel diskutiert wird, zeigt doch nur den Stellenwert, den das Eishockey mittlerweile in der Region hat. Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn der Verein als sportliches Aushängeschild des Kreises in einigen Jahren in einem zeitgemäßen Umfeld erfolgreich tätig sein kann. Verdient haben das alle, die am derzeitigen Erfolg beteiligt sind.

 

Zur Zeit nur ein Strohfeuer

14.2.2019, Florian Nairolf, Butzbach, zu alternativen Investitionen

Das Stadion sollte bleiben wo es ist, und es sollten 250.000 Euro in DEL-Mannschaftskabinen, Entfall der Gebührenpflicht im Großparkplatz und eine Entfeuchter- und Beschallungsanlage investiert werden. Alles weitere wäre auch dem geschuldet, ob der EC eine konstante Leistung erzielt. Zur Zeit ist diese Diskussion leider noch ein Strohfeuer.

 

Endlich Bewegung

14.2.2019, Marcel Lechner, Schwalheim, zur Notwendigkeit eines Neubaus

Ein neues Stadion ist unabdingbar, da im altehrwürdigen Stadion auf Dauer eine Gewährleistung des Profisports nicht mehr möglich ist. Daher ist es sehr wichtig, dass nun endlich Bewegung in Sache neues Eisstadion kommt. Am besten mit einer zweiten Eisbahn, wo neben einem Spiel weiterhin öffentliches Eislaufen möglich ist. Das kann dann weiterhin Einnahmen generieren, und man ist auch auf die Zukunft sehr gut aufgestellt und man kann weiterhin Profieishockey in Bad Nauheim sehen.

Daher bin ich der Meinung, dass es sehr wichtig ist das das neue Stadion zeitnah kommt. Eventuell auch eine Multkfunktionsarena die im Sommer Location ist für Konzerte oder sonstige Veranstaltung, bei denen die Stadt dann weiterhin Einnahmen erhält.

 

 

Künftigen Anforderungen der Profiligen gerecht werden

15.2.2019, Pierre Roschel, Altenstadt, zu Sponsoren und Eventies

Die Frage, ob eine neue Arena kommt oder nicht ist für mich nur mit einem klaren Ja zu beantworten. Wer weiterhin Eissport auf höchstem Niveau in unserer Kurstadt sehen möchte, dem muss klar sein, dass dieses Niveau nur mit einer neuen Arena, die auch den künftigen Anforderungen der Profiligen gerecht wird, zu erreichen sein wird. Neue Sponsoren, bzw. die Ausweitung der bisherigen Engagements erreicht man zukünftig nur mit zeitgemäßen Werbeflächen und einem entsprechenden VIP-Bereich.

Weiterhin steht auch außer Frage, ob der Eishockeyfan von heute im Vergleich zu 1980 (wie Herr Wöll zur Debatte stellt) verweichlichter ist. Vielmehr muss man sich fragen, ob man einem Fan oder einem "Kunden" die heutigen Eintrittspreise, die der Club wirtschaftlich auch mindestens benötigt, in der aktuellen Höhe verlangen kann, wenn der Komfort gleich Null ist und der Zuschauer auf nasskalten Holzbänken 2,5 Stunden bei oftmals klirrender Kälte ausharren muss. Und leider wird der Verein auch zukünftig auf die sogenannten Eventies angewiesen sein, die nur zu den Top-Spielen oder Derbys in die Halle kommen. Eventuell könnte man aber einen Teil eben dieser oder auch neue Gruppen zu den herkömmlichen Spielen bei besserem Komfort begrüßen. Eine neue Arena, am besten multifunktional, wäre ein Gewinn für die gesamte Region und insbesondere für die Städte Bad Nauheim und Friedberg, hätte man doch die Möglichkeit auch losgelöst von Eishockey echte Highlight-Events in der Region zu veranstalten.

Heute müsste man nach Frankfurt oder Wetzlar fahren um zum Beispiel die Ehrlich Brothers oder andere Events zu sehen. Solch ein Event könnte auch zukünftig mal vor unserer Haustüre stattfinden. Die Stadt wird Ihren möglichen Beitrag leisten, da bin ich mir sehr sicher. Wünschenswert wäre, dass Sie diesen Beitrag in ein zukunftsfähiges Modell investiert und eben nicht in eine Variante, die wahrscheinlich ein Fass ohne Boden sein wird (Colonel-Knight-Stadion)...

