21. August 2018, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim nach den ersten Vorbereitungsspielen: Akribische Teufel

Quälen im Kraftraum, straffe Übungseinheiten auf dem Eis. Das Trainingslager des EC Bad Nauheim bringt die Spieler an ihre Grenzen. Für Co-Trainer Harry Lange war es derweil eine Rückkehr.
21. August 2018, 07:00 Uhr
Eine Szene aus dem Trainingslager des EC Bad Nauheim: Coach Christof Kreutzer (unten rechts) erklärt die Taktik für den nächsten Spielzug. Die Mannschaft versucht, die Ausführungen ihres Trainers zu verinnerlichen. (Foto: Hess)

EC Bad Nauheim


Immer noch 26 Grad am Freitagabend kurz nach 22 Uhr. Vor der Villacher Stadthalle fachsimpelte Bad Nauheims Co-Trainer Harry Lange kurz mit dem früheren Profikollegen Roland Kaspitz, einem langjährigen VSV- und Ex-Austria-Nationalspieler, um dann schnell zur gemeinsamen Videoanalyse mit Headcoach Christof Kreutzer zu enteilen. Drinnen übte sich Michael Raffl von den Philadelphia Flyers, der in der 62 000 Einwohner zählenden Stadt an der Drau aufgewachsen ist, in zahllosen Small-Talks. Villach sei für ihn »das Paradies, eine Art Oase« hatte die »Kleine Zeitung« den NHL-Star zitiert. »Es ist einfach fantastisch, wenn ich nach meinen Sommertrainingseinheiten in den Faaker See springen kann.«

Einmal durften auch die Cracks des EC Bad Nauheim im Urlaubs-Eldorado Kärnten die Frische des Ossiacher Sees genießen; nämlich beim Teambuilding-Event mit Tischtennis, internem Beachvolleyball-Turnier und Bananenbootfahren. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Das Hauptprogramm fand für 24 EC-Spieler im Kraftraum des Villacher Vier-Sterne-Hotels »Holiday Inn« und zweimal täglich auf der stark frequentierten Eisfläche in der nahe gelegenen Stadthalle statt.

 

EC Bad Nauheim: Extra-Schichten von Coach Christof Kreutzer

Sieben intensive Tage in der idyllischen Bergregion im Süden Österreichs – unweit der Grenzen zu Slowenien und Italien – hat Christof Kreutzer genutzt, »um Abläufe und Systeme einzustudieren und zweimal im Wettkampf umzusetzen. Jetzt werten wir aus: Wie weit sind wir schon? Wo müssen wir noch mehr arbeiten?« Am Samstagabend, unmittelbar nach dem 4:0-Sieg bei den Zeller Eisbären, sprach der 51-Jährige schon über die Planung der neuen Trainingswoche: »Natürlich will ich jedes Spiel gewinnen, aber die Vorbereitungsergebnisse sind zweitrangig. Jetzt wird sich wahrscheinlich erstmal eine gewisse Müdigkeit nach den harten Einheiten einstellen.«

Es ist wichtig, dass alle gut mitarbeiten und sich verbessern wollen

Christof Kreutzer

Immer wieder hatte Kreutzer bei den Übungsformen unterbrochen, korrigiert und individuell mit den Akteuren analysiert – beispielsweise mit Mike Dalhuisen, der mit Radek Krestan, James Livingston und den Sylvester-Brüdern die erste Überzahlformation bildete, über Powerplay-Details oder zum Ende der Eiszeit gestikulierend mit Dennis Reimer. »Es ist wichtig, dass alle gut mitarbeiten und sich verbessern wollen«, fordert der akribische Trainer, der noch mit Torwart Jonathan Boutin auf dem Eis stand, als der letzte Puck längst eingesammelt war und die Eismaschine bereits die erste Runde drehte.

 

EC Bad Nauheim: Rückkehr in die Heimat für Co-Trainer Harry Lange

Zwei Testerfolge, vielversprechende Ansätze, der Auftakt macht Lust auf mehr. Dem 4:3 nach Penaltyschießen am Freitag beim EBEL-Klub EC Villacher SV folgte ein ungefährdetes 4:0 beim Zweitligisten Zeller Eisbären. Mit fünf Toren – darunter ein Hattrick im Pinzgau – stach Cody Sylvester aufseiten der Roten Teufel heraus, viermal lieferte Bruder Dustin den Assist. Insbesondere im ersten Duell mit den Villacher Adlern zeigte das deutsche DEL 2-Team vor 2202 Zuschauern bemerkenswerte Frühform gegen den Favoriten aus der multinationalen Erste Bank Eishockey Liga. Ein Klassenunterschied zu den im schottischen Trachten-Outfit eines Sponsors angetretenen Gastgebern war nicht erkennbar. Nach dem 3:3 nach 60 Minuten trafen im Penaltyschießen Dustin Sylvester und James Livingston, auf VSV-Seite überwand nur Christof Kromp Torwart-Neuzugang Jonathan Boutin.

Für Co-Trainer Harry Lange war die Stippvisite in Österreich eine Rückkehr in die Heimat. Über den gebürtigen Klagenfurter und langjährigen Profi der Graz 99ers titelte die »Kleine Zeitung«: »Bad Nauheim lässt ihn nicht mehr gehen« und würdigte die Verdienste des leidenschaftlichen Kämpfers vom Wörthersee als »Leithammel« in sechs Spielzeiten im EC-Trikot. »Die Jungs haben hier brutal hart gearbeitet und in beiden Vorbereitungspartien Top-Einsatz gezeigt«, resümierte Lange selbst.

EC Bad Nauheim: Wöllstädter Filmteam begleitet die Mannschaft

Begleitet wurden die EC-Cracks von einem dreiköpfigen Team um die Kameraleute Markus Riemer und Joachim Reuschling sowie Redakteurin Verena Anthes, die als Teil des Projekts »EC-TV« an der sechsteiligen Serie »Wir sind die Legende« arbeiten. Die Wöllstädter EMU PR & Events GmbH wird in der neuen Saison alle Heim- und ausgewählte Auswärtsspiele der Roten Teufel begleiten.

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