07. November 2015, 06:00 Uhr

Gießens Center Björn Schoo kennt das Auf und Ab

(gae). Es war wortwörtlich eine harte Zeit für Björn Schoo. Der 2,13-m-Riese schmorte bei den Gießen 46ers die ersten drei Spiele auf der Auswechselbank. Dann folgte sein Saisondebüt in Hagen – und vergangenen Samstag der Hunderter beim Kantersieg in Crailsheim.
07. November 2015, 06:00 Uhr
Mit 2,13 m Gießens längster Spieler und mit 34 Jahren auch der älteste – Björn Schoo. (hf) (Foto: Harald Friedrich)

Björn Schoo kennt das Auf und Ab im Basketball bestens. In der vergangenen Spielzeit verging ebenfalls ein wenig Zeit, bis er Betriebstemperatur erreichte. In der Crunchtime der Saison im Rennen um die Meisterschaft in der Pro A und um den Aufstieg in die Bundesliga avancierte er bei den Gießen 46ers zum x-Faktor. Der Backup-Center hat zig Profijahre auf dem Buckel, die nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind. Er ist mit 34-Jahren nicht nur der älteste Spieler im Kader von Denis Wucherer, sondern auch mit dem Gardemaß von 2,13 m der längste. Der in Ulm geborene Schoo ist vielseitig veranlagt. So schloss er seinen Bachelor in Fitness-Management am College in den USA ab und setzte in Heidelberg den Master in Sportmanagement obendrauf.

Der Saisonstart war für Sie nicht so angenehm. Die ersten drei Spiele verbrachten Sie ausschließlich auf der Bank. Was ging in Ihnen in dieser Zeit vor?

Björn Schoo: Das ist nicht einfach, wenn man nicht spielt. Genau für das trainert und quält man sich tagtäglich, um am Wochenende auf dem Feld zu stehen. Gleichzeitig habe ich schon genug erlebt und ausreichend Erfahrung, um dies einordnen zu können. Man macht einfach weiter, bis man seine Chance bekommt. So eine Saison ist immer lang.

Ihr Trainer Denis Wucherer erklärte Ihren Nichteinsatz mit fehlender Physis. Wie haben Sie das für sich erklärt?

Schoo: Nach der langen Sommerpause, in der man zwar trainert, aber nicht die spezifischen Basketball-Workouts hat, braucht der Körper manchmal ein bisschen länger, bis er sich wieder daran gewöhnt hat.

Haben Sie das alles nach Ihrem ersten Einsatz in Hagen verarbeitet?

Schoo: Vielleicht ist da noch ein bisschen was im Hinterkopf. Im Endeffekt denkt man von Spiel zu Spiel, gibt in jedem Training alles und will der Mannschaft helfen. Und die Rolle, die man zugeteilt bekommt, erfüllt man dann so gut wie möglich.

Wie interpretieren Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?

Schoo: Backup-Center. Wenn ich reinkomme, verteidige ich, rebounde und will gute Blöcke setzen. Wenn ich frei bin, werfe ich.

Am vergangenen Samstag in Crailsheim haben Sie den Hunderter gemacht. Was haben Sie springen lassen?

Schoo: Die alte Tradition ist ein Kasten Bier. Aber der wurde aufgrund des Sieges schon vom Verein bezahlt, sodass meiner noch aussteht. Mal schauen, wann sich eine Gelegenheit bietet – vielleicht am Samstag.

Erklären Sie doch bitte mal, wie ein Tag von Ihnen aussieht?

Schoo: Training ist immer vormittags. Das heißt, halb neun aufstehen, frühstücken, in die Halle kommen, vorbereiten aufs Training. Nach dem Training ist oft noch Physiobehandlung. Dann gehen wir oft mittags zusammen Essen. Wir haben einige Restaurants in Gießen, wo sie uns kennen und wir größere Portionen erhalten. Dann Mittagsschlaf, dann kommt es darauf an, ob zweimal am Tag Training ist. An diesen Tagen ist es wirklich nur essen, Training, schlafen, essen, Training, schlafen. Und an den Tagen, an denen wir abends frei haben, ist es sehr angenehm. Gerade diese Woche trainieren wir länger am Vormittag und haben dann den Nachmittag frei. Da hat sich Denis (Wucherer) wohl an seine eigene aktive Zeit erinnert. Es ist einfach schön, mal den Nachmittag frei zu haben und nicht nur aufs Training zu warten.

Was gefällt Ihnen an Gießen?

Schoo: An Gießen gefällt mir vor allem, dass es eine Basketballstadt ist. Und es gibt schon schöne Ecken und Stellen, wo man sich wohlfühlen kann. Ich bummel zum Beispiel gerne durch die Innenstadt.

Und was gefällt Ihnen am Team?

Schoo: Wir spielen gut zusammen. arbeiten hart zusammen. Es ist viel Wettbewerb im Training. Es macht einfach Spaß.

Wie bereiten Sie sich auf ein Spiel vor?

Schoo: Beim Essen was Gesundes und Leichtes. Aber nicht immer dasselbe. Ich stimme mich vor allem mental darauf ein, gehe noch mal den Scoutingreport durch, welche Vorlieben die direkten Gegenspieler haben, welche Systeme sie spielen.

Haben Sie einen Lieblingsgegner? Am Samstag wartet zum Beispiel der Ex-Gießener Jannik Freese auf Sie.

Schoo: Nein, habe ich nicht.

Sie haben schon in zwei Bundesligaklubs gespielt, in Hagen und in Köln. Was hat sich im Vergleich zu den Jahren in der Spielweise geändert?

Schoo: Nachdem Anfang 2000 die Ausländerbeschränkung weggefallen ist, ist das Spiel aufgrund der vielen Amerikaner athletischer geworden. Aber ich glaube, es geht jetzt wieder mehr in Richtung europäischer Basketball, bei dem taktischer gespielt wird und viele Teams nicht mehr nur auf Amerikaner setzen.

Ihr Tipp für das heutige Spiel um 20.30 Uhr in der Osthalle gegen Bermerhaven.

Schoo: Wir gewinnen!

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