29. Juli 2018, 22:05 Uhr

Hessenliga-Derby

Hessenliga-Auftakt Türk Gücü Friedberg verliert Aufsteiger-Derby FV Bad Vilbel

Türk Gücü Friedberg hat das Wetterau-Derby zum Start der Fußball-Hessenliga verloren. Am Ende hieß es gegen den FV Bad Vilbel vor 600 Zuschauern 0:3.
29. Juli 2018, 22:05 Uhr
Ausgelassen: Adnan Alik, Dominik Emmel (Nr. 13) und Torschütze Alexander Bauscher (Nr. 10) freuen sich über den Führungstreffer des FV Bad Vilbel. (Foto: Jaux)

Für den Fußballkreis Friedberg war das erste Hessenliga-Derby nach zwölf Jahren Enthaltsamkeit gewiss ein großer Tag. Doch die daran beteiligten Klubs, also die Hessenliga-Aufsteiger Türk Gücü Friedberg und FV Bad Vilbel, erachteten Überlegungen dieser Art am Sonntagabend auf dem Kunstrasenplatz in Ober-Rosbach als eher zweitrangig. Auf beiden Seiten galt vielmehr, den Einstieg in die Saison 2018/2019 möglichst ohne Blessuren zu überstehen. So gesehen, konnte nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg über den Lokalrivalen aus der Kreisstadt lediglich die Mannschaft von Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic zufrieden von dannen ziehen.

Alexander Bauscher (Mitte) vom FV Bad Vilbel findet die Lücke zwischen den Türk Gücü-Verteidigern Luca Grölz (links) und Sebastian Bartel.  (Foto: Jaux)
Alexander Bauscher (Mitte) vom FV Bad Vilbel findet die Lücke zwischen den Türk Gücü-Verte...

Knapp 600 Zuschauer waren zunächst mal gespannt, welche personellen Änderungen gegenüber der vergangenen Saison man registrieren durfte. Auf Friedberger Seite begann mit Luca Grölz, Semun Biber und Sebastian Bartel eine komplett neue Abwehrkette. Auch Kazoki Takahashi im linken Mittelfeld sowie Nino Vranesevic zentral daneben gaben ihre Punktspiel-Premiere im TG-Dress. Bad Vilbel setzte derweil zunächst auf nur drei neue Leute: Ugur Aslan war Abwehrchef, Tim Tilger übernahm wichtige Aufgaben im defensiven Mittelfeld, während Kristijan Bejic im Sturmzentrum seinen Mann stand. Fehlendes Personal, sei es durch Verletzung, Sperre oder Urlaub, machte sich – wenn überhaupt – nur auf Friedberger Seite bemerkbar. Anders formuliert: Stürmer Younes Bahssou und Spielmacher Florian Decise fehlten an allen Ecken und Enden.

 

Wetterauer Hessenliga-Derby: Türk Gücü Friedberg mit Abstimmungsproblemen

Die Partie selbst bot ab sofort Volldampf-Fußball, freilich garniert mit einigen Abstimmungsproblemen. Dies betraf nicht so sehr die Defensivarbeit, sondern den Spielaufbau, wo die Räume eng wurden. Türk Gücü probierte es zumeist mit langen Bällen über die Außen – Bad Vilbel bevorzugte mehr Ballkontrolle und wirkte dadurch im Spiel nach vorne einen Tick langsamer. Wirklich brenzlige Torraumszenen blieben zunächst Mangelware und beschränkten sich auf Versuche von TG-Kapitän Alit Usic (5./abgeblockt) sowie einen Kopfball von FV-Außen Dominik Emmel (8./Grbovic parierte).

Die Vorentscheidung: Ugur Aslan steigt höher als Alit Usic und trifft zum 2:0-Zwischenstand für den FV Bad Vilbel. (Foto: Jaux)
Die Vorentscheidung: Ugur Aslan steigt höher als Alit Usic und trifft zum 2:0-Zwischenstan...

Das erste Highlight datierte aus der 22. Minute und hätte den Gastgebern um ein Haar die Führung gebracht: Massé Bell Bells Versuch, den Ball nach Abdussamed Gürsoys Auflage aus kurzer Distanz mit der Hacke über die Linie zu drücken, erwies sich jedoch als vergebliches Unterfangen. Nach etwa einer halben Stunde übernahmen die Bad Vilbeler zusehends das Kommando. Bejic und Bauscher hatten binnen zwei Minuten (31./32.) noch kein Glück im Abschluss, weil Vladan Grbovic im Weg stand, doch in der 34. Minute war der TG-Keeper machtlos: Alexander Bauscher zog nach einer verunglückten TG-Abwehraktion aus halbrechter Position flach ab – 0:1.

 

Wetterauer Hessenliga-Derby: FV Bad Vilbel schockt den Gegner direkt nach dem Wechsel

Halbzeit zwei begann für die gastgebenden Kreisstädter mit einem Schock, von dem sie sich nicht mehr erholen sollten. Thorben Knauers Ecke verwandelte der mit aufgerückte Ugur Aslan nach 51 Minuten per Kopfball und verdoppelte das Vilbeler Polster. Türk Gücü ließ die Köpfe hängen – nichts wollte mehr gelingen. Lukas Knell (52.) und der eingewechselte Travis Parker (65.) hätten für die Brunnenstädter erhöhen können, ja müssen. »Gelb-Rot« für Bad Vilbels Dominik Emmel nach einem Foul an Takahashi ermöglichte es den Friedbergern, ab der 80. Minute in Überzahl zu agieren. Allerdings ohne Nutzen, denn auch der dritte und letzte Tagestreffer fiel auf der Gegenseite: Einen Foulelfmeter, den Türk Gücü-Außenverteidiger Luca Grölz an Travis Parker verursacht hatte, verwandelte Bad Vilbels Mittelfeld-Außen Benjamin Sabic drei Minuten vor dem Abpfiff sicher zum 0:3-Endstand.

Türk Gücü Friedberg: Grbovic – Bartel, Grölz, Biber – Vranesevic (51. Erdogan), Tesfaldet, Takahashi, Usic (54. Penava) – Toskovic, Gürsoy, Bell Bell (54. Osman).

FV Bad Vilbel: Sememy – Aslan, Geh, Alik – Tilger, Knauer, Sabic, Emmel – Knell (63. Parker), Bauscher (84. Fatih Uslu), Bejic (69. Nuh Uslu).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (34.) Bauscher, 0:2 (51.) Aslan, 0:3 (87.) Sabic. – Schiedsrichter: Pascal Laschke (Kassel). – Gelb-Rote Karte: Emmel (80./Foulspiel). – Zuschauer: 600.

Info

Die Stimmen zum Derby

Mustafa Fil (Trainer Türk Gücü Friedberg): Auf uns wartet noch viel Arbeit. Bad Vilbel hat ausgesprochen clever gespielt und absolut verdient gewonnen. Wäre uns der Führungstreffer geglückt, hätte die ganze Sache vielleicht anders ausgesehen. Aber Fußball ist halt kein Wunschkonzert.

Amir Mustafic (Trainer FV Bad Vilbel): Meine Jungs haben taktisch genau das umgesetzt, was vorher besprochen wurde. Dass es kein Spaziergang werden würde, war uns natürlich klar. Aber mit zunehmender Spieldauer hatten wir eigentlich alles im Griff. Ich denke, unser Erfolg geht auch in dieser Höhe in Ordnung.

Alit Usic (Kapitän Türk Gücü Friedberg): Die beiden ersten Gegentreffer waren Geschenke unsererseits. Da standen wir viel zu weit weg vom Gegner. Auch in der Offensive lief nicht alles nach Plan. Hinzu kam viel Nervosität im Abschluss.

Thorben Knauer (Kapitän FV Bad Vilbel): Auf dem relativ kleinen Kunstrasenplatz war ein geordneter Spielaufbau ziemlich schwierig. Ich denke, dieses Problem haben wir nach einigen Startschwierigkeiten in den Griff bekommen. Unser zweiter Treffer kurz nach der Pause war der Schlüssel zum Sieg.

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