19. Dezember 2018, 12:00 Uhr

Torjäger

Bad Nauheimer Torjäger Salih Yasaroglu hat sein 30-Tore-Ziel fest im Blick

Der Türkische SV Bad Nauheim ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball- Gruppenliga Frankfurt-West. Ein Grund dafür sind die Tore von Salih Yasaroglu. Ein Interview.
19. Dezember 2018, 12:00 Uhr
Salih Yasaragolu hat in 16 Einsätzen bislang 22 Mal getroffen. Nur in vier Spielen ging er leer aus. (Foto: Nici Merz)

Fußballer zu benennen, die in der Gruppenliga Frankfurt-West ab Anfang August in schöner Regelmäßigkeit für Furore sorgten, ist ein schwieriges Unterfangen: Es gibt nur wenige. Salih Yasaroglu, Torjäger des Türkischen SV Bad Nauheim, dabei zu berücksichtigen, ist allerdings Pflicht und deshalb ein Gespräch mit ihm über aktuelle Themen rund ums Spielgeschehen durchaus angebracht. Denn gemeinsam mit ihm überwintert sein neuer Klub, die Mannschaft von TSV-Spielertrainer Tufan Tosunoglu, nicht zuletzt dank der Treffer des 31-jährigen Stürmers mit bereits 40 Zählern auf dem Punktekonto als Tabellenvierter knapp hinter dem Frankfurter Führungsduo Spvgg. 05 Oberrad und SV BKC Bosnien sowie dem Wetterau-Rivalen SKV Beienheim in der Gruppenliga-Spitzengruppe – und das als Aufsteiger.

Salih Yasaroglu, nach bislang 22 Treffern führen Sie zusammen mit Neu-Anspachs Christian Kaus die Gruppenliga-Torjägerliste an. Sind Sie mit dieser Ausbeute zufrieden?

Salih Yasaroglu: Natürlich, obwohl ich noch einige Chancen liegen gelassen habe. Zudem war ich in den Partien gegen Königstein, Neu-Anspach, Fechenheim und Seckbach nicht dabei. Mein persönliches Ziel sind daher 30 Saisontreffer.

Der Türkische SV Bad Nauheim rangiert als bester Aufsteiger auf Position vier im Ranking. Überrascht Sie diese Zwischenbilanz?

Yasaroglu: Es galt vor der Saison, mehrere neue Spieler zu integrieren. Das funktionierte besser, als man erwarten durfte. Dass es so gut laufen würde, hat dennoch keiner für möglich gehalten. Nimmt man es ganz genau, hätte die Bilanz noch besser sein können. Gegen Oberrad und Dortelweil reichte es nur zu Unentschieden, obwohl wir in beiden Partien Ball und Gegner beherrschten und eigentlich hätten gewinnen müssen.

Ich beabsichtige, als Fußballer noch einige Jahre Leistungssport zu betreiben

Salih Yasaroglu

Dennoch ist klubintern der Aufstieg in die Verbandsliga Süd offensichtlich kein Thema. Teilen Sie diese Meinung?

Yasaroglu: Ich denke, wir sollten den Bogen jetzt nicht überspannen. Vorn mitspielen ist eine feine Sache, aber Meisterschaften anpeilen erzeugt Druck. Wir haben uns Respekt verschafft. Das ist sowohl für den Verein als auch für die Mannschaft erst einmal das Wichtigste.

Mit 31 Jahren zählen Sie zu jenen Spielern, deren Karriereende zumindest in Reichweite liegt…

Yasaroglu (lacht): Damit habe ich mich noch gar nicht befasst, denn in Sachen körperlicher Fitness gibt es keinen Grund zur Klage. Ich beabsichtige, als Fußballer noch einige Jahre Leistungssport zu betreiben.

Stürmer werden bekanntlich an ihren Toren gemessen. In welcher Rolle fühlen Sie sich wohler: Als Solist oder mit einem Angriffspartner an Ihrer Seite?

Yasaroglu: Das kommt auf den Gegner an, ist also eine taktisch bedingte Entscheidung. Spielen wir mit nur einer Sturmspitze, habe ich mehr Freiheiten. Mit einem zweiten echten Stürmer sind für mich die Laufwege kürzer. Prinzipiell habe ich aber mit beiden Varianten kein Problem.

Welche Partien waren Ihrer Ansicht nach im bisherigen Saisonverlauf die Highlights?

