16. August 2013, 17:18 Uhr

»Stefan-Bellof-S« auf Nürburgring

(awp) Die Erinnerung lebt fort. Mit der offiziellen Einweihung eines Streckenabschnitts auf der altehrwürdigen Nordschleife wurde ein dauerhaftes Zeichen zur Erinnerung an Stefan Bellof aus Gießen gesetzt. Bei einer feierlichen Veranstaltung im Rahmen des AVD-Oldtimer-Grand-Prix erfolgte an denkwürdiger Stelle die Streckenabschnittsbenennung.
16. August 2013, 17:18 Uhr
ERINNERUNG AN STEFAN BELLOF: Bei der Streckenabschnittsbenennung mit dabei waren (v. l.): Elisabeth Meier (Mutter von Stefan Bellof), Georg (Goa) Bellof (Bruder von Stefan Bellof), Stefan Langner (Neffe von Angelika Langner), Laura Langner (Nichte), Horst Langner (Bruder), Chris Crawford (Besitzer des Porsche 956), Derek Bell (Teamkollege von Stefan Bellof), Angelika Groß, ehem. Langner (damalige Verlobte von Stefan Bellof), Klaus Bischof (Renningeneur von Stefan Bellof), Georg Bellof (Vater von Stefan Bellof). (Foto: Wissgott)

Stefan Bellof war von Kindesbeinen an fasziniert von allem, was vier Räder hatte und schnell war. So begann er 1973 zusammen mit seinem Bruder Georg mit dem Kartsport und wurde 1980 Deutscher Meister. Der Weg führte den talentierten Piloten über die Formel Ford, die Formel 3 und später in die Formel 2. 1983 verpflichtete Porsche den Gießener, der sich immer auch seiner Heimat verpflichtet fühlte. Gleich bei seinem ersten Rennen im Porsche 956 gewann er gegen die etablierte Konkurrenz. Ein Jahr später wurde er Langstrecken-Weltmeister, Deutscher Rennsportmeister und Fahrer-Europameister.

Dann kam der Einstieg in die Königsklasse. Für Tyrell absolvierte er insgesamt 24 Läufe zur Formel-1-Weltmeisterschaft. Weiterhin folgten auch Einsätze in der Langstrecken-Meisterschaft.

Am 1. September 1985, beim 1000-km-Rennen in Spa (Belgien), kam es zum verhängnisvollen Unfall. Bei einem Überholmanöver in der berühmten Eau-Rouge-Kurve berührten sich die Fahrzeuge von Bellof und Jacky Ickx. Bellof krachte in die Leitplanke und verstarb vermutlich schon an der Unfallstelle.

Legendär ist und bleibt die Rekordrunde, die »Stibbich« (so Bellofs Spitzname) vor 30 Jahren auf der 20,8 km langen Nordschleife mit seinem Porsche 956 fuhr. Im Training zum 1000-km-Rennen absolvierte er in 6:11,3 Minuten eine Runde für die Ewigkeit. Eine Zeit, die in die Geschichte des Nürburgrings eingehen sollte – mit einem Schnitt von über 200 km/h. Im anschließenden Rennen hatte Bellof dann im Abschnitt »Pflanzgarten« einen spektakulären Unfall. Sein Porsche bekam bei Tempo 270 Unterluft, stieg auf und knallte in die Streckenbegrenzung. Bellof stieg unverletzt aus dem Wrack und gab anschließend noch Autogramme.

Am 10. August 2013, 30 Jahre später, setzte man dem bis dahin wohl größten deutschen Talent im Motorsport ein Denkmal an diesem Streckenabschnitt. Zahlreiche Weggefährten, die Familie und Fans waren gekommen, als der Kurvenabschnitt nach dem Gießener benannt wurde. Derek Bell, ehemaliger Teamkollege von Bellof, fuhr mit einem Porsche 956 eine Präsentationsrunde bis zu dieser Stelle. Dort, bei Kilometer 17, enthüllte er gemeinsam mit Stefans Vater Georg das neue Streckenabschnittsschild mit der Aufschrift »Stefan-Bellof-S«. Auf diesen Namen lautet nun die Kurvenkombination hinter dem großen Sprunghügel am Pflanzgarten.

»Es ist eine große Besonderheit, wenn auf so einer historisch gewachsenen Strecke wie der Nordschleife ein Streckenabschnitt hinzukommt«, erläuterte Nürburgring-Geschäftsführer Dr. Karl-Josef Schmidt. Und auch Stefan Bellofs Vater Georg war hocherfreut: »Ich bin sehr gerührt, dass so viele Menschen immer noch an meinen Sohn denken. Das ist eine große Ehre.«

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