 

Dem ECN sein Alleinstellungsmerkmal nicht nehmen!

15.2.2019, Thomas Bingel, Leun, zum Charme des Colonel-Knight-Stadions

Der ECN nimmt sich damit ein "Alleinstellungsmerkmal". Ich finde es schade denn die "einzigartige Stimmung" ist in meinen Augen auch ein Resultat des Oldschool-Feelings. Vieles hat sich in den letzten Jahren im CKS verändert und nicht alles gefällt mir. Muss es ja auch nicht. Dass die Bedingungen so unerträglich sind, kann ich auch nicht nachvollziehen. Dass das Plexiglas beschlägt, kommt nur selten vor, und dass es von der Decke tropft, habe ich noch nie erlebt. Dass eine zweite Eisfläche notwendig ist, sehe ich noch ein. Aber deswegen gleich so eine hohe Investition und verschulden?

Wo das hinführt sehen wir ja bei anderen Vereinen. Mir ist sofort die Parallele zum SV Darmstadt aufgefallen. Ich weiß: DEL2 und 2. Fußball-Bundesliga sollte man nicht vergleichen, vor allem, da Darmstadt vom Verband zu dem Umbau gezwungen wird. Aber da war es so, dass man mit dem alten Stadion Bundesliga gespielt hat, während der Konkurrent mit dem bundesligatauglichen Stadion in der Regionalliga verschwunden ist. Deren Neubau war übrigens der Grund dafür, dass das überhaupt möglich war.

Ich gehe gerne ins CKS, vor allem wegen dem Feeling und der Stimmung. Das es jetzt auch auf dem Eis gut läuft ist schön, aber für mich nicht der Grund. Leider komme ich aus u. A. beruflichen Gründen nicht mehr so oft dazu. Ich denke alternative Spielzeiten (siehe das Spiel gegen Heilbronn a  Sonntag um 16.30 Uhr) in der "Winterpause" würden schon was bringen. Die Frage ist doch, wo will der ECN hin? Und wo wollen die Fans hin? Ich für meinen Teil stehe lieber in der Kälte und feuere das Team mit Südkurve an, als in der warmen VIP-Loge zu sitzen. Andreas Ortwein und alle Verantwortlichen, die für die Entwicklung der letzten Jahre verantwortlich sind, machen da einen Super-Job. Und ich hoffe, sie entscheiden richtig.

 

 

Identität geht verloren

18.2.2019, Gregor Pospischil, Frankfurt, zum Charme des CKS

Mir wird das Herz bluten, wenn der EC nicht mehr im Colonel-Knight Stadion spielen wird. Das Bad Nauheimer Eishockey ist im Kurpark verwurzelt, ich kenne es nur so; als Kind und Jugendlicher schon, auch heute noch. Und heute umso mehr, denn ich möchte keine seelenlose Multifunktionshalle mitten auf einem Acker. Der EC würde ein großes Stück seiner Identität verlieren. Ich glaube, das unterschätzen hier viele, die nach einer tollen neuen Halle schreien. Dennoch weiß ich natürlich, dass wohl kein Weg daran vorbeiführen wird, wenn man auch in Zukunft professionellen Eishockeysport anbieten möchte. Ich hoffe nur, dass man diesen Weg zusammen mit den Fans geht und es schafft, wenigstens ein bisschen von der altehrwürdigen Atmosphäre auf eine neue Arena zu übertragen. Wie auch immer das aussehen mag. Ich denke ich bin nicht der einzige der so denkt.

 

Es ist in Deutschland Mode, gegen alles Neue zu sein

18.2.2019, Hartmut Grün, Leun, zu kritischen Stimmen

Einige (wenige) Leserbeiträge haben mich schon in und mit der Argumentation aufgeregt. Einmal scheint es in Deutschland teils Mode zu sein, erst einmal grundsätzlich gegen alles Neue zu sein. Zum anderen werden Punkte angebracht, die so nicht nachvollziehbar sind. Wenn einem nichts anderes einfällt, werden dann immer gerne die Senioren und Kinder angeführt, für die man das Geld besser anlegen könnte.

Hier muss man annehmen, dass diese Damen und Herren wohl noch nie bei einem solchen Spiel waren, denn ansonsten wüsste man, wie viele Senioren, Jugendliche und Kinder zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung geboten bekommen. Und geht einem nicht das Herz auf, wenn in der Drittelpause die Kleinstschüler sich auf dem Eis tummeln?

