05. September 2018, 07:00 Uhr

Hessenliga

Hessenliga: Türk Gücü mit Initialzündung im Rücken gegen Flieden

War der erste Hessenliga-Sieg in der Vereinsgeschichte die Initialzündung für Tük Gücü Friedberg? Das Mittwochspiel gegen Flieden wird es zeigen. Der FV Bad Vilbel muss derweil nach Nordhessen.
05. September 2018, 07:00 Uhr
Gute Laune am Samstag auf der Bank von Türk Gücü Friedberg. Trainer Gültekin Cagritekin (l.) und Mustafa Fil (r.) warnen vor dem Mittwochgegner Flieden – will aber dennoch das zweite Erfolgserlebnis in der Hessenligageschichte des Vereins feiern. (Foto: Jaux)

Dass von acht Hessenliga-Duellen, die ursprünglich am heutigen Mittwoch über die Bühne gehen sollten, nur deren vier stattfinden, ist ungewöhnlich, hat aber Gründe: Der KSV Baunatal (gegen Bayern Alzenau), der Hünfelder SV (gegen Viktoria Griesheim) und der FC Ederbergland (gegen die SG Barockstadt Fulda/Lehnerz) absolvieren ihre Heimspiele erst im Dezember, während die Spvgg. Neu-Isenburg bereits am 11. August gegen Hessen Kassel mit 0:2 den Kürzeren gezogen hatte. Vom Führungs-Quartett ist somit heute Abend lediglich der FC Gießen im Einsatz, wobei sich der in sieben Begegnungen siebenmal siegreiche Spitzenreiter vor eigenem Publikum gegen den VfB Ginsheim wohl kaum die Butter vom Brot nehmen lassen wird.

Derweil stehen die Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg (13. Platz/4 Punkte) und FV Bad Vilbel (6./9) vor durchaus lösbare Aufgaben. Dabei haben die Friedberger den Vorteil, gegen den Rangelften Buchonia Flieden auf eigenem Terrain spielen zu können. Auf Bad Vilbels Coach Amir Mustafic und seine Mannschaft wartet hingegen das mit hohem Zeitaufwand verbundene Gastspiel beim Nordhessen-Klub FSC Lohfelden.

Hessenliga: Erfolgreiche Abwehrformation soll es gegen Flieden richten

Türk Gücü Friedberg – Buchonia Flieden (heute, 19.30 Uhr in Ober-Rosbach): Man soll den Tag zwar nicht vor dem Abend loben, doch der 4:0-Erfolg über den FC Ederbergland könnte für Türk Gücü Friedberg nach mäßigen August-Auftritten die Initialzündung gewesen sein, auf die das Team um das Trainerduo Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin so lange warten mussten. »Klar, wir waren sehr zufrieden. Aber Flieden ist eine ganz andere Hausnummer. Die sind robuster und in der Offensive gefährlicher«, meint Cagritekin. Vor dem Heimspiel gegen die Osthessen, deren Siege sich im bisherigen Saisonverlauf auf zwei Erfolge über den Hünfelder SV (zweimal 2:0) beschränkten, bewegten sich die Trainingsaktivitäten der TG-Cracks in überschaubaren Grenzen. Regenerative Maßnahmen waren angesagt. Auch taktische Dinge seien besprochen worden: »Gegen Ederbergland gab’s nämlich auch Sachen, die uns nicht gefallen haben.« Die wichtigsten Erkenntnisse nach dem ersten Friedberger Hessenliga-Sieg der Vereinsgeschichte: Die Defensive mit Ertugrul Erdogan im Zentrum sowie Kevin Bassey Effiong und Sebastian Bartel, der am Mittwoch auf seinen Bruder Tobias trifft, auf den Außenbahnen funktionierte besser als alle vorherigen Abwehrreihen – Neuzugang Michael Kohnke feierte links offensiv ein gelungenes Debüt. »Mit Luft nach oben«, ergänzt Cagritekin, lässt aber durchblicken, dass Personaländerungen unwahrscheinlich sind.

Türk Gücü Friedberg: Grbovic (Kröller), Effiong, Erdogan, Bartel, Zarges, Tesfaldet, Takahashi, Usic, Kohnke, Toskovic, Bahssou, Vranesevic, Bayraktar, Gürsoy, Osman, Akkus-Rodriguez, Smisek, Bell Bell (?).

Hessenliga: FV Bad Vilbel mit langer Reise nach Nordhessen

FSC Lohfelden – FV Bad Vilbel (heute, 20 Uhr in Lohfelden): Jetzt kommen diese Spiele, in denen man in Bad Vilbel merken wird, dass man nun in der Hessenliga unterwegs ist. Anstoß im Nachbarort von Kassel ist Mittwochabend erst um 20 Uhr, zu Hause wird man angesichts der knapp 200 Kilometer Entfernung also vor Mitternacht nicht wieder sein. Und am Samstag geht es rund 100 Kilometer weit zu Rot-Weiß Hadamar. »Da müssen wir durch, zum Glück kommt es ja nicht so oft vor, dass solche Spiele unter der Woche stattfinden«, sagt Mustafic, der nicht abschätzen kann, wie seine Mannschaft auf diese durchaus besonderen Umstände reagiert. »Was ich weiß, ist, dass Lohfelden einen gute Mannschaft hat, die ganz ähnlich wie wir nach spielerischen Lösungen sucht. Das kommt etwas überraschend, nach allem, was man vorher so gehört hat, ist mir aber durchaus sympathisch.« Dass in Lohfelden auf Kunstrasen gespielt wird, findet der Vilbeler Coach allerdings weniger gut.

Sportlich gab es beim FV Bad Vilbel bisher wenig auszusetzen, selbst die Niederlagen gegen Baunatal, Alzenau und Gießen waren zu verschmerzen. Denn da stimmte weitestgehend die Leistung. Zuletzt aber, beim 1:2 gegen den bis dahin punktlosen SC Viktoria Griesheim, versagte Mustafics Mannschaft mehr oder weniger auf der ganzen Linie. Angesichts der vermeintlichen Überlegenheit wurde schnell jegliches Tempo aus den eigenen Aktionen genommen, die deshalb leicht zu parieren waren. Dazu kamen haarsträubende Fehler in Abwehr und Spielaufbau. Es gab einiges zu tun in den folgenden Trainingseinheiten. »Wir haben die Fehler angesprochen und werden versuchen, es in Zukunft besser zu machen«, sagt der Coach. Vor allem habe sein Team »zu wenig Leidenschaft und Siegeswillen« gezeigt: »Man kann es sich in der Hessenliga nicht leisten so aufzutreten. Wenn man nach zwei guten Spielen meint, man könne die anderen spielerisch beherrschen und mit weniger Aufwand auskommen, wird man immer wieder scheitern.«

Nicht nur, weil Angreifer Lukas Knell nicht zur Verfügung steht, wird Mustafic sein Team auf der einen oder anderen Position neu besetzten, denn »vorne könnte es zwei Änderungen geben und hinten hat mir auch nicht alles gefallen.«

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