25. Juli 2018, 12:00 Uhr

Hessenliga

Die neue Fußball-Hessenliga: Spannend wie selten zuvor

Die Fußball-Hessenliga ist vor dem Auftakt am Samstag erneut attraktiver geworden: Mit Gießen, Kassel und Fulda ragt ein Trio heraus. Mittendrin sind die Aufsteiger aus Friedberg und Bad Vilbel.
25. Juli 2018, 12:00 Uhr
Seitenwechsel: Filip Osman hat den FV Bad Vilbel verlassen und spielt künftig für den Hessenliga-Mitaufsteiger Türk Gücü Friedberg. (Foto: Chuc)

Die Hessenligasaison 2018/19 verspricht für die heimische Region eine besonders interessante zu werden. Mit dem FC Gießen und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gibt es zwei neue Konstrukte, die gleich in ihrem ersten Vereinsjahr in die Regionalliga Südwest aufsteigen wollen. Traditionsverein KSV Hessen Kassel wird viele Zuschauer anziehen, weist die Favoritenrolle allerdings von sich.

Mit dem FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg tauchen zwei neue Vereine aus der Wetterau auf der Landkarte der Hessenliga auf. Überraschungen sind in dieser Liga angesichts der starken Neulinge zu erwarten. Im Vorjahr gelang das dem SC Waldgirmes, der als Aufsteiger zur Winterpause auf Platz zwei stand und letztlich Fünfter wurde. Trainer Daniyel Bulut ist sich vor dem Start am Samstag (18 Uhr) sicher: »Die Masse der Spiele werden mit 50:50 auf der Kippe stehen.«

Die neue Hessenliga: Zwischen Favoriten und Abstiegskandidaten

Die Favoriten: Das Trio aus Gießen, Kassel und Fulda thront zumindest vor der Saison über allen anderen Hessenligisten. Vor allem Gießen und Fulda hängen den Rest vom Etat her locker ab. Jörg Fischer, Geschäftsführer des neuen Fußballclubs an der Lahn, sagt: »Wir wollen versuchen, das Ziel Regionalliga zu erreichen.«

In Fulda sollen die Vorteile des Zusammenschlusses ebenfalls gewinnbringend genutzt werden. »Die sportliche Zukunft war ausschlaggebend. Wir haben einen anderen Etat zur Verfügung, um unsere Ziele zu erreichen«, sagt Peter Enders vom Vorstand der SG Barockstadt.

Zu den beiden neu gegründten Vereinen gesellt sich der frühere Zweitligist KSV Hessen Kassel. Der Traditionsverein verfügt über weniger finanzielle Mittel, verlor nach dem Abstieg unter anderem die komplette Viererkette. Trotzdem ist ordentlich Qualität vorhanden, zuletzt wurde im Test Regionalligist Lippstadt geschlagen. Angelo Barletta, der die Hessenliga als Coach des FC Bayern Alzenau kennt, meint: »Wenn es einer schafft, vor diesen drei Mannschaften zu landen, dann ist das schon eine der Überraschungen.«

Die neue Hessenliga: Zwischen Favoriten und Abstiegskandidaten

Das Mittelfeld: Interessant wird die neue Spielzeit nicht nur durch drei Größen an der Spitze, sondern vor allem auch durch die Leistungsdichte dahinter. Als »Geheimtipp« gilt geheimhin der FC Eddersheim. Gießens Trainer Daniyel Cimen sagt etwa: »Sie sind schon mit einer Oberliga-Mannschaft aufgestiegen und haben sich jetzt noch mal kräftig verstärkt.« Auch Türk Gücü Friedberg ließ mit prominenten Neuverpflichtungen aufhorchen. Dazu gesellen sich Mannschaften wie Alzenau, Vorjahreszweiter, der SC Waldgirmes oder die traditionell ambitionierten Rot-Weißen aus Hadamar. Baunatal, das in der letzten Saison nach fünf Spielen mit 15 Punkten an der Spitze stand, und Lohfelden, zählen ebenfalls dazu. Cimen sagt sogar: »In Alzenau und Baunatal liebäugelt man intern auch mit dem Aufstieg. Das wird bloß nicht nach außen getragen.«

So schlussfolgert Daniyel Bulut vom SC Waldgirmes: »Ich bin überzeugt davon, dass ab Platz vier jeder jeden schlagen kann. In diesen Spielen wird es darauf ankommen, dass du bereit bist, die fünf Prozent mehr aus dir herauszuholen.«

