14. Juni 2018, 18:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Das ist der neue Abwehr-Chef des EC Bad Nauheim

Er wurde in den Niederlanden geboren, in Nordamerika ausgebildet und kommt nun aus der zweiten russischen Liga nach Bad Nauheim! Mike Dalhuisen ist der neue Abwehr-Chef der Roten Teufel.
14. Juni 2018, 18:00 Uhr
Mike Dalhuisen besetzt die vierte Kontingentstelle beim EC Bad Nauheim. Das Archiv-Foto zeigt den 29-Jährigen im Trikot der Nationalmannschaft der Niederlande. (Foto: Imago)

EC Bad Nauheim


Der 29-Jährige wird die Abwehr der Roten Teufel prägen; alleine schon durch seine 98 Kilogramm, verteilt auf 1,91 Meter. »Mike Dalhuisen gibt unserer Defensive einerseits den nötigen Respekt. Er hebt die Qualität und kann hart verteidigen. Andererseits bringt er Offensiv-Skills mit«, sagt Christof Kreutzer, der neue Coach der Hessen, über den Linksschützen, dessen Schlagschuss einst mit beachtlichen 155 Stundenkilometern gemessen worden war.

 

EC Bad Nauheim: Erfahrungen aus AHL und ECHL

Dalhuisen bringt Erfahrungen aus der American Hockey League (AHL), der East Coast Hockey League (ECHL), aus Dänemark und nun auch aus Russland mit. Als 17-Jähriger spielte er als jüngster Spieler der Niederlande überhaupt in der U18, der U20 und auch schon der A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes. 2016 bestritt er die Olympia-Qualifikation. »Eishockey gibt mir die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen. Ich werde dafür bezahlt, meiner Leidenschaft nachzugehen. Eine Win-Win-Situation«, sagt Dalhuisen, den die WZ in Alicante erreicht. In der spanischen Hafenstadt verbringt der in Nijmegen geborene Modellathlet seit vier Jahren den Sommer.

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Sein Herz gehöre den Niederlanden, sagt er. Dort lebt die Familie. Als Eishockey-Spieler fühle er hingegen nordamerikanisch. Früh, schon mit drei Jahren, stand Dalhuisen auf dem Eis; entgegen den niederländischen Traditionen in Eishockey- und nicht in Eisschnelllauf-Schlittschuhen. Schnell war er besser als seine Alterskameraden, mit elf Jahren zog die Eltern mit ihm nach Nordamerika, um ihn zu fördern.

Nachgefragt

"In Nordamerika war ich ein Fighter"

Mike Dalhuisen, Sie haben in Dänemark den Meistertitel gewonnen? Was hat Sie daraufhin nach Russland geführt?

Mike Dalhuisen: »Das Geld. Ich hatte ein Angebot bekommen, dass ich einfach nicht ablehnen konnte. Die Zeit dort war sehr intensiv. Zwei Jahre dort und insgesamt 18 Jahre weit weg von zu Hause sind jetzt aber einfach einmal genug.«

Auf welchen Spielertypen können sich die Fans freuen?

Dalhuisen: In Nordamerika war ich mehr der Fighter. Das hat sich mit dem Wechsel nach Europa aber verändert. Ich mag es, die Verantwortung in der Defensive zu übernehmen und sehe mich als Arbeiter. Ob wir gewinnen oder verlieren: Ich muss am nächsten Morgen in den Spiegel schauen können. .

Sie sind in den Niederlanden geborenWie steht’s da um Ihr Interesse am Fußball?

Dalhuisen: Natürlich, als kleiner Junge kommt man da mit dem Fußball in Berührung und verfolgt die Entwicklung der Mannschaft. Aber ich muss ehrlich sagen, dass mein Interesse nach den Misserfolgen der letzten Jahre steil abgefallen ist.

 

EC Bad Nauheim: Dänischer Meister mit Esbjerg

Dalhuisen absolvierte zwölf Spiele in der AHL und kommt auf 104 Einsätze in der ECHL (unter anderem als Teamkollege von seinem künftigen Mitspieler James Livingston). Anschließend führte sein Weg nach Europa. Mit Esbjerg gewann Dalhuisen die Meisterschaft in Dänemark und wechselte anschließend für zwei Jahre zu Torpedo Ust-Kamengogorsk. Für die Mannschaft aus Kasachstan punktete Dalhuisen in einer von Defensive geprägten Liga in jedem zweiten Spiel.

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Es werde nun aber auch Zeit, der Heimat wieder näher zu kommen und den Wohlfühl-Faktor zu verbessern. »Ich war 18 Jahre von zuhause weg; weit weg von der Familie und den Freunden, die mich nicht einfach mal so besuchen konnten.« Mit nur zwei Teamkollegen habe er sich während der vergangenen beiden Spielzeiten in englischer Sprache unterhalten können. Der Trainer sprach ebenso wie der überwiegende Teil der Vereinsfunktionäre ausschließlich russisch. »Das war nicht einfach. Ich wollte deshalb nach West-Europa wechseln, und die DEL2 kann für mich ein Sprungbrett sein«, sagt der Niederländer, der von sich selbst sagt, inzwischen besser russisch als deutsch zu sprechen. »Ich war ja quasi gezwungen, die Sprache zu lernen.«

 

EC Bad Nauheim: Eine Position noch offen

Die niederländischen Wurzeln haben ihn möglicherweise bei anderen Klubs leichter mal aus dem Fokus rücken lassen, mutmaßt man in Bad Nauheim. »Zunächst stutzt man auf dem europäischen Markt aufgrund seiner Herkunft. Aber er wurde in Nordamerika ausgebildet und dort auch ist seinen Weg gegangen. Und zwei Jahre in Russland muss man sich erstmal durchbeißen«, sagt Kreutzer, der sich nach Saisonende mit Dalhuisen getroffen hatte, um einen persönlichen Eindruck von seinem neuen Nummer-eins-Verteidiger zu gewinnen.

Die Roten Teufel haben nunmehr fünf Verteidiger unter Vertrag. Die sechste Position in der Abwehr dürfte voraussichtlich Daniel Ketter besetzen; der dann letzte Spieler aus dem Meisterkader von 2013. Im Angriff ist zum einen die Personalie Dennis Reimer noch offen. Zudem kalkulieren die Hessen mit Ergänzungen aus einem Pool an Förderlizenzspielern aus Düsseldorf.

 

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