28. Januar 2011, 18:02 Uhr

»Matze« Perl kämpft um »mehr Minuten«

Mathias Perl genießt bei den Anhängern der LTi Gießen 46ers ein hohes Ansehen. Wenn der 22-jährige Backup-Spielmacher in der Gießener Osthalle eingewechselt wird, begleiten ihn lautstarke »Matze Perl«-Sprechchöre. Viel Sympathie wird dem Gießener Bub entgegengebracht. Er ist eben einer von ihnen. Daraus macht der Defensivspezialist keinen Hehl. »Ich hänge mit Herz und Seele an meinem Lieblingsverein«, sagt Perl - und das meint er auch so.
28. Januar 2011, 18:02 Uhr
Mit Zug zum Korb - Backup-Spielmacher Mathias Perl (mit Ball) von den LTi Gießen 46ers. (Foto: Mediashots)

Mathias Perl genießt bei den Anhängern der LTi Gießen 46ers ein hohes Ansehen. Wenn der 22-jährige Backup-Spielmacher in der Gießener Osthalle eingewechselt wird, begleiten ihn lautstarke »Matze Perl«-Sprechchöre. Viel Sympathie wird dem Gießener Bub entgegengebracht. Er ist eben einer von ihnen. Daraus macht der Defensivspezialist keinen Hehl. »Ich hänge mit Herz und Seele an meinem Lieblingsverein«, sagt Perl - und das meint er auch so.

Als Achtjähriger trat er zum ersten Mal in Kontakt mit dem Basketball. Sein Bruder Roland (Perl hat noch eine Schwester namens Laura) nahm ihn zum »Zocken« mit auf den Schulhof der Ludwig-Uhland-Schule. Obwohl die älteren alle besser waren, sprang der Funke bei »Kleinmatze« über. Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis ihn sein Klassenkamerad Marcel zum Training mitnahm - natürlich zum MTV 1846 Gießen. Sportliche Erfolge stellten sich ein. Er entwickelte sich zum Jugendnationalspieler, realisierte unter anderem mit der U16-Auswahl den Aufstieg von der B- in die A-Gruppe der Europameisterschaft und schaffte den Sprung in den Gießener Bundesligakader.

Aktuell lag Perl die ganze Woche über flach, ihn hatte eine Grippe niedergestreckt. Mehr als schlafen und lernen für die Uni - er studiert in Gießen Betriebswirtschaftslehre - war nicht drin. Am heutigen Samstag wollte er wieder in den Trainingsbetrieb des Tabellen-16. einsteigen und am Sonntag (17 Uhr, Oberfrankenhalle) im Kellerduell beim BBC Bayreuth mithelfen, die seit 13 Spielen andauernde Niederlagenserie zu beenden.

Wie gehen Sie persönlich mit der Niederlagenserie um? Haben Sie schon einmal etwas Vergleichbares erlebt?

Mathias Perl: »Man darf sich nicht zu tief in die Niederlagenserie reinsteigern. Natürlich sollte man sich Gedanken machen, wieso es so gelaufen ist, aber man sollte auch versuchen, den Kopf nicht hängen zu lassen. Da ich noch studiere, versuche ich, mich mit den Büchern abzulenken. Falls das nicht funktioniert, warten meine Eltern mit Geschwistern und meine Freundin auf mich zu Hause.«

Was sind für Sie die Gründe, dass es bei den LTi Gießen 46ers nicht läuft? Wie erklären Sie sich den vielversprechenden Saisonstart und den sich anschließenden freien Fall ins untere Tabellendrittel?

Perl: »Am Anfang lief es sehr gut, bis sich Anthony Smith im Spiel bei den Frankfurt Skyliners verletzt hat. Wir hatten zwar auch ohne ihn gute Spiele, aber leider haben wir die wichtigsten Spiele knapp und unglücklich verloren. Da wir eine recht junge Mannschaft sind, hat uns das etwas entmutigt, und wir haben nicht mehr richtig gekämpft! Ein anderes Problem ist, dass in der Zeit, als Anthony sich verletzt hat, unsere Gegner sich mit einem vollen Kader weiterentwickeln konnten.«

Wie bewerten Sie die aktuellen Geschehnisse, den Trainerwechsel und die Neuverpflichtungen Maurice Jeffers und Michael-Hakim Jordan?

Perl: »Nach so einer Niederlagenserie musste etwas passieren. Ich finde es gut, dass ›Vladi‹ Bogojevic uns weiter als Sportdirektor unterstützt und somit unserem neuen Headcoach zur Seite steht. Unsere Neuverpflichtungen Maurice Jeffers und Michael-Hakim Jordan sind sehr wichtig für die Mannschaft, da wir zwei erfahrene Erstligaspieler in unserem Kader dazugewonnen haben. Und unser neuer Headcoach ist sehr engagiert und schenkt in der schwierigen Zeit unserem Team sehr viel Selbstvertrauen.«

Ihre Einsatzzeiten halten sich bei den LTi 46ers in Grenzen. Wie motivieren Sie sich trotzdem?

Perl: »Es ist schwer, aber ich versuche, auch wenn es nur wenige Minuten Spielzeit sind, alles zu geben. Alleine der Gedanke, auf dem Parkett zu stehen, motiviert mich.«

Warum schaffen die LTi Gießen 46ers noch den Turnaround und steigen nicht ab?

Perl: »Weil wir ein Traditionsverein sind, wir die beste Hallen-Stimmung haben und weil wir derzeit eine tiefere Bank haben.«

Warum gewinnen die LTi 46ers am Sonntag die bedeutsame Partie in Bayreuth?

Perl: »Weil wir mit unserem neuen Coach und den neuen Spielern auch neuen Mut und neue Motivation haben und wir bis zum Schluss kämpfen werden.«

Haben Sie ein besonderes Verhältnis zu den 46ers-Fans?

Perl: »Ja, denn wir kommen alle aus Gießen und hängen wie ich mit Herz und Seele an unserem Lieblingsverein.«

Was wünschen Sie sich sportlich für die Zukunft?

Perl: »Mehr Minuten! Damit ich einen Stammplatz in einem Erst- ligaverein bekomme.«

Wolfgang Gärtner

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