Die neue Hessenliga: Zwischen Favoriten und Abstiegskandidaten

Die Abstiegskandidaten: Da die Qualität zugenommen hat, fällt es zunächst leicht, bescheidene Vereine wie Buchonia Flieden, VfB Ginsheim oder FC Ederbergland zu den potenziellen Absteigern zu zählen. Dass diese sich wehren können, bekamen in der Vorsaison aber auch viele Favoriten zu spüren. So schlug Viktoria Griesheim beispielsweise Alzenau mit 5:2, die Svpgg. Neu-Isenburg trotzte Fulda zweimal ein Remis ab. Zu den Teams, die sich noch beweisen müssen, gehören der Hünfelder SV und FV Bad Vilbel.

Info

Drei Auffälligkeiten des Transfer-Sommers

1. Die Aufsteiger schlagen zu:

Gerade in dieser Saison stoßen ambitionierte Aufsteiger zur Hessenliga hinzu. Das lässt sich vor allem an der Transferpolitik ablesen: Der FC Eddersheim lotste unter anderem das Offensivduo Anthony Wade (32) und Christopher Krause (26) an den Main. 21 Tore erzielten die beiden in der Vorsaison zusammen.

Dass auch Türk Gücü Friedberg kein gewöhnlicher Neuling ist, bewiesen Verpflichtungen wie die von Younes Bahssou (28) und Sebastian Bartel (25). Stürmer Bahssou kam zuletzt auf 19 Saisontreffer, Verteidiger Bartel ist aus Pohlheimer Zeiten beim SC Teutonia bekannt und spielte zuletzt in Lehnerz. Mit weiteren Verstärkungen aus der Offenbacher U19 oder vom Verbandsliga-Topteam SV Zeilsheim sorgt Friedberg dafür, dass man sie nicht zu den Abstiegskandidaten zählt.

2. FC Gießen verstärkt sich gezielt:

Erstmals konnte Trainer Daniyel Cimen mit der Hilfe seines Freundes Michael Fink als Scout den Kader des FC Gießen eigenständig gestalten. Die beiden Ex-Profis erkannten, was dem Vorjahresvierten fehlte und ergänzten den Kader dank der finanziellen Möglichkeiten sinnvoll. Die Defensive wird mit den erfahrenen Ex-Mannheimern Kevin Nennhuber (30 IV) und Michael Fink (36, DM) verstärkt. Auf der Außenverteidigerposition soll Ricardo Antonaci (23, von TuS Koblenz) künftig für mehr Zug nach vorne sorgen. In der Offensive habe man auf »Schnelligkeit und Flexilibität« geachtet, sagt Cimen.

Dafür kam unter anderem Flügelspieler Cem Kara. Der 24-Jährige konnte sich zuletzt bei Regionalligist FSV Frankfurt nicht durchsetzen und kehrt nun zu seinem früheren Trainer Cimen zurück. Unter diesem kam Kara in zwei Hessenligajahren bei RW Frankfurt auf 58 Torbeteiligungen. Von RW Frankfurt kam auch Mirkan Kara (24), der in der letzten Saison ebenfalls an zwölf Treffern direkt beteiligt war. Zuletzt sollen die heimischen Noah Michel und Brian Mukasa (beide 23) für Wirbel sorgen.

3. Kassel und Fulda zurückhaltend:

Zwei 19-jährige Verteidiger aus der A-Junioren-Bundesliga (Janik Ziegler, Luis Allmeroth) und Stürmer Jon Mogge (21) vom Nordost-Regionalligisten ZFC Meuselwitz verpflichtete der KSV Hessen Kassel. Ob diese drei jungen Spieler gleich konstante Verstärkungen sind, ist ungewiss. Auch der zweite Hauptkonkurrent des FC Gießen, die neu gegründete SG Barockstadt Fulda-Lehnerz hielt sich zurück, legte den Fokus auf das Zusammenführen der Teams aus Fulda und Lehnerz. Heraussticht der erfahrene Stürmer Christoph Bieber (29), der von RW Erfurt kommt. Er weist über 160 Regionalliga- und 70 Drittligaeinsätze auf. Zudem kam der U19-Europameister Benjamin Trümner (23) vom FSV Mainz 05 II.

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