28. März 2018, 11:49 Uhr

EC Bad Nauheim

Das ist die neue Nummer 1 des EC Bad Nauheim

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat einen Nachfolger für Torwart Felix Bick gefunden. Die neue Nummer 1 kommt aus der DEL; mit deutschem Pass.
28. März 2018, 11:49 Uhr
Jonathan Boutin, hier im Trikot des DEL-Klubs Augsburger Panther, wurde dreimal zum DEL2-Torwart des Jahres gewählt. In der kommenden Saison steht er beim EC Bad Nauheim zwischen den Pfosten. (Foto: Imago)

EC Bad Nauheim


Jonathan Boutin ist die neue Nummer eins beim EC Bad Nauheim. Der Deutsch-Kanadier kommt von den Augsburger Panther aus der Deutschen Eishockey-Liga zum Zweitligisten in die Wetterau, wo er in die Fußstapfen von Felix Bick treten wird. »Ich weiß, dass die Erwartungen und der Druck groß sein werden, nachdem Felix eine starke Saison gespielt hatte. Ich freue mich auf diese Aufgabe«, sagt der 32-Jährige, den die WZ-Redaktion telefonisch in Augsburg erreicht. Schon zum 1. Mai ist der Umzug in die Kurstadt geplant. »Wir wollten eine deutsche Nummer eins auf Bick-Niveau. Und diesen Spieler haben wir gefunden. Boutin ist die Toplösung«, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, zur Besetzung der Torwart-Position, der vielleicht wichtigsten Personalie.

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Den ersten Neuzugang für die Saison 18/19 kennt man in Bad Nauheim bislang aus Gastspielen mit anderen Mannschaften. Viereinhalb Jahre lang stand der 1,88 Meter und 87 Kilogramm schwere Linksfänger bei den Lausitzer Füchsen unter Vertrag, anschließend eine Saison in Freiburg. 2016 erhielt Boutin den deutschen Pass, der ihm den Weg in die DEL öffnete. Augsburg führte er in seiner ersten Panther-Saison (37 Einsätze) auf einen Pre-Playoff-Rang. Im Vorjahr kam der zweifache Familienvater (Emily ist drei Jahre alt/Fredrik wurde erst im Dezember geboren) im Dreikampf mit Oliver Roy und Ben Meissner auf 20 Einsätze. Augsburg verpasste Rang zehn.

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Das Angebot, in der Fuggerstadt zu blieben, schlug Boutin aus. Er habe lange überlegt. Letztlich sei die Entscheidung »für die Familie und gegen das Geld« gewesen. Großstädte seien nicht sein Ding, zudem sei die vergangene Saison eine »zum Vergessen« gewesen. »Es ist einfach der richtige Zeitpunkt, um ein neues Kapitel aufzuschlagen.« Und gerade der in Rödgen beheimatete Ex-Teufel Kevin Lavallee, mit dem er gemeinsam in Weißwasser gespielt hatte, habe ihm sehr viel Positives über die Roten Teufel erzählt.

 

Zweimal auf der NHL-Bank

Von Bad Nauheim kennt Boutin bislang nur das Stadion. »Oh ja. Sehr kalt ist und sehr laut. Die Fans sind eishockey-verrückt. Da macht sicher Spaß, mit ihnen im Rücken zu spielen.« Via Internet hat sich Boutin, der in der kanadischen Provinz Quebec geboren wurde, aber schon ein bisschen schlau gemacht. Boutins sind Pferdefreunde, Jonathan selbst, der aufgrund seiner Schuhgröße 49 von allen nur »Boots« (übersetzt: Stiefel) gerufen wird, steht gern auf dem Wakeboard. »Und nach Heuchelheim zu den Seen scheint’s ja nicht weit zu sein.«

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Im Herbst 2007 wurde Boutin in Vorbereitungsspielen der Tampa Bay Lightning einsetzt. In der anschließenden NHL-Saison saß er zweimal auf der Bank. Mit South Carolina gewann er im folgenden Jahr den Titel in der East Coast Hockey League (drittklassig) und wolle »mal was Neues«. Der geplante Wechsel nach Russland zerschlug sich, und Boutin landete in Weißwasser an der deutsch-polnischen Grenze und 2010 im norwegischen Lillehammar, ehe er in die Lausitz zurückkehrte und dort Kult-Status genießt. Dreimal wurde Boutin von den Fachzeitung Eishockey News zum DEL2-Torwart des Jahres gewählt; zuletzt 2013. »Das ist lange her. Zeit für einen weiteren Versuch«, sagt der Keeper augenzwinkernd. Das Lillehammar-Saison (10/11) und das erste DEL-Jahr (16/17) bezeichnet er rückblickend als seine besten Jahre. Bei den Panthern hatte er - aus der zweiten Liga kommend - mit Vorurteilen zu kämpfen, galt als Risiko-Verpflichtung. Wegen Hasskommentaren - so schrieb die Augsburger Allgemeine im Februar 2017 - habe er sogar seine Facebook-Seite deaktiviert. Wochen später war gerade er der von den Fans gefeierte Spieler. Jetzt, mit 32 Jahren, sei die Karriere noch nicht vorbei. »Das eine oder andere gute Jahr soll noch folgen«, sagt er. Und das klingt fast wie ein Versprechen.

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