28. August 2018, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Rote Teufel mit zwei Gesichtern in den Testspielen

Ein 7:2 am Sonntag gegen Herne als Wiedergutmachung für das 0:10 am Freitag in Olten: Der EC Bad Nauheim hat eine gute Saisoneröffnung gehabt, der erste Gradmesser kommt aber noch.
28. August 2018, 07:00 Uhr
Jannik Woidtke und der EC Bad Nauheim holen mit dem 7:2 gegen Herne am Sonntag im vierten Testspiel den dritten Sieg unter ihrem neuen Trainer Christof Kreutzer. (Foto: nic)

EC Bad Nauheim


Am Ende war es der erhofft hohe Sieg gegen den Kooperationspartner aus Herne. Der EC Bad Nauheim hat mit dem 7:2 gegen den Oberligisten den dritten Erfolg im vierten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison in der Eishockey-DEL 2 eingefahren und sich gleichzeitig beim ersten Auftritt vor rund 2500 Fans im Colonel-Knight-Stadion gut präsentiert. Die schienen so zufrieden zu sein, dass sie nach dem langen Tag samt Stadionfest gar nicht mehr mit einer Ehrenrunde der Spieler rechneten, während diese noch einmal aus der Kabine gestapft kamen, dann aber mangels Masse auf den Rängen unverrichteter Dinge von dannen zogen. Einzig der neue Abwehrchef Mike Dalhuisen ließ es sich nicht nehmen, mit seiner Tochter auf dem Arm noch eine Runde zu drehen.

 
Fotostrecke: EC Bad Nauheim - Herner EV

»Ich denke, es war ein gelungener Tag für den EC Bad Nauheim«, sagte der neue Trainer Christof Kreutzer nach seinem ersten Spiel im »Wohnzimmer« der Roten Teufel. »Es waren wieder ein paar aufschlussreiche Dinge für mich dabei.« Offensichtlichstes Manko: Nach dem frühen 3:0 nach fünf Minuten schlichen sich Unkonzentriertheiten in der Defensivarbeit ein, die der Oberligist prompt mit dem 2:3-Anschluss bestrafte. Erst ein Distanztreffer von Dalhuisen zum Ende des Drittels und Kreutzers Ansprache mit Blick auf mehr Kompaktheit in der Abwehr brachten Ruhe in die Partie. Aber er konnte dem Herne-Spiel auch positive Seiten abgewinnen. »Ich denke, im Powerplay sind wir nicht schlecht in der Aufstellung. Da fehlt mir jetzt nur noch etwas der Abschluss. Daran müssen wir noch arbeiten.« Dort lief Radek Krestan zusammen mit den Sylvester-Brüdern Dustin und Cody sowie James Livingston und Dalhuisen auf. In der zweiten Formation kamen die Neuzugänge Andrej Bires und Max Hadraschek an der Seite von Janik Woidkte, Maximilian Brandl und Dennis Reimer zum Einsatz.

EC Bad Nauheim: Torquote der Deutschen erst am Sonntag aufgebessert

Nicht wegdiskutieren wollte Kreutzer den Auftritt in der Schweiz. Er habe selten so viele Video-Clips nach einem Spiel schneiden müssen, sagte der Coach. Deshalb sei er bereits auf der Heimfahrt im Bus in die Analyse gegangen. Aber: »Ich bin auch auf eine Art froh über diese Niederlage zu der Zeit, denn es hätte mich gewundert, wenn die Jungs nach den zwei Wochen Training und den beiden Spielen am Wochenende zuvor gegen einen so starken Gegner immer noch frisch sind.« 0:10 sei aber natürlich eine Klatsche, die er so auch nicht haben wollte. Zumal ein paar Dinge dabei gewesen seien, die er so als Trainer auch noch nicht gesehen hätte. Deshalb habe er in der Ansprache vor Ort auch nicht draufgehauen, in der Videoanalyse aber energisch auf die Fehler hingewiesen.

Mit Erfolg: Im zweiten und dritten Drittel gegen Herne ließen die Bad Nauheimer nur noch wenig zu, den Rest entschärfte Jonathan Boutin im Bad Nauheimer Tor, der in der Schweiz mit neun Gegentreffern einen harten Tag erlebt hatte. In der Offensive sorgten derweil Marcel Kahle, Nico Kolb und Radek Krestan dafür, dass die Torquote der deutschen Spieler in den Reihen des EC etwas aufgebessert wurde: Immerhin vier von 15 Toren gingen in der Vorbereitung nicht auf das Konto der Kontingentspieler. »Die Jungs brauchen solche Erfolgserlebnisse, denn sie hadern schnell mit sich und wollen dann etwas zu viel«, sagt Kreutzer über seine zumeist jungen deutschen Akteure.

EC Bad Nauheim: Nicolas Strodel und Jan Wächtershäuser hinterlassen guten Eindruck

Unterdessen scheint sich Tryout-Spieler Nicolas Strodel das Vertrauen von Kreutzer erkämpft zu haben. Der 19-Jährige, den Kreutzer aus dessen DNL-Jahren in Düsseldorf kennt, machte am Sonntag in der ersten Reihe neben Dalhuisen, Garret Pruden und den beiden Sylvester-Brüdern ein gutes Spiel. »Er ist einfach ein Spieler, der schlau spielen kann. Er weiß, was passiert. Das gefällt mir bis jetzt sehr gut«, sagt Kreutzer.

Ebenfalls positiv aufgefallen ist Juniorenspieler Jan Wächtershäuser, der sein erstes Heimspiel bei den Profis aus der Kurstadt machte. »Er kommt mit Mike Dalhuisen gut zurecht, denn der gibt ihm Sicherheit. Das ist gut für ihn«, sagte Kreutzer. »Er ist läuferisch gut und kann sich gut bewegen.« Unter der Woche wird er in Herne trainieren – und wohl auch spielen. Bereits am Sonntag (16.30 Uhr) gibt es die Revanche in der Hannibal-Arena. Doch zuvor müssen die EC-Profis die dritte Trainingswoche und das richtungsweisende Testspiel gegen Heilbronn am Freitag (19.30 Uhr) hinter sich bringen.

Info

Christof Kreutzers Videostudium

Christof Kreutzer steht als gestandener Coach, der auch schon in der DEL tätig war, für eine Professionalisierung rund um die Mannschaft des EC Bad Nauheim. Das wurde auch am Sonntag beim Testspiel gegen Herne deutlich, denn Kreutzer hat etabliert, dass während der Heimspiele Videos gedreht werden, die ihm vorgeschnitten in kleinen Schnipseln in den Drittelpausen und nach der Partie zur Verfügung stehen. »Das ist sehr aufschlussreich, denn man kann sich sofort an sich selbst und am Gegner abarbeiten«, sagt Kreutzer. »Wir können so einen Schritt nach vorn machen.«

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