06. Juli 2018, 07:00 Uhr

Erinnerungen

EC-Legende Greg Evtushevski zu Besuch in der zweiten Heimat

Er ist eine Legende für die alteingesessenen Fans des EC Bad Nauheim: Greg Evtushevski. Nun ist er zurück in der Kurstadt, der Familie wegen. Doch er ist in Sachen Eishockey auf dem Laufenden.
06. Juli 2018, 07:00 Uhr
Das waren noch Zeiten! Greg Evtushevski feiert ausgelassen ein Tor im Dress des EC Bad Nauheim. (Foto: WZ-Archiv)

EC Bad Nauheim


Vom Eishockey-Hotspot Kelowna ins Rosendorf Steinfurth. Greg Evtushevski, Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre ein Idol des EC Bad Nauheim, ist für ein paar Urlaubstage an den Ausgangspunkt seiner imposanten, 15 Jahre andauernden Deutschland-Karriere als Eishockey-Profi zurückgekehrt. Im Elternhaus von Ehefrau Beate wird am Sonntag im Bad Nauheimer Stadtteil der 80. Geburtstag des Schwiegervaters gefeiert. Am Dienstag fliegen beide wieder zurück nach British Columbia.

Greg Evtushevski am Eingang des Rosenmuseums in Steinfurth. Das Rosenfest verpasst er zwar aus beruflichen Gründen, aber dennoch genießt er die Tage in seiner alten Heimat im Kreise seiner Familie. (Foto: Hess)
Greg Evtushevski am Eingang des Rosenmuseums in Steinfurth. Das Rosenfest verpasst er zwar...

»Leider verpasse ich das Rosenfest. Das hätte ich mir gerne angeschaut, aber ich muss zu einer Fachmesse nach Niagara«, erzählt der 53-Jährige, der in Kanada das Sportartikelgeschäft Chevy’s Source for Sports führt – mit 19 Angestellten auf über 560 Quadratmetern Verkaufsfläche. »Eishockey war einfacher«, meint der in St. Paul im Bundesstaat Alberta geborene Ex-Stürmer.

Greg Evtushevski beim EC Bad Nauheim: 385 Scorerpunkte in der Kurstadt

Im Schlepptau von Vater George, der seine Brötchen bei der kanadischen Eisenbahngesellschaft verdiente, begann Klein-»Chevy« im Provinznest Lashburn in Saskatchewan (»50 Einwohner, aber ein überdachtes Eisstadion«) seine Laufbahn, die ihn über das Jugendteam von Sherwood Park Chaingang im Einzugsgebiet Edmontons nach Kamloops führte. Hier verpasste Juniorencoach Ken Hitchcock, später selbst ein renommierter NHL-Trainer, dem damaligen Rohdiamanten den nötigen Feinschliff. Zweimal kämpfte Evtushevski um den Memorial-Cup, die begehrteste Junioren-Trophäe Kanadas, ehe der Weg über die Maine Mariners (Farmteam der New Jersey Devils) nach Europa führte. In Deutschland stand Evtushevski für alle drei hessischen Teams auf dem Eis: Neben der Bad Nauheimer Ära mit beeindruckenden 385 Zweitliga-Scorerpunkten, spielte er fünf Jahre als Publikumsliebling in Kassel und zum Abschluss zwei Spielzeiten im Dress der Frankfurt Lions. Weitere Stationen waren Iserlohn, Ratingen und Krefeld.

Ich verfolge natürlich die Ergebnisse und Aufstellungen meiner früheren Klubs in Deutschland und bin auf dem Laufenden

Greg Evtushevski

Noch heute schnürt der ehemalige deutsche Nationalspieler, WM-Teilnehmer von 1994 und DEL-Vizemeister 1997 mit den Kassel Huskies regelmäßig selbst die Schlittschuhe: Immer montags in der Pacific Adult Hockey League (PAHL) und dienstags auf Einladung eines gut betuchten Bekannten, der sich zum Privatvergnügen ein eigenes Eisstadion gebaut hat.

Greg Evtushevski: Dustin Sylvester "wird eine gute Rolle in der DEL2 spielen"

In Kelowna, einer der großen Talentschmieden des nordamerikanischen Eishockeys, tummeln sich aktuell zahlreiche Trainingsgruppen, die sich auf die anstehende Saison vorbereiten. Vor gut einer Woche traf Evtushevski dort den künftigen EC-Stürmer Dustin Sylvester, der aus der 120 000-Einwohner-Stadt am idyllischen Lake Okanagan stammt. »Bad Nauheim ist zu klein für uns beide«, flachste »Chevy« mit dem neuen Hoffnungsträger der Roten Teufel. »Ich halte sehr viel von ihm. Er wird zusammen mit seinem Bruder Cody eine gute Rolle in der DEL2 spielen.«

Profi-Eishockey live verfolgt Greg Evtushevski, dessen Trikot mit der Nummer 26 unter dem Hallendach der Kamloops Blazers hängt, allerdings heute nur noch selten. »Dafür fehlt die Zeit. Zwei-, dreimal pro Jahr schaue ich mir Spiele der Rockets in der Juniorenliga WHL an«, sagt »Chevy«, dessen NHL-Sympathien den Edmonton Oilers und Los Angeles Kings gelten. »Aber ich verfolge natürlich die Ergebnisse und Aufstellungen meiner früheren Klubs in Deutschland und bin auf dem Laufenden.«

Aufenthalt in Bad Nauheim will der Alt-Star zum Relaxen nutzen

Über die Sprade-TV-Zusammenfassungen via Internet bleibt er immer up to date, was seine Ex-Klubs betrifft: »Der EC hatte eine starke Saison. Ich hoffe, dass sie wieder die Playoffs erreichen, dann ist alles möglich. Die Geschäftsführung macht aus dem vorhandenen Budget das Beste. Mit Jonathan Boutin hat man einen guten Torwart verpflichtet und ich denke, das nordamerikanische Element mit harter, ehrlicher Arbeit passt perfekt zu Bad Nauheim mit seinen tollen Fans.«

Hier ist meine zweite Heimat. Ich will die deutsche Kultur, das Essen und das Weizenbier genießen

Greg Evtushevski

Seinen Aufenthalt in der Wetterau will »Chevy« übrigens zum Relaxen nutzen. Den ehemaligen Betreuer Albert Schreiner hat er bereits getroffen, ebenso Michael Major, den einstigen Teamkollegen. »Hier ist meine zweite Heimat. Ich will die deutsche Kultur, das Essen und das Weizenbier genießen«, sagt Evtushevski lachend. Anfang der Woche probierte er aber erst einmal ein anderes traditionelles Getränk: Beim Familienausflug nach Eltville am Rhein stand die Besichtigung eines Weinguts auf dem Programm.

Info

Zur Person: Greg Evtushevski

Der ehemalige rechte Flügelspieler Greg Evtushevski begann seine Laufbahn als 17-Jähriger 1982 bei den Kamloops Blazers in der kanadischen Juniorenliga. Im NHL Entry Draft 1983 wurde er von den New Jersey Devils ausgewählt. Doch der Durchbruch blieb aus. So wechselte er 1987 zum EC Bad Nauheim in die 2. Bundesliga. In zwei Spielzeiten gelangen ihm 202 Scorerpunkte, was jedoch den Abstieg der Nauheimer in der Saison 1989/90 nicht verhinderte. Er wechselte zum ECD Sauerland, kam aber 1991 für eine weitere Saison zum nun wieder zweitklassigen EC zurück, ehe er in Ratingen, Krefeld, Kassel und Frankfurt in der DEL spielte.

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