26. August 2015, 19:03 Uhr

Zurück in die 2. Bundesliga

Nach zwölf Jahren heißt es für den TV 05/07 Hüttenberg zukünftig nicht mehr 2. oder gar 1. Handball-Bundesliga, sondern 3. Liga. Nach der Last-Minute-Rettung in der Saison 2013/14 konnten in der letzten Saison auch ein Trainerwechsel und personelle Nachverpflichtungen in der WM-Pause nicht die Wende bringen.
26. August 2015, 19:03 Uhr
Der TV 05/07 Hüttenberg geht mit folgendem Personal in die neue Saison (hinten, v. l.): Reha-Trainer Peter Nagel, Markus Semmelroth, Dominik Mappes, Mario Fernandes, Maximilian Kraushaar, Moritz Lambrecht, Evgenij Chalepo, Sebastian Roth; Mitte (v. l.): Sportlicher Leiter Torsten Menges, Physiotherapeutin Sabine Viand, Ragnar Jóhannsson, Jannik Hofmann, Matthias Ritschel, Fabian Schomburg, Tomáš Sklenák, Co-Trainer Alois Mráz, Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson; vorne (v. l.): Betreuer Thomas Rudolph, Tom Warnke, Daniel Wernig, Fabian Hoepfner, Thimo Wagner, Sven Pausch, Betreuer Christian Ohly. Eingeklinkt: Damir Doborac. (Foto: TV Hüttenberg)

Doch der Abstieg ist abgehakt im idyllischen Mittelhessen. Der Blick richtet sich voller Tatendrang nach vorne!

So sehen die Verantwortlichen die kommende Saison durchaus als Chance, den viel gepriesenen »Hüttenberger Weg« der Nachwuchsausbildung fortsetzen zu können. Mit Arno Jung vom Nachbarn HSG Wetzlar als Jugendkoordinator konnte man einen Mann verpflichten, der für noch bessere Strukturen sorgen soll. Bereits in der Vorbereitung kamen so die A-Jugendlichen Tim Lauer und Max Panther zu vereinzelten Einsätzen. Überhaupt hat sich der ohnehin junge Kader des TVH weiter verjüngt. Das Hüttenberger Urgestein Andreas Scholz hat sich in die Oberliga-Mannschaft zurückgezogen und Alois Mráz übernimmt – neben dem Trainerjob bei der A-Jugend – aufgrund seiner anhaltenden Achillessehnenprobleme »nur« noch die Rolle des Co-Trainers.

Doborac für verletzten Kraushaar

Bei insgesamt sieben Abgängen und vier Neuzugängen hat man den doch recht aufgeblähten Kader etwas abgespeckt, was sicherlich auch dem um circa zwanzig Prozent gesunkenen Etat geschuldet ist. Allerdings sind dadurch etwaige Ausfälle weniger gut zu kompensieren. Denn aller Hoffnung zum Trotz wird Mittelmann Tomáš Sklenák, der wie bereits in Eisenach der verlängerte Arm von Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson sein soll, nach seinem Kreuzbandriss erst zum Ende des Jahres die Mannschaft aufs Feld führen können. Und Dauer-Pechvogel Maximilian Kraushaar, auf dem viele Hüttenberger Hoffnungen ruhten, wird nach seiner erneut schweren Knieverletzung mehrere Monate ausfallen. »Auf den Ausfall von Max müssen wir nun kurzfristig reagieren, sonst sind wir im Rückraum zu dünn aufgestellt«, hatte Coach Eyjólfsson vor Kurzem noch gesagt. Am Montag präsentierten die Mittelhessen Damir Doborac als Ersatz.

Perspektivisch wichtig war es, Ragnar Jóhannsson langfristig an den Verein binden zu können. Des Weiteren sollen im Rückraum – vermutlich flexibel eingesetzt – Sven Pausch und der erst 20-jährige Dominik Mappes Impulse setzen. Letzterer hatte unter seinem Trainer zuletzt eine wahre Leistungsexplosion hingelegt.

Eyjólfsson konnte erstmals mit der Mannschaft eine komplette Vorbereitung absolvieren und seine Philosophie weitervermitteln. Dazu gehört für den Isländer die offensive Deckung, aus der man mit schnellem Umschaltspiel den Weg zu einfachen Toren finden will. Da man sich beim TVH bewusst dafür entschieden hat, den Kader weitestgehend zu halten, kann man auf einem bestehenden Fundament aufbauen. Neuzugang Sebastian Roth ist in Hüttenberg ein alter Bekannter und auch der gebürtige Busecker, Thimo Wagner hat in der Vorbereitung schon gezeigt, dass er sich schnell eingelebt hat.

Die Verantwortlichen des TVH scheinen aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Die Aufgabe 3. Liga geht man in Hüttenberg »mit Demut an«, wie Martin Volk von der Marketing-Gesellschaft betont. »Klar werden wir als Absteiger automatisch auch als Favorit gehandelt, aber wir sollten nicht das Fell des Bären verteilen, bevor er erlegt ist.« Manager Lothar Weber ergänzt derweil: »Natürlich wollen wir vorne mitspielen, das ist unser Anspruch. Auch unseren treuen Sponsoren und Fans gegenüber.«

Aber man ist sich beim TVH durchaus bewusst, dass starke Konkurrenz wartet. Der finanzstarke HC Elbflorenz mit kolportierten 1,2 Millionen Saisonetat hat sich weiter verstärkt und wird allgemein als Topfavorit gehandelt. »Aber auch Groß-Bieberau, Kirchzell und Nieder-Roden haben wieder starke Mannschaften«, hat Trainer Eyjólfsson weitere Mannschaften auf dem Zettel. Mitabsteiger Großwallstadt ist nach der Insolvenz schwer einzuschätzen.

Viele reizvolle Derbys

Sicher ist, dass die kommende Runde etliche reizvolle Derbys mit sich bringt, was die Verantwortlichen auch dazu bewogen hat, zumindest zu diesen Auswärtsspielen Fan-Busse einzusetzen. Man darf also gespannt sein, ob und in welchem Zeitfenster Eyjólfsson, der sich für die kommenden drei Jahre an den TVH gebunden hat, seine ehrgeizig formulierten Ziele umsetzen kann.

»Sicherlich wird es kein einfaches Jahr. Alles ist neu, die Liga, zahlreiche Derbys. Aber wir sind der TV Hüttenberg. Jeder muss eine klare Identifikation mit dem Verein zeigen. Wir müssen hart an uns arbeiten, denn wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten wie andere. Daher müssen wir ein gutes Umfeld schaffen«, weiß der Übungsleiter, der anfügt: »Ich will aufsteigen, spätestens im kommenden Jahr. Aber natürlich wehre ich mich nicht, wenn es schon zwölf Monate früher klappt. Das ist der Traum, dem wir alle folgen.« Markus Röhrsheim

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