Yasaroglu: Schon in den Vorbereitungsduellen gegen die Verbandsligisten SG Kinzenbach und Vatanspor Bad Homburg wurde deutlich, dass jede Menge Potenzial in der Mannschaft steckt, und der 5:1-Sieg über den FC Olympia Fauerbach war natürlich ein optimaler Saisonauftakt. Später überzeugte unser Team vor allem beim 2:1-Erfolg über den Titelkandidaten FG Seckbach, obwohl ich in dieser Partie aus beruflichen Gründen gar nicht dabei war. Gerade dieser Sieg zeigte, dass wir auch in der Breite gut aufgestellt sind.

Gab es auch Enttäuschungen?

Yasaroglu: Die 0:4-Rückrundenpleite in Fauerbach war ein echtes Fiasko für uns. Dort standen nahezu alle Spieler, mich eingeschlossen, 90 Minuten lang komplett neben sich.

Unser Spielertrainer Tufan Tosunoglu ist ein Taktikfuchs. Seine Fähigkeit, uns optimal auf den Gegner einzustellen, ist geradezu verblüffend

Salih Yasaroglu

Sehen Sie sich teamintern als Führungsspieler?

Yasaroglu: Nein, denn dafür sind Keeper Kamber Koc und Spielertrainer Tufan Tosunoglu zuständig. Ich konzentriere mich aufs Toreschießen. Das reicht mir völlig.

Tufan Tosunoglu bestimmt die sportlichen Richtlinien. Funken Sie mit ihm stets auf einer Wellenlänge?

Yasaroglu: Unser Spielertrainer ist ein Taktikfuchs. Seine Fähigkeit, uns optimal auf den Gegner einzustellen, ist geradezu verblüffend. Er fordert viel von der Mannschaft, und wir versuchen, seine Vorgaben eins-zu-eins umzusetzen – das passt. In diesem Zusammenhang ebenso wichtig: Tufan Tosunoglu verfügt über Mitstreiter, die ihr Handwerk verstehen. Co-Trainer Sinan Can sowie aus dem Spielausschuss Deniz Can und Emrah Koc sind diesbezüglich an erster Stelle zu nennen.

Apropos Trainer: Welche Übungsleiter, unter denen Sie bislang spielten, sind Ihre Favoriten?

Yasaroglu: Neben Tufan Tosunoglu waren zwei weitere Trainer für mich wichtig: Jürgen Ohl als Coach des VfB Friedberg und Amir Mustafic, unter dessen Regie ich beim ehemaligen Hessenligisten KSV Klein-Karben viel gelernt habe.

Hand aufs Herz: Welcher Tabellenplatz wird für den TSV Bad Nauheim Ende Mai herausspringen?

Yasaroglu: Wir werden versuchen, Position vier zu halten. Platz zwei, also die Vizemeisterschaft und damit verbundene Aufstiegsspiele, wären ein Traum und die Garantie dafür, endlich mal wieder vor einer imposanten Zuschauerkulisse Fußball zu spielen. Im normalen Spielbetrieb kann davon leider keine Rede sein. Das ärgert mich ungemein.

Info

Salih Yasaroglu im Portrait

Salih Yasaroglus individuelle Klasse war schon in jungen Jahren beim damaligen Hessenligisten KSV Klein-Karben klar erkennbar und führte ihn nach eher nicht erfolgreichen Stationen Rot-Weiß Frankfurt, VfB Unterliederbach, Türk Gücü Friedberg sowie Vatanspor Bad Homburg ab der Saison 2015/2016 zum VfB Friedberg, wo er mit 51 Kreisoberliga-Toren auf Anhieb Gesamtsieger beim »Wetterauer Torjäger-Cup« wurde. Obwohl der vierfache Monatssieger des Wettbewerbs der »Wetterauer Zeitung« und der Firma PTM-Consult Investment von Thomas Mayer auch in den folgenden zwei Gruppenliga-Jahren für die Burgfeldelf reichlich ins Schwarze traf (23 Tore in 2016/2017, 14 in 2017/18), folgte im Sommer der Wechsel zum Gruppenliga-Aufsteiger TSV Bad Nauheim. Seinerzeit planten die Kurstädter mit der Doppelspitze Hirst/Yasaroglu. Zwar durchkreuzte Jake Hirsts Abschied in Richtung Kickers Offenbach dieses Vorhaben, doch Yasaroglus Fähigkeiten nahmen keinen Schaden: Von 20 Pflichtspielen bislang absolvierte er 16 und war in 12 Begegnungen unter den Torschützen zu finden. In fünf Partien traf er doppelt in die Vollen, erzielte gegen Nieder-Erlenbachs drei Goals und netzte gegen den FV Hausen sogar viermal ein.

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