25. November 2015, 21:43 Uhr

Weiter über dem Limit spielen: Wetzlar morgen gegen HSV

(lad) Im letzten Heimspiel hatte es die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga mit dem THW Kiel (Endstand: 26:30) zu tun, und bereits gut eine Woche später kommt das nächste namhafte Team in die Rittal-Arena.
25. November 2015, 21:43 Uhr
»Das wird mit Sicherheit ein sehr gutes Handball-Spiel, das erst in den Schlussminuten entschieden wird«, bekündet Trainer Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar seine Vorfeude auf die morgige Bundesligapartie gegen den HSV Hamburg. (Foto: Vogler)

Diesmal ist es der HSV Hamburg, der am Freitag (19.45 Uhr) seine Visitenkarte in Mittelhessen abgibt. Da namhafte Gegner die Massen anziehen, konnte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp stolz verkünden, dass diese Partie bereits am Mittwoch um 9 Uhr ausverkauft war. Und eine weitere Mitteilung hatte der Klub parat: Carlos Prieto wird den Verein nach drei Saisons im Sommer verlassen. »Wir haben seinen Vertrag nicht verlängert, weil der Kader effizienter werden soll. In die nächste Saison möchten wir mit nur zwei Kreisläufern starten. Ich kann Carlos als Charakter und als Abwehrmann nur weiterempfehlen«, so HSG-Trainer Kai Wandschneider über den 35-jährigen Spanier.

Gegen Kiel zeigte Wetzlar teils eine schwache Vorstellung – wie wurde diese aufgearbeitet? »Wir haben in der Video-Analyse gesehen, dass wir zu viele technische Fehler gemacht haben und dass uns die schnellen Beine gefehlt haben. Das muss besser werden«, erklärt Wandschneider, dass die Ursachen für die Niederlage ausgemacht sind und entsprechend in Zukunft vermieden werden sollen. Um neue Motivation zu schaffen, hat sich die Mannschaft zudem ein internes Punkteziel gesetzt, das sie bis zum Jahresende erreichen möchte. »Wir haben drei Monate über dem Limit gespielt und wollen es jetzt schaffen, noch einen Monat über dem Limit zu spielen«, so der Coach.

Joao Ferraz steckt im Rookie-Loch. Kann Vladan Lipovina die Rolle gleichwertig übernehmen? Der Portugiese war stark in die Saison gestartet, ließ dann aber nach und war gegen Kiel eine der Schwachstellen. Zudem kassierte er zwei Rote Karten in den letzten zwei Spielen. Im Gegenzug musste der 22-jährige Lipovina entsprechend mehr einspringen. »Vladan ist in den letzten Wochen dahin gekommen, wo ich ihn zu Saisonbeginn erhofft hatte. Ich bin sehr mit ihm zufrieden«, so Wandschneider. »Aber Joao ist der bessere Abwehrspieler, ich werde gegen Hamburg mit ihm starten. Bei ihm hatte sich zuletzt die Länderspielreise so stark bemerkbar gemacht wie bei keinem anderen. Aber er ist klar im Kopf und arbeitet hart.«

Hat der HSV noch die Klasse früherer Jahre? Wo liegen seine Stärken? Der Deutsche Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013 muss seit den finanziellen Schwierigkeiten vor eineinhalb Jahren kürzer treten. Aber einen Topkader hat er allemal beisammen, der über große Erfahrung verfügt. So sind mit Kapitän Pascal Hens, Rückraum-Ass Adrian Pfahl, Keeper Johannes Bitter und dem dänischen Rechtsaußen Hans Lindberg gleich vier Leistungsträger zwischen 33 und 35 Jahre alt. Doch das hält den HSV nicht von schnellem Handball ab. »Die sind auf allen Positionen dreifach besetzt und in der Lage, jede Mannschaft der Liga zu schlagen. Sie spielen eine starke 6:0-Deckung, zeigen Tempo-Handball und kommen variabel über die erste und zweite Welle. Trainer Michael Biegler versteht es, aus der Mannschaft das Optimum herauszuholen«, beschreibt Wandschneider den Gegner, der mit Ex-HSG-Spieler Kevin Schmidt, den Dänen Caspar Mortensen und Allan Damgaard weitere Topleute im Team hat.

Inwiefern belasten die neuerlichen finanziellen Schwierigkeiten das sportliche Geschehen bei den Hanseaten? Presseberichten zufolge sind teilweise die Oktobergehälter noch nicht gezahlt worden. Ob das die Moral der Hamburger angesichts düsterer Zukunftsaussichten schwächt, muss sich auf dem Feld zeigen. »So etwas kann eine Mannschaft aber auch zusammenschweißen; das weiß ich aus meiner Zeit in Dormagen«, sagt Wandschneider. »Und beim HSV stimmt alles. Ich gehe davon aus, dass wir auf eine hoch motivierte Mannschaft treffen.«

Wie sieht es bei den Teams personell aus? Die HSG kann wieder uneingeschränkt auf Sebastian Weber zurückgreifen, der seine Oberschenkelverletzung überwunden hat. Damit ist man in Bestbesetzung. Allerdings müssen Steffen Fäth und Tobias Hahn von Mittwoch bis einschließlich des Spieltages die Abschlussprüfungen ihrer Ausbildung ablegen und konnten nur eingeschränkt trainieren. Auch Hamburg wird komplett sein.

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