Neue Liebe zur Ernährungsberaterin gibt Phil Taylor Power

Er ist der beste Dartspieler der Welt, hat mit seinem Sport seit seinem ersten Turniersieg 1986 Millionen verdient und alle Rekorde gebrochen. In Großbritannien ist er einer der populärsten Sportler, er ist der König des Pfeilewerfens: Phil Taylor. Am Rande des Premier-League-Spieltages im südenglischen Brighton hat unser Redakteur Michael Wiener mit Phil Taylor über Motivation, das Karriereende und seinen neuen Lebensstil gesprochen.
27. März 2012, 10:28 Uhr

»The Power« hat Dart zu dem gemacht, was es heute ist. Woche für Woche sind die Hallen bei den Turnieren ausverkauft, in mehreren Ländern wie auch in Deutschland werden die Weltmeisterschaften und die Premier League (siehe Kasten) live im Fernsehen übertragen, die Preisgelder liegen im fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Phil Taylor, ich habe ihre Biografie gelesen. Sie haben früher rund 50 Pfund in der Woche verdient. Ihre Geschichte ist ein bisschen wie die des Tellerwäschers, der zum Millionär wird?

Taylor: »Ja, ein bisschen. Ich habe schon früh gemerkt, dass ich gut Dart spielen kann. Du weißt nie, wie gut du am Ende wirklich wirst, das weißt du in keinem Sport. Du musst immer hart arbeiten. Immer trainieren, an dich glauben, den Aufwand betreiben.«

Sie sind 15-facher Weltmeister, haben in ihrer Karriere schon alles gewonnen. Wo nehmen Sie die Motivation her?

Taylor: »Ich mache einfach, was mir Spaß macht. Ich liebe den Wettkampf. Das ist Teil meines Lebens seit über 25 Jahren. Ich genieße es. Solange ich dabei bin, werde ich mein Bestes geben. So bin ich einfach.«

Sie sprechen es an, Sie sind schon unglaublich lange dabei. Denken Sie manchmal an das Karriereende?

Taylor: »Ich habe mir die Frage schon gestellt, wann ich aufhören werde. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, noch bis 55 zu spielen. Das sind ab August noch drei Jahre. Man wird sehen, was dann passiert. Ich bin ja schon immer dabei, und ich kann mich dann auch nicht nur daheim hinsetzen.«

Speziell in den Premier-League-Wochen haben Sie einen sehr vollen Terminkalender. Spüren Sie ihr Alter?

Taylor: »Nein, ich fühle mich sogar jünger. Ich fühle mich gut, großartig. Überhaupt keine Probleme.«

Wie sieht es mit dem Training aus? Gehen Sie immer noch ins Fitnessstudio?

Taylor: »Ich gehe viermal in der Woche ins Studio, sofern es die Zeit erlaubt. In dieser Woche sind wir von Mittwoch bis Sonntag unterwegs, da wird es schwierig. Gestern Abend habe ich aber einen Sechs-Kilometer-Spaziergang vom Hotel aus absolviert. Es ist ganz schön bergig hier in Brighton.«

Mögen Sie die Trainingsarbeit im Fitnessstudio?

Taylor: »Ich liebe es. Ich liebe vor allen Dingen, die Ergebnisse zu sehen. Wenn ich ins Studio gehe, gibt es ganz schnell positive Resultate. Mein Körper scheint sofort auf die harte Arbeit dort zu reagieren. Es regt dich an, noch härter im Fitnessstudio zu arbeiten. Ich habe schon eine Menge Kilos verloren.«

In Deutschland hat Sie eine große Zeitung aufgrund Ihrer Erfolge den »Schumi der Dartscheibe« getauft.

Taylor: »Ich mag Michael Schumacher. Er ist großartig. Seine Einstellung, seine Professionalität über die ganzen Jahre.«

Was ist das Geheimnis von Stoke-on-Trent? Drei der acht weltbesten Spieler ... (kommen aus dieser kleinen Stadt)?

Taylor (unterbricht): »Da gibt es kein Geheimnis, nirgends. Du musst immer hart arbeiten und an dich glauben. Es geht nur um hartes Arbeiten, Engagement und Hingabe. Nur bei meiner Ernährung verrate ich nicht alles.«

Dart wird immer populärer in Deutschland. Warum haben wir noch keine Spieler, die es ganz nach oben schaffen?

Taylor: »Ihr habt schon Weltklasse-Spieler wie Jyhan Artut. Ihnen fehlt nur noch die Erfahrung. Vergesst nicht, dass viele Top-Spieler schon seit 15, 20 Jahren dabei sind. Die deutschen Spieler haben gerade erst angefangen. Gebt ihnen Zeit, ein paar Jahre noch.«

In Deutschland haben wir eine spezielle Rivalität mit den Holländern. Bei Ihnen ist das auch so, oder?

Taylor: »Ja, mit Raymond van Barneveld. Wir sind schon seit vielen Jahren Kontrahenten. Ich mag ihn. Ich mag es auch, wenn er richtig gut spielt. Damit er wieder ganz nach oben kommt, wo er hingehört. Ich habe gegen niemanden im Spiel die gleiche Energie wie gegen Barney.«

Bei den Weltmeisterschaften sind Sie in diesem Jahr ungewöhnlich früh ausgeschieden. Nun sind Sie wieder in einer starken Verfassung, trumpfen in der Premier League auf und haben dort auch schon ein perfektes Spiel mit dem Neundarter abgeliefert. Was macht Sie wieder so stark?

Taylor: »Ich habe meinen Lebensstil geändert. Ich fühle mich besser, mental frischer. Ich mache jetzt die richtigen Übungen. Es ist nicht nur die Ernährung. Aber viel hängt mit meiner neuen Lebenspartnerin zusammen. Sie ist Ernährungsberaterin, hat die neuesten Erkenntnisse auf diesem Gebiet und coacht auch das britische Olympia-Team, Fußball-Mannschaften, Leichtathleten. Sie hat die Kenntnisse und die Erfahrung. Sie ist ein Jahr mit mir herumgereist und hat sich alles angeschaut, um herauszufinden, wie alles abläuft und was man verbessern kann. Alles ist perfekt jetzt.«

Die Dartspieler füllen große Arenen. Im Zuschauerraum ist es oftmals sehr laut, die Leute trinken viel Bier und singen mit voller Stimme Lieder wie zum Beispiel »Walking in a Taylor Wonderland«. Wie schaffen Sie es, auf der Bühne konzentriert zu bleiben?

Taylor: »Du musst einfach konzentriert bleiben, sonst hast du keine Chance. Wenn du auf die Bühne läufst, kannst du es nicht ignorieren. Aber wenn das Spiel losgeht und immer länger dauert, dann bist du fokussiert. Man gewöhnt sich dran.«

Ist es wahr, dass Sie mal eine Fliege auf dem Dartboard getroffen haben?

Taylor: »Ja, ist es. Ich denke, die meisten Spieler haben das schon mal geschafft. Mir ist es einmal passiert.«

Wir haben schon ihren vollen Terminkalender angesprochen. Was machen Sie aber an einem freien Tag?

Taylor: »Ich versuche, Zeit mit meinen Enkelkindern zu verbringen. Ich habe drei sehr feine Enkel. Außerdem sind wir in ein neues Haus gezogen, da gibt es eine Menge zu tun. Ich bin immer beschäftigt. Wir haben viele Medientermine, Turniere und so weiter.«

(Foto: Michael Cooper/PDC)

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