20. März 2018, 08:30 Uhr

EC Bad Nauheim

Playoff-Spiel 4: Jetzt wird’s schmutzig

Jetzt ist Feuer drin! Vor Spiel vier der Viertelfinalserie zwischen dem Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim und dem ESV Kaufbeuren am Dienstag ist die Atmosphäre unter den Teams vergiftet.
20. März 2018, 08:30 Uhr
Die Duftmarken sind gesetzt: Hier arbeitet Daniel Oppolzer (links) mit erhobenem Ellenbogen gegen Fredrick Widen. Diese Szene blieb unbestraft. (Foto: Storch)

EC Bad Nauheim


»Bad Nauheim will schmutzig werden. Kein Problem. Das können wir auch«, sagt Andreas Brockmann, der Trainer der Allgäuer, und spricht von »unerlaubten Waffen«, die die Hessen einsetzen würden. Petri Kujala, der Coach der Roten Teufel, wertet die Szenen auf dem Eis als »Dinge, die in den Playoffs nun mal passieren.«

61 Strafminuten hatte seine Mannschaft allein am Sonntagabend gesammelt. Während der Hauptrunde hatte Bad Nauheim mit insgesamt 499 Minuten in 52 Spielen noch zu den braven Buben gezählt (9,6 Minuten pro Spiel). Nur Riessersee erhielt weniger Strafminuten.

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Zwei Szenen rückten in den Fokus: zum einen die Prügelei zwischen James Livingston und Philipp De Paly, die sich lange abgezeichnet hatte und beiden »Boxern« unter anderem Zehn-Minuten-Strafen bescherten. Zum anderen der Check von Cody Sylvester gegen Florian Ketterer, der verletzt ausschied. »Ein Frustfoul gegen den Kopf. Für unseren Spieler ist die Saison wohl beendet«, positionierte sich Brockmann bereits in der Pressekonferenz. Der Fall Sylvester – der Check war mit einer Spieldauerstrafe sanktioniert worden – kam zum Disziplinarausschuss der DEL/DEL2 unter dem Vorsitz von Ex-Profi Tino Boos. Der Ausschuss sah die Strafe als ausreichend an. Das Verfahren wurde eingestellt, so dass Sylvester spielberechtigt ist. Als »Sünder« war Sylvester angesichts von lediglich 36 Strafminuten in der kompletten Saison noch nicht auffällig geworden. Ketterer wurde noch am Abend ins Krankenhaus gebracht; mit Verdacht auf einen Kieferbruch. Keine Frage: Die Duftmarken für Spiel vier sind gesetzt.

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Matthias Baldys, der Sportliche Leiter, sah den Unterschied – wie zumeist, wenn sich zwei Mannschaften während der Playoffs auf Augenhöhe und im Grenzbereich bewegen – in den »Kleinigkeiten«. Hier ein Schritt zu wenig, dort ein Fehler zu viel. Kaufbeuren hat sich während der 181 Minuten den Tick cleverer und abgeklärter präsentiert. »Die Chancen waren ja da. Die Jungs müssen aber auch den Biss haben, die Scheibe reinzuarbeiten«, sagt Kujala. Nur drei Treffer hat seine Mannschaft aus dem regulären Spiel heraus erzielt, zudem zweimal im Powerplay getroffen. Kaufbeuren vermied allerdings Hinausstellungen, gab dem Kontrahenten am Sonntag nur wenige Überzahl-Momente. Bad Nauheim wiederum beraubte sich durch eine Bankstrafe selbst dem Schwung; zweimal schon agierte die Mannschaft nach einem Wechselfehler in Unterzahl. »Wir haben drei Spiele auf Augenhöhe gesehen. Ein, zwei Kleinigkeiten können die Partie verändern. Da müssen wir konsequenter agieren«, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer. Dass die zweite Niederlage die Moral gebrochen haben könnte, glaubt er nicht. »Dafür ist die Serie zu eng. Bislang hat Kaufbeuren auch noch nicht in Bad Nauheim gewonnen.« Ob die Mannschaft auch am Freitag zu Spiel fünf vorzeitig anreisen werde, ließ er offen.

Für Spiel vier – es könnte das letzte Heimspiel der Saison sein – waren bis Montagmittag 2400 Karten verkauft. Das lässt eine Kulisse von mehr als 3000 Zuschauern am Abend erwarten.

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