21. Juli 2015, 22:23 Uhr

Mittelhessisches Trainer-Seminar in Langgöns

(pie) Zum sechsten Mal lud der TSV Lang-Göns am vergangenen Wochenende zum in der Handballszene beliebten Mittelhessischen Trainerseminar (MTS) ein. Über 50 Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern waren dem Ruf gefolgt, unter anderem auch der ehemalige russische Nationaltrainer Oleg Kuleschow.
21. Juli 2015, 22:23 Uhr
Der Langgönser Jochen Beppler fungiert beim mittelhessischen Trainerseminar quasi als Gastgeber und leitet auch eine Trainingseinheit. (Foto: pie)

Und auch bei den Referenten hieß es wieder einmal klotzen statt kleckern. Mit Christopher Nordmeyer war der ehemalige Coach von Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf zum zweiten Mal zu Gast in der Karl-Zeiss-Sporthalle und zog Demo-Mannschaft wie Trainerkollegen in den Bann. Klaus-Dieter Petersen musste seine Teilnahme kurzfristig absagen. Für ihn sprang Arno Jung ein, der seit dem 1. April als Trainer der männlichen U 17 des TV 05/07 Hüttenberg fungiert und im konzeptionellen Bereich die Geschicke des TVH mitbestimmen soll. Diese beiden traten gegeneinander an, eine Mannschaft, gemischt aus der U 17 und U 19 der HSG Wetzlar, auf ein Spiel vorzubereiten.

Los ging es mit der Sichtung der Spieler beim Warmmachen, denn bereits hier begann die Arbeit der Trainer. Den Lehrgangsteilnehmern sollte im Kleinen aufgezeigt werden, wie eine Spielerverpflichtung ablaufen kann. Dazu konnten beide Trainer jeweils drei Spieler nominieren, die sie ihrem Gegenüber abluchsen wollten. Beide konnten aber auch bei einem Spieler die Freigabe verweigern. In sämtliche Prozesse mit eingebunden waren die Lehrgangsteilnehmer, die als Trainerkollegen mit Vorschlägen und Ideen zur Entscheidungsfindung beitragen sollen und wollten. Bereits hier zeigte sich, dass Jung deutlich im Vorteil war, weil er die Spieler aus dem Effeff kannte. Doch Nordmeyer ließ sich nicht beirren, beriet sich nicht nur mit seinen Trainerkollegen, sondern fragte auch seine Spieler um Rat. Aus diesem Taktieren ging Jung das erste Mal gefühlt als Sieger heraus.

In den anschließenden Trainingseinheiten ging es darum, die Jungs spielerisch auf die Partie vorzubereiten. Es sollten am Nachmittag dreimal 15 Minuten mit folgenden Vorgaben gespielt werden: Im ersten Drittel musste mit einer 3:2:1-Formation gedeckt werden, im zweiten in der 6:0-Abwehr. Im dritten Drittel war alles erlaubt. Gezählt wurden nur die gewonnenen Drittel mit je zwei Punkten für den Sieger, bei einem Unentschieden bekam jede Seite einen Punkt. Den Schlusspunkt bildete ein Penaltywerfen per Gegenstoß.

Nach der Mittagspause ging es ins Videostudium, zu dem beiden Teams jeweils zehn Minuten Material der Vorbereitung des Gegners zur Verfügung standen. Die Trainer gaben taktische Anweisungen an ihre Mannschaft, ehe es um die Wurst ging. Letztendlich verlor Nordmeyer mit seiner Mannschaft, und die Gründe waren in der Nachbesprechung schnell einhellig ausgemacht. So konnten die Spieler des Nordmeyer-Teams die im Training gezeigte Durchschlagskraft kaum ins Spiel transferieren. Zum anderen bekam man den Mittelmann des Gegners nicht in den Griff. Das war übrigens einer der Spieler, die Nordmeyer gern in seinem Team gesehen hätte, dessen Wechsel Jung wohlweislich verhindert hatte.

»Zukunftsträchtiges Format«

Geleitet wurde die Partie von Jan Sommerfeld und Rene Lahaye, die in der kommenden Saison erstmals in Spielen der 3. Liga zum Einsatz kommen. Nach der Partie standen sie der Runde zum Gedankenaustausch zur Verfügung und stellten sich den Fragen wie auch der Kritik der Teilnehmer.

Abgerundet wurde der Samstag von einer Torwarttrainingseinheit mit dem Rüsselsheimer Kalli Klein und dem Athletiktraining unter Thorsten Schmid, der künftig als Nachwuchskoordinator der TSG Ludwigshafen-Friesenheim fungiert.

Am Sonntag leitete Thomas Weber eine Technik-Trainingseinheit, bei der die hessischen D-Jugendlichen als Demo-Mannschaft auf dem Parkett standen. Mitorganisator Jochen Beppler, der für die sportliche Leitung des MTS verantwortlich zeichnet, begnügte sich mit einer eigenen Einheit, die unter dem Motto Sondersituationen stand. Beppler, der die U 17 und U 19 des DHB trainiert, war sehr zufrieden. »Wir haben viele Rückmeldungen unserer fachkundigen Teilnehmer bekommen, was vor allem auch das neue Format angeht, das wir ausprobiert haben. Das hat sich durchaus als zukunftsträchtig herausgestellt, auch weil es viele Themenbereiche abdeckt.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • HSG D/M Wetzlar
  • Lang-Göns
  • Nationaltrainer
  • TSV Lang-Göns
  • TV 05/07 Hüttenberg
  • Thomas Weber
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.