13. Oktober 2017, 17:00 Uhr

Timothy Chandler

Eintracht-Profi Timothy Chandler: Privat Amerikaner, auf dem Platz Deutscher

Eintracht-Profi Timothy Chandler besucht für EintrachtTV seinen Heimatverein in Oberau. Wir haben ihn begleitet. Im Interview spricht er über seine Mentalität, seine Familie und seinen Plan B.
13. Oktober 2017, 17:00 Uhr
(Foto: Eintracht-TV)

Eintracht Frankfurt


Timothy Chandler, Sie sind in Deutschland groß geworden, leben in Frankfurt, spielen aber für die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten, für das Heimatland Ihres Vaters. Wie viel Amerikaner steckt denn in Ihnen?

Timothy Chandler: Den Amerikaner in mir gibt’s vorwiegend in meinem Privatleben. Ich bin da eher der lockere, chillige Typ, der für jeden Spaß zu haben ist. Auf dem Spielfeld bin ich eher ein Deutscher mit den entsprechenden Tugenden. Da weiß ich, worauf es ankommt, bin sehr diszipliniert.
 

Ich bin bei der Eintracht groß geworden. Da ist es noch einmal etwas anderes, Stammspieler zu sein

Timothy Chandler


Der Trainerwechsel von Armin Veh zu Niko Kovac hat vor rund eineinhalb Jahren Ihre Position innerhalb der Mannschaft verändert und die Karriere gepusht. Kovac setzt auf Sie. Was ist anders unter ihm als unter Veh?

Chandler: Es gibt für einen Profi immer gute und schlechte Zeiten im Fußball. Die Eintracht hatte einen Trainer, der eben nicht so auf mich gestanden hat. Das hat mich aber nicht umgeworfen. Ich habe immer weitergekämpft und weitertrainiert, ganz egal, was über mich gesagt und geschrieben wurde. Ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen. Niko Kovac hat das gesehen, hat auf mich gesetzt, und seitdem habe ich fast alle Spiele gemacht. Das freut mich natürlich sehr.

+++ Die große Geschichte über den Besuch bei seinem Heimatverein Sportfreunde Oberau gibt es am Samstag in der Printausgabe und auf unserer Homepage +++

Wie haben Sie persönlich diese Entwicklung erlebt. Nimmt man das zunehmend größere Standing in der Mannschaft, bei den Fans und den Medien denn bewusst wahr?

Chandler: Das ist natürlich sehr, sehr schön, gerade, weil ich bei der Eintracht groß geworden bin und die Jugend durchlaufen habe. Da ist es noch einmal etwas anders, Stammspieler zu sein, vielleicht Leistungsträger, aber auch Ansprechpartner für andere Dinge. Das freut mich natürlich sehr. Ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre in der Bundesliga dabei.
 
Fotostrecke: Bundesliga-Profi Timothy Chandler auf Heimatbesuch


Rückblickend: Welche Bedeutung hatte Ihr Wechsel zum 1. FC Nürnberg, um auch bei der Eintracht wahrgenommen zu werden?

Chandler: Eine sehr große. Ich habe mich dort als junger Mensch und als junger Spieler weiterentwickelt. Ich war das erste Mal weg von zu Hause, hatte das erste Mal eine eigene Wohnung. Das sind Dinge, die haben mich geprägt. Ich denke, ich bin schneller erwachsen geworden. In Nürnberg habe ich den Sprung geschafft. Ich wollte mich dort unbedingt durchsetzen und hatte beim Club viereinhalb wunderschöne Jahre, an die ich immer denken werde. Das war eine wertvolle Zeit
 

Ich habe mich für Fußball entschieden. Das ist zum Glück gut gegangen

Timothy Chandler

Sie sind ohne Vater aufgewachsen. Wer hat Sie in Ihrer Jugend unterstützt, um Ihnen den Traum vom Berufsfußballer zu bewahren?

Chandler: Ja, das war nicht einfach. Meine Mutter war immer für mich da; ebenso mein Opa, der extra aus Bremen in die Wetterau gezogen ist, um mich ins Training fahren zu können. Meine Familie hat immer an mich geglaubt, und es freut mich, dass ich dies nun jetzt ein bisschen zurückzahlen kann.

Gab es denn einen Plan B?

Chandler: Ja, ich habe bei BMW eine Ausbildung zum Automobilkaufmann gemacht. Irgendwann musste ich eine Entscheidung treffen. Ich habe mich für den Fußball entschieden, und das ist zum Glück gut gegangen.

Steckbrief

Das ist Timothy Chandler

Geburtstag: 29. März 1990
Größe: 1,86 Meter
Vertragslaufzeit: 30. Juni 2020
Stationen: Sportfreunde Oberau (bis 2001), Eintracht Frankfurt (bis 2010), 1. FC Nürnberg (bis 2014), Eintracht Frankfurt.
Bundesliga-Bilanz: 175 Spiele, fünf Tore
Nationalmannschaft: 29 Spiele für die Vereinigten Staaten, ein Tor Marktwert: 3,5 Millionen

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