07. Februar 2018, 12:00 Uhr

Eintracht-Talk

»Brauchen Rückhalt der Region«

Eintracht Frankfurt betont beim »Business-Talk« im Forum der Volksbank Mittelhessen die Verbundenheit zur Region. Für die Eintracht vor Ort ist u.a. Markenbotschafter Charly Körbel.
07. Februar 2018, 12:00 Uhr
Rekord-Bundesligaspieler Charly Körbel (2. v. l.), Ferdinand Huhle (3. v. l., Leiter Unternehmenskommunikation mainova) und Axel Hellmann (r., SGE-Vorstandsmitglied) diskutieren mit Moderator Volker Maier über die Herausforderungen für den hessischen Klub. (sno)

Eintracht Frankfurt


Eigentlich hätte der Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, Dr. Peter Hanker, auch als Eintracht-Botschafter durchgehen können. »Mittelhessen ist Eintracht-Land. Das ist eine Marke für die Region und muss es auch bleiben – wir alle wünschen uns, dass das sportliche Flaggschiff Hessens erfolgreich ist«, sagte Hanker beim »Business Talk« Montagabend im Forum der Volksbank, deren Geschäftsgebiet sich von der Wetterau über Gießen und den Raum Wetzlar/Weilburg bis nach Marburg erstreckt.

Er traf damit den Sinn der Veranstaltung ziemlich gut: Der aktuelle Tabellensechste der Fußball-Bundesliga, der heute Abend ins Pokal-Halbfinale einziehen möchte, verkaufte sich vor (potenziellen) Geschäftspartnern gut, weckte Emotionen und betonte die Verbundenheit zur Region.

Das ist Teil der ständigen Weiterentwicklung, die abseits des Sportlichen vor allem von Vorstandsmitglied Axel Hellmann vorangetrieben wird. »Ihn musst du eher bremsen«, sagte der anwesende Markenbotschafter Charly Körbel nach der offiziellen Podiumsdiskussion. »Er hat unglaublich viele Ideen und will viel schnell verbessern.« Hellmann selbst betonte: »Wir müssen heutzutage international denken und aktiv sein – das Herz von Eintracht Frankfurt aber schlägt in der Region. 90 Prozent unserer Stadionbesucher kommen von außerhalb des Frankfurter Stadtkerns.« Sich zu präsentieren und neue Partner zu gewinnen, war Hintergrund des »Business Talks« in Gießen.

Bei der Podiumsdiskussion wurden zig Aspekte rund um die Zukunft der Eintracht, Niko Kovac, Tradition, das erste Montagsspiel und das Sponsoring thematisiert. Folgende Punkte spielten eine zentrale Rolle:

Die aktuelle sportliche Situation: Eintrachts Rekordspieler Körbel und Hellmann waren sich einig, dass die vorgelebte harte Arbeit von Cheftrainer Kovac entscheidend für den nun seit eineinhalb Jahren andauernden sportlichen Höhenflug sei. »Probleme bekommen wir erst, wenn er weg ist«, meinte Körbel. »Ich sehe die Kovac-Brüder morgens um acht Uhr auf der Anlage, abends um 22 Uhr sind sie auch da. Da rate ich ihnen: Nehmt mal den Fuß vom Gas, sonst hältst du das nicht lange durch. Aber man muss sagen, dass die Mannschaft insgesamt überragend auftritt.«

Die Unterstützung von lokalen Sponsoren: Hellmann erklärte anschaulich: »Von den Top 10 in der Bundesliga haben alle anderen einen viel höheren Etat als wir – nur mit dem FC Augsburg sind wir ungefähr auf Augenhöhe. Wenn wir mithalten wollen, dann geht das nur durch den Rückhalt der Region. Wir haben keinen Scheich. Uns ist klar, dass ein mittelständisches Unternehmen nicht mal eben 200 000 Euro im Jahr dazugeben kann.« Trotzdem gebe es Möglichkeiten, und die Eintracht stelle sich die Frage, wie eine Partnerschaft auch dem Sponsor nützen könne: »Es ist nicht damit getan, ein Plakat aufzuhängen.« Als Beispiel nannte Hellmann die Aschaffenburger Loge, in der sich ortsansässige Unternehmen in der Commerzbank-Arena treffen, austauschen und Karten untereinander verteilen.

Ferdinand Huhle, Leiter Unternehmenskommunikation der mainova AG, veranschaulichte die Vorteile einer Partnerschaft: »Was hat unser Mitarbeiter davon, dass wir die Eintracht unterstützen? Vergünstigte Tickets, Merchandising oder Erlebnisse. Für unsere Kunden gibt es Gewinnspiele und Stadionführungen. Wenn die Eintracht positiv in den Medien vertreten ist, werden wir als Partner mitgetragen.«

Die Tradition muss weitergelebt werden: Vor allem Markenbotschafter Körbel lag dieser Aspekt am Herzen. »Wenn ich an unsere Traditionsspiele denke, da kommen alle Generationen ehemaliger Eintrachtler aus ganz Deutschland gerne zusammen. Das ist das, was uns Bayern München vorgemacht hat – wir haben Verantwortung gegenüber den ehemaligen Spielern.« Die von ihm ins Leben gerufene Fußballschule, »eine der besten in Deutschland«, biete ebenso Potenzial, die Ideale der Eintracht zu verbreiten. Eine gewisse Nähe zu den Spielern müsse für Fans und Partner zudem erhalten bleiben.

Das erste Montagsspiel am 19. Februar: In zwölf Tagen empfängt die Eintracht bei der Premiere des Montagabendspiels RB Leipzig. Ein Thema, das viel Fan-Zündstoff mit sich bringt. »Der Druck auf die Bundesliga, sich internationalen Märkten und somit neuen Vermarktungsmöglichkeiten zu öffnen, wächst. Andererseits ist der Samstag für viele Fußballfans gelebte Freundschaft: Vormittags treffen, etwas essen und trinken, zum Spiel gehen und gemeinsam nach Hause fahren«, weiß Hellmann. »Am Montag nimmst du dir einen halben Tag Urlaub und überlegst dir dreimal, ob du mitmachst, wenn du am nächsten Tag arbeiten musst. Wir sind vom zusätzlichen Sonntagstermin ja weggegangen, um die Amateurvereine zu entlasten. Das Kartellamt spielt auch eine Rolle, in der Gemengelage gibt es nicht nur Gewinner. Dass das erste Montagsspiel bei uns stattfindet, ist fast Ironie. Ich denke, die Eintracht hat mit die diskussionsfreudigste, kritischste und emotionalste Fanszene – da kann man sich auf etwas einstellen.« (Foto: sno)

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