09. Mai 2012, 15:26 Uhr

LTi 46ers Gießen bewerben sich um Wildcard

(kus) Die LTi Gießen 46ers werden sich um eine 150 000 Euro teure Wildcard für die kommende Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL) bewerben. Wie der Klub am Dienstagabend mitteilte, sind die Kosten im Erfolgsfall durch Zusatzeinnahmen bereits gedeckt und würden nicht den Spieleretat für die neue Runde belasten.
09. Mai 2012, 15:26 Uhr

Es wird sich bereits am 31. Mai entscheiden, ob die Mittelhessen trotz des Abstiegs eine Chance haben, weiter im Oberhaus zu spielen. Denn an diesem Tag treffen sich die Manager der BBL-Klubs zur einer Sitzung, um darüber zu befinden, ob für die kommende Saison eine zusätzliche Startberechtigung vergeben wird. Sollten die Klub-Verantwortlichen dafür plädieren, was als sehr wahrscheinlich gilt, ist die Vergabe der Wildcard für den 6. Juni vorgesehen, heißt es in einer Mitteilung der BBL.

Nach Pro-A-Ligist Giants Düsseldorf haben nun erwartungsgemäß die Gießener als zweiter Klub erklärt, ihre Bewerbung abzugeben. Noch am Mittag hatte sich LTi-46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg bedeckt gehalten: »Ich gehe davon aus, dass wir uns in den nächsten Tagen zum Thema Wildcard äußern werden«, hatte er auf AZ-Anfrage gesagt, ehe am Abend die Bestätigung kam. »Die uns bisher entgegengebrachte Unterstützung der Exklusiv- und Premiumpartner, aber auch Sponsoren und Gesellschafter, bei der Finanzierung einer möglichen Wildcard hat mir deutlich vor Augen geführt, wie sehr am Standort Gießen die Zugehörigkeit zur BBL gewünscht wird«, so Schelberg, der ergänzt, dass »die Resonanz aus dem Unterstützerkreis so gut ist, dass wir jetzt schon sagen können, dass wir die Mittel für die Wildcard in jedem Fall vollständig aus zusätzlichen Mitteln decken können«. Die Kosten von 150 000 Euro werden nur bei Erteilung der Starterlaubnis fällig, andererseits sind laut Schelberg auch die zusätzlich generierten Einnahmen zweckgebunden für den Klassenerhalt durch die Hintertür.

Wie die BBL gestern mitteilte, werden die Vereine im Rahmen ihrer nächsten AG-Sitzung am 31. Mai darüber entscheiden, ob es ein Wildcardverfahren für die Saison 2012/2013 gibt – oder ob die Spielzeit mit 17 Mannschaften ausgetragen wird. Sollten sich die 16 Vertreter (Aufsteiger Mitteldeutscher BC hat kein Stimmrecht) für die Vergabe aussprechen, würde das Verfahren mit der Präsentation der Kandidaten und der Abstimmung schon eine Woche später, am 6. Juni, stattfinden. Zuvor müssen die Bewerber laut BBL ihre Unterlagen bis zum 22. Mai einreichen, die vom Gutachter- und Lizenzligaausschuss geprüft werden. »Wird danach die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit attestiert und stimmen die sonstigen Rahmenbedingungen, erlangt der Bewerber den Zugang zu einem möglichen Wildcardverfahren«, so die BBL. Da die LTi 46ers vor dem sportlichen Abstieg in Hagen bereits die Lizenz für die Bundesliga erhalten hatten, dürften sie diese Bedingungen problemlos erfüllen. »Ob eine Wildcard vergeben wird, ist eine komplexe und strategisch bedeutsame Frage, die mit der Weiterentwicklung der BBL verknüpft ist«, sagt der Präsident der AG Basketball-Bundesliga, Dr. Thomas Braumann. Da es sowohl gute Gründe für die Vergabe als auch dagegen gebe, wolle man diese Entscheidung im Verbund mit den Erstligisten diskutieren, bewerten und entscheiden.

Schon vor den LTi 46ers hatten die Giants Düsseldorf aus der ProA Stellung bezogen und eine Bewerbung um die Wildcard angekündigt. »Wir haben in den vergangenen zwei Jahren hart daran gearbeitet, eine solide Organisation zu werden. Wir haben ein Recht auf die Wildcard und verdienen diese auch«, wird der Geschäftsführer und Trainer des Zweitligisten, Murat Didin, bei derwesten.de, dem Onlineportal der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung«, zitiert. Ein Sponsor für die anfallenden Kosten von 150 000 Euro sei bereits gefunden, heißt es in dem Artikel.

Offenbar gibt es auch in Hamburg Bemühungen, erneut ein Bundesliga-Team aufzubauen. Das berichtet das »Hamburger Abendblatt«. Demnach würden derzeit zwei Agenturen das Interesse potenzieller Sponsoren abklopfen. Zusagen gebe es bislang nicht. Es gilt als unwahrscheinlich, dass in der Hansestadt bis zum 22. Mai ein Konzept ausgearbeitet werden kann, das den Gutachter- und Lizenzligaausschuss der BBL überzeugt. Bereits von 1999 bis 2001 spielten die Hamburg Tigers in der höchsten Klasse, stiegen dann aber ab und meldeten später Insolvenz an.

LTi Gießen 46ers steigen nach Niederlage in Hagen ab

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