Und diejenigen, die da sagen, man hätte ja auch vor 30 Jahren gefroren, also könne man das ja auch heute noch, sollten sich mal hinterfragen, ob sie auch in ihrem persönlichen und öffentlichen Umfeld noch auf dem Stand von 1985 sind!

 

Standard habe sich verändert

18.2.2019, Manuel Dietrich, Aßlar, zu: »Lasst uns investieren, wo es angebrachter ist«

Wie schreibt Herr Wöll in seinem Beitrag? »Lasst uns investieren, wo es angebrachter ist«. Diese Entscheidung, und wer, was für »angebrachter« hält, dürfte eine bodenlose Diskussion bedeuten. Fakt ist: Eishockey in Bad Nauheim ist das, was die Kurstadt über ihre Grenzen hinaus, seit Jahrzehnten bekannt macht. Weniger Elvis, weniger Herz- und Parkinson-Kranke.

Standards und Ansprüche haben sich im Laufe der Jahrzehnte einfach verändert. Früher war es dem Schwimmer genug, ein 25-Meter-Becken zu haben, um Bahnen zu schwimmen. Es reichten auch drei Fernsehprogramme aus.

Ohne eine höherklassige erste Mannschaft stirbt auch die Nachwuchsarbeit. Zum einen wäre sie nicht finanzierbar, zumindest nicht auf höherem Niveau, zum anderen fehlen vielen Kindern dann Idole, denen sie nachstreben wollen.

Das alte Stadion kann saniert werden. Die Kosten bei diesem offenen Stadion sind ungleich höher als bei einer modernen Arena. Nur mit einer Arena kann man heute dauerhaft mehr Publikum generieren, in dem Fall nicht nur beim Eishockey, sondern als Multifunktionshalle genutzt, auch außerhalb des Sportes. Je mehr Zuschauer, desto mehr Steuereinnahmen.

Vielleicht weiß Herr Wöll nicht, dass auf jede Karte 19 Prozent Steuern zu entrichten sind, ganz unbesehen von weiteren Umsätzen im Arena-Betrieb (Gastro, Fanware) Zudem ist der Profi-Spielbetrieb mittlerweile auch ein stattlicher Arbeitgeber. Dass sich Besucherzahlen positiv entwickeln, steht außer Frage und ist an allen Standorten so nachzuweisen, wo alte, marode Hallen gegen neue, moderne Arenen getauscht wurden. Städte, die neu gebaut haben, haben die Entscheidung nie bedauert.

Für die Sanierung des alten Stadions ist sicher kein Investor zu begeistern - wohl aber für einen Neubau (siehe »Rittal-Arena« Wetzlar, die wiederum aber vom Investor Gegenbauer Berlin betrieben wird). Obendrein kann die Stadt im Gegenzug die wohl begehrteste Wohnlage, nämlich direkt im nördlichen Park, neben dem Golfplatz, teuer an Bauträger veräußern.

Ein Werbeträger der Stadt, dessen Wert in Euro leider kaum zu messen ist, aber der von einer neuen Spielstätte abhängig ist, es ist einfach eine Verpflichtung, die es jetzt umzusetzen gilt. Dann werden auch wieder aus dem LDK weiterhin wöchentlich Menschen in die schöne Wetterau reisen und dort Devisen an den Mann bringen-nicht nur im Stadion, sondern am Marktplatz, in Restaraunts und Tankstellen.

 

 

Ein schlechter Scherz

19.2.2019, Christian Benner, Bad Nauheim, zu öffentlichen Geldern

Ich bin hier geboren und habe bis heute kein Spiel im Eisstadion gesehen. Daran wird sich nichts ändern, auch nicht mit einem neuen Stadion. Und wenn dann bitte nicht mit dem Geld der Stadt oder des Landes. Ich saß vor rund 30 Jahren, als kleiner Junge, im Bürgerhaus und habe für einen Skatepark in Nieder-Mörlen (Kaufland-Spielplatz) gekämpft. Passiert ist nichts! Auch die Idee am Goldsteinpark ist jetzt gestorben. Wegen Geldnot der Stadt. Aber dann wollen doch einige, dass es öffentliches Geld für Sport auf dem Eis gibt. Das klingt für mich wie ein schlechter Witz.

 

Chance für die Region

19.2.2019, Burkhard Walter, Florstadt, zu den Neubau-Plänen

Meine Eltern haben mich Anfang der 80er Jahre erstmals zum Eishockey mitgenommen, und seitdem bin ich von diesem tollen, rasanten Sport infiziert, der in Bad Nauheim und in der Wetterau einen ganz besonderen Stellenwert hat und mir und den Fans in all den Jahren schon unheimlich viele schöne Erlebnisse beschert hat. Ich muss allerdings gestehen, dass die Defizite unseres inzwischen doch sehr in die Jahre gekommen Stadions bei mir eine immer wichtigere Rolle spielen, ob ich bei eisigen oder nasskalten Wetterbedingungen ins Stadion gehe oder die Spiele ab und an zu Hause auf SpradeTV schaue.

Es ist klar, dass die Finanzierung eines solchen Projekts eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten (Verein, Kommune, Investor) darstellt. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass damit unheimlich viele Chancen verbunden sind, und zwar nicht nur für den Eishockeysport, sondern langfristig auch für die ganze Region.

Bedanken muss man sich bei den Club-Verantwortlichen, dass es trotz der schwierigen Bedingungen Jahr für Jahr gelingt, DEL2-Eishockey in Bad Nauheim anzubieten. Und ich drücke die Daumen, dass es gelingt, die Tür in eine neue Ära der einzigartigen und schönen Bad Nauheimer Eishockey-Geschichte aufzuschlagen.

 

Eishockey ist der beste Werbeträger der Stadt

19.2.2019, Tom Maier, Berlin, zum Wert des Eishockeys

Machen wir uns nichts vor: Außerhalb des Wetteraukreises kennt man Bad Nauheim nur wegen den Staus auf der A5 nahe der Autobahnausfahrt, den öfters als etwas peinlich empfunden Vermarktungsversuchen Friedbergs und Bad Nauheims von Elvis Presley und dem EC Bad Nauheim. Letzterer ist nebenbei derzeit durch die grandiose Serie in aller Munde in der DEL 2 – überall in Deutschland! Was für ein prima Werbeträger für die Stadt!

Ohne ein neues Stadion, das aktuellen Standards entspricht und Kapazitätsreserven hat, wird es in Zukunft kein professionelles Eishockey mehr in Bad Nauheim geben können. Gleiches gilt für eine notwendige zweite Eisbahn. Der Einwand, das zum Bau benötigte Geld sollte sinnvoller verwendet werden, würde bedeuten, dass die Millionen zum Beispiel in den sozialen Wohnungsbau fließen könnten. Wer so etwas glaubt, ist einfach naiv. Das werden die Schwarze-Null-Anhänger niemals zulassen. Man wird keinen Cent in irgendwas anderes investieren, wenn es kein neues Stadion gibt.

Keine Frage: Der Wetteraukreis und viele Städte in Deutschland brauchen erheblich mehr Investitionen in bezahlbare Wohnung, deutlich höhere Löhne und eben – wie dieses Stadion – moderne Infrastruktur. Der EC Bad Nauheim ist wahrscheinlich der beste Werbeträger, den diese Stadt je hatte – und er produziert direkt und indirekt Jobs! Diesen nicht zu nutzen durch einen Neubau eines Stadions, bedeutet gleichzeitig längerfristig erhebliche Einbußen in der Bekanntheit und damit auch in der Touristik für Bad Nauheim und auch Friedberg.

Ich gebe gerne zu, dass ich mit meinen mittlerweile 43 Jahren »Eishockey in Bad Nauheim« parteilich bin – aber machen wir uns nichts vor: Elvis Presley kann man auch übertreiben, und er liefert auch nichts Neues! Und wenn man an die Jugend denkt, dann muss man sich fragen, ob es nicht eine gute Investitionen in die Zukunft ist, wenn diese sich an einem Sport erfreuen, anstelle sich ansonsten zu Tode zu langweilen und lieber in Frankfurt ihre Zeit und ihr Geld auszugeben.

Alles im allem: Jetzt besteht die Chance in Bad Nauheim und der Region dauerhaft professionelles Eishockey zu garantieren und – wer weiß – vielleicht sogar in Hessen langfristig eine dominante Rolle zu spielen. Frankfurts Fußball ist bei uns das Eishockey!

Ich hoffe, dass die Politiker diesmal nicht nur reden, sondern zur auch etwas für die Bevölkerung tun. Ich freue mich auf ein neues Stadion in Bad Nauheim und komme gerne den langen Weg aus Berlin ins Stadion, wann immer meine Zeit es zulässt.

 

 

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