26. November 2015, 18:53 Uhr

Der Kleber, der alles zusammenhält bei der HSG

Die Abwehr ist in dieser Saison das Prunkstück der HSG Wetzlar. Für diese Entwicklung sind vor allem zwei Spieler verantwortlich: Evars Klesniks und Kristian Bliznac. Im Gespräch erklären die beiden Defensivkünstler des Handball-Bundesligisten ihre Stärke und verraten, wer denn eigentlich der Chef ist.
26. November 2015, 18:53 Uhr
Ein eingespieltes Duo, das das Prunktstück der Wetzlarer Defensive ist: Evars Klesniks (l.) und Kristian Bliznac (r.), die hier gegen Frisch Auf Göppingen verteidigen. (Foto: Eibner)

(pi) Knapp 1,70 Meter ist eine problematische Körpergröße, wenn man sich anschickt, mit dem Mittelblock der HSG Wetzlar ein Interview zu führen. Da bedarf es guter Planung, um den Ort des Geschehens nicht mit steifem Nacken zu verlassen. So waren die Sessel im Besprechungsraum der Sporthalle Dutenhofen vielleicht nicht unbedingt nach dem Geschmack der beiden Hünen Evars Klesniks und Kristian Bliznac. Zumal sich die beiden Abwehrspezialisten vorher noch mit einer Kaffee-Kapsel-Maschine herumschlagen mussten, um ein Heißgetränk auf den Tisch zu zaubern. Doch professionell wie beide sind, »bissen« sich der Schwede und der Lette durch. Im Gespräch mit dieser Zeitung verraten die beiden Abwehrrecken vor dem heutigen Heimspiel gegen den HSV Hamburg (19.45 Uhr/Rittal-Arena) das Geheimnis ihres Erfolges, sprechen über das Zusammenspiel, blindes Verständnis, Torhüter-Anpfiffe und die Zukunft. Der Mittelblock über…

… Kommunikation

Klesniks: Die ist gut, sehr gut. Vor dem Spiel klären wir, wie wir uns im Spiel verhalten. Wenn das nicht klappen sollte, ändern wir das kurzfristig. Kristian steuert alle Mitspieler nach links, ich alle nach rechts

Bliznac: Wir sprechen viel über Taktik. Je nachdem welcher Gegner kommt, besprechen wir schon vorher, was wir auf dem Spielfeld machen wollen.

… den Abwehrchef

Klesniks: Sind wir beide. Mit der linken Seite habe ich überhaupt nichts zu tun (lacht). Das ist eben so bei uns. Ich weiß gar nicht, warum man sagt: Der ist Abwehrchef. Nein, er ist auf seiner Seite Chef, ich auf meiner. Jeder hat seine Arbeit.

Bliznac: Das ist einfacher für uns. Wenn du mit allen sprechen willst – das ist ziemlich viel Arbeit.

… Teamwork

Klesniks: Ohne geht es nicht. Wir spielen jetzt schon so lange zusammen, dass wir auf dem Feld nicht mehr viel kommunizieren müssen. Er weiß, was ich mache, ich weiß, was er macht. Es läuft irgendwie (grinst).

… blindes Verständnis

Bliznac: Ich weiß zu 99 Prozent, was Ebbe macht, deswegen müssen wir gar nicht so viel sagen. Hinter uns steht auch noch ein Andreas Wolff, der in den nächsten zwei, drei Jahren einer der besten Torhüter der Welt sein kann. Das wünsche ich ihm, und ich glaube, er kann das schaffen. Er macht so viel. Sein Leben ist Handball, Handball, Handball.

Klesniks: Das wünsche ich ihm auch. Denn dass wir so gut sind, daran haben er und Nikolai Weber natürlich ihren Anteil.

… übergeben, übernehmen

Klesniks: Funktioniert nicht so gut (lacht).

Bliznac: Wenn es nicht klappt, brauchen wir ein bisschen Glück, dass Andi ganz viele Bälle hält (lacht).

… Torhüter-Anpfiffe

Klesniks: Klar gibt es das, aber es geht. Wir wissen ja, wenn wir Fehler gemacht haben und verstehen das auch. Andi muss einen dann einfach mal anschnauzen.

Bliznac: Wie gegen Kiel! Da haben wir schlecht gespielt. Die ganze Mannschaft, Abwehr, Angriff, Tor, alle. Unsere Keeper sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Niko ist eher ruhig, hat mehr Routine. Andi ist immer auf Volldampf, wird dann sehr emotional. Wir zwei spielen schon so lange Handball. Wenn er heiß läuft, sagen wir ihm schon manchmal: Bleib ruhig und konzentrier dich weiter auf das Spiel.

Klesniks: Ich glaube, gegen Kiel wollten wir viel zu viel. Alle waren übermotiviert. An so einem Tag muss komplett alles funktionieren. Wenn du anfängst, zu schwanken, bestraft dich Kiel sehr schnell. So eine Mannschaft ist dann sofort da.

Bliznac: Aber die Stärke unserer Mannschaft ist, dass wir immer kämpfen und ruhig bleiben, wenn wir mal hinten liegen.

… offensive und defensive Abwehr

Bliznac: Ich bin gelernter schwedischer Abwehrspieler und mag es eher defensiv, mit Block, gutem Torwart und Gegenstößen. Hier in Deutschland geht es immer über viel Kontakt.

… das Paket Klesniks/Bliznac

Bliznac: Uns zeichnet vor allem der gegenseitige Respekt aus. Wir sind im Spiel auch mal sauer aufeinander, aber wir behandeln uns immer mit Respekt. Und natürlich Routine. Wir sind zwar nicht mehr so schnell, aber wir kompensieren das mit Erfahrung (grinst).

Klesniks: Auf jeden Fall, wir spielen ja jetzt schon über zwei Jahre zusammen.

… die Zukunft

Klesniks: Ich habe meinen Vertrag ja bereits bis 2016 verlängert. Ich lebe von Saison zu Saison, denn dein Körper muss das ja auch mitmachen. Mit Kai Wandschneider haben wir einen guten Trainer, der weiß, wann wir älteren Spieler geschont werden müssen.

Bliznac: Ich mag den Klub und habe gute Gespräche mit Wetzlar. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Ich hoffe auf einen guten Ausgang. Ich kann jetzt nicht ja oder nein sagen, aber innerhalb der Liga möchte ich nicht wechseln. Wenn ich in Deutschland bleibe, bleibe ich in Wetzlar.

… das, was noch gesagt werden muss

Klesniks: Etwas über Andi noch. Übers Bankdrücken (grinst).

Bliznac: Ebbe und ich drücken mehr als Andi. Aber für Andi ist Bankdrücken alles.

Klesniks: Wir wünschen ihm viel Glück und Erfolg im Kraftraum. Wir hoffen, dass er sich steigern wird, um unser Level zu erreichen (beide lachen).

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