09. Oktober 2015, 23:03 Uhr

»Dschang« freut sich auf Urmitzer-Rede

(luk) Mit 3296 Punkten in 161 Spielen für den MTV 1846 Gießen prägte Klaus Jungnickel die erfolgreichsten Jahre im Gießener Basketball entscheidend mit. In den Meistermannschaften aus den Jahren 1965, 1967 und 1968 agierte der von allen nur »Dschang« genannte Brettspieler als absoluter Fixpunkt im Gießener Spiel und hatte großen Anteil an der dreimaligen Eroberung des nationalen Basketballthrons. Auch auf der Trainerbank bewies das Urgestein des Gießener Basketballs seine Fähigkeiten und führte eine als absoluter Underdog gehandelte Mannschaft im Jahr 1975 zum vierten Meistertitel.
09. Oktober 2015, 23:03 Uhr
Klaus »Dschang« Jungnickel zieht zum Korb. (Foto: privat)

Noch immer ist der kürzlich 75 Jahre alt gewordene Jungnickel Stammgast in der Sporthalle Ost und freut sich natürlich ganz besonders auf das am Wochenende bevorstehende Meistertreffen der Mannschaften der Jahre 1965 und 1975. Im Vorfeld der Feierlichkeiten sprach er mit dieser Zeitung über seine Vorfreude, das Wiedersehen mit den alten Kameraden und die aktuelle Situation der Gießen 46ers.

Herr Jungnickel, was bedeutet Ihnen das bevorstehende Festwochenende?

Klaus Jungnickel: Das letzte Zusammentreffen dieser Art ist schon wieder zehn Jahre her, und ich freue mich sehr, dass auch zu diesem Jubiläum wieder ein solches Wochenende auf die Beine gestellt wurde. Es wird mir eine große Freude sein, die alