25. August 2018, 21:09 Uhr

Hessenliga-Derby

Hessenliga: Auch das zweite Wetterauer Derby geht an Bad Vilbel

Dem 3:0 folgte ein 2:1: Der FV Bad Vilbel hat auch das zweite Wetterauer Hessenliga-Derby gegen Türk Gücü Friedberg für sich entschieden. Das verändert die Situation für beide Teams ungemein.
25. August 2018, 21:09 Uhr
Harte Landung für Vuk Toskovic (r.) und Türk Gücü Friedberg. Seine akrobatische Einlage gegen Bad Vilbels Dominik Emmel im zweiten Wetterauer Hessenliga-Derby binnen eines Monats bleibt ohne Erfolg. Nach dem 0:3 zum Auftakt verlieren die Kreisstädter auch das Rückspiel mit 1:2. (Foto: Jaux)

Schon zum zweiten Mal trafen der FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg in der noch jungen Saison der Fußball-Hessenliga aufeinander. Und wie beim 3:0 im Autaktspiel vor vier Wochen setzte sich Bad Vilbel wieder gegen den Mitaufsteiger durch, diesmal mit 2:1 (1:0). „Friedberg ist stärker aufgetreten als im Hinspiel, aber insgesamt haben wir doch wieder verdient gewonnen“, befand Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic hinther. Sein Friedberger Kollege Mustafa Fil musste eingestehen: „Das war zu wenig.“

Gut 300 Zuschauer erlebten das Duell der beiden „alten“ Rivalen mit, die in der vergangenen Saison zweimal in der Verbandsliga und einmal im Kreispokalfinale aufeinandergetroffen waren – jeweils mit dem besseren Ende für Friedberg. Doch diesmal gingen die Punkte wie schon im Hinspiel wieder an Bad Vilbel. Und das war laut Mustafa Fil kein Zufall: „Wir sind eigentlich gut ins Spiel reingekommen gegen eine starke Bad Vilbeler Mannschaft und haben in der ersten Halbzeit ein paar Akzente gesetzt, aber insgesamt war das zu wenig.“

Wetterauer Hessenliga-Derby: Bad Vilbeler Führungstreffer mit dem Pausenpfiff

Alexander Bauscher hatte nach einem Zuspiel von Thorben Knauer die erste Gelegenheit für die Gastgeber, zögerte aber mit dem Abschluss etwas und so konnte Schlussmann Vladan Grbovic seinen Schuss aus letztlich zu spitzem Winkel parieren (4.). Auf der Gegenseite musst Keeper Sadra Sememy bei einem Freistoß von Vuk Toskovic einmal zupacken (19.) und einmal klärte Tim Tilger im Gewühl nach einer Ecke (31.). Kurz zuvor hatte Grbovic nach einem Freistoß erst gegen Benjamin Sabic und dann gegen Bauscher eine Bad Vilbeler Frührung vereitelt (26.). Auch Dominik Emmel war im Strafraum der Gäste zu unentschlossen (41.). Und dann traf Kristijan Bejic doch noch zum 1:0 – Grbovic hatte nach dem Gewaltschuss aus 17 Metern noch die Hände am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (45.).

Wir haben viel liegen gelassen, deshalb mussten wir bis zum Schluss zittern

Amir Mustafic

Direkt nach Wiederbeginn hätte Tilger das 2:0 erzielen können, von den vier Gästspielern, die nach einer Hereingabe auf der Linie standen, war es aber letztlich Innenverteidiger Alit Usic, der denn Ball abwehren konnte (47.). Und dann fiel quasi im Gegenzug der Ausgleich: Kazuki Takahasi kam halbrechts viel zu frei an den Ball und fand mit seiner Hereingabe an den langen Pfosten den herbei sprintenden Torjäger Younes Bassouh, der in seinem vierten Spiel für Türk Gücü zum vierten Mal erfolgreich war (48.).

Wetterauer Hessenliga-Derby: 2:1-Siegtreffer per Abstauber

Bad Vilbels Reaktion auf den Gegentreffer war grandios. Plötztlich gingen fast alle Zweikämpfe an die Gastgeber, die auch den Ball nun noch zielstrebiger laufen ließen. Bejic war nach feiner Kombination schon durch, fand aber im Zentrum keinen Mitspieler (50.). Kurz darauf spielte Bejic auf Bauscher, dessen Schuss vor die Füße von Lukas Knell abgewehrt wurde. Und der ließ sich nicht lange bitten und trat den Ball aus zehn Metern wuchtig zum 2:1 ins Tor (53.).

Außer bei einem Freistoß von Lukas Zarges, den Sememy parierte (55.), kam vor dem Tor der Gastgeber erst einmal keine Gefahr auf. Auf der Gegenseite hatten Fatih Uslu (69.) und Lukas Knell bei seinem Lattenschuss nach einem Zuspiel von Bauscher (70.) das 3:1 vor Augen. Und dann bot sich doch noch die Ausgleichschance: Dennis Geh grätschte und stoppte so unfreiwillig den Ball für Takahasi, der aus zehn Metern aber mit einem kraftvollen Schuss an Sememy scheiterte. Den Ball in die Ecke zu schieben, wäre hier wohl die bessere Idee gewesen (73.). Auch Bad Vilbels Knauer versuchte es noch einmal mit Gewalt, fand aber in Grbovic seinen Meister (83.). Trotzdem durfte man Bad Vilbels Kapitän, der an vielen Balleroberungen beteiligt und so gut wie immer anspielbar war, einen ganz starken Auftritt bescheinigen.

Es ist möglich, dass sich in den nächsten Tagen noch etwas tut mit neuen Spielern

Mustafa Fil

Wetterauer Hessenliga-Derby: Bad Vilbels Knauer und Tilger mit starken Auftritten

„Wir haben viel liegen gelassen, deshalb mussten wir bis zum Schluss zittern“, fasste der erleichterte Amir Mustafic nach der Partie zusammen. Er hatte neben Knauer auch Tilger besonders gut gesehen: „Er kann so ein Spiel mit seiner Abgeklärtheit beruhigen, das hat uns gut getan.“ So wie die nächsten drei Punkte, mit denen es sich gut in die kommenden Wochen gehen lässt.

Bad Vilbel: Sememy – Aslan, Grüter, Geh – Emmel, Tilger, Knauer, Sabic – Bauscher (89. Alik), Maksumic (39. Knell), Bejic (68. Fatih Uslu).

Friedberg: Grbovic – Effiong, Usic, Bayraktar (79. Vranesevic) – Takahasi, Erdogan, Zarges (84. Akkus Rodriguez), Tesfaldet – Gürsoy (66. Özalp), Bahssou, Toskovic.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Reimund (Zwingenberg). – Zuschauer:280. – Tore:1:0 Bejic (45.), 1:1 Bahssou (48.), 2:1 Knell (53.).

Info

Unterschiedliche Lagen der Wetterauer Klubs nach dem zweiten Hessenliga-Derby

Sie sind sich ziemlich oft begegnet in letzter Zeit, erst in der Verbandsliga und im Pokal, jetzt auch binnen vier Wochen zweimal in der Hessenliga: Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic und Mustafa Fil von Türk Gücü Friedberg, die beide nicht nur erfolgreiche sondern auch spezielle Trainer sind – und echte Typen. Fil ist gerade zum zweiten Mal in die Hessenliga aufgestiegen (beim ersten Mal mit der Spvgg. Oberrad), Mustafic zum ersten Mal. Dafür hat Bad Vilbels Coach als Spieler viele Jahre auf diesem Niveau zugebracht.

Nach dem Bad Vilbeler 2:1 im direkten Duell am Samstag kann Mustafic erst einmal durchatmen, während Fil dringend eine Trendwende herbei sehnt. „So, wie wir gespielt haben, reicht es für die Hessenliga nicht. Denn wir haben zwar gegen eine starke Bad Vilbeler Mannschaft gespielt, aber es gibt noch viel stärkere Gegner, wenn ich daran denke, was da so aus dem Osten und Norden und der Mitte Hessens auf einen zukommt“, sagte Fil nach der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel. Er hoffe nun einerseits, dass sein Team in den kommenden Wochen „gegen Mannschaften auf Augenhöhe endlich Punkte holen“ könne, wünscht sich andereseits aber auch noch personelle Verstärkungen: „Die Zeit, dass sich alles einspielt, haben wir im Grunde nicht. Es ist also möglich, dass sich in den nächsten Tagen noch etwas tut mit neuen Spielern.“

Bad Vilbel hat solche Sorgen aktuell nicht. Auch nicht mit dem derzeit fehlenden Mittelfeldspieler Nuh Uslu, wie Mustafic zu betonen wichtig war: „Dass er wenig trainieren konnte und jetzt seinen Urlaub nehmen musste, hat mit seiner Arbeit zu tun. Und die geht vor, auch wenn wir hier in der Hessenliga spielen.“ Dafür, dass von seinen Spielern kaum einer Erfahrung auf diesem Niveau mitgebracht habe, sei er ohnehin sehr zufrieden: „Mit neun Punkten kann man hervorragend leben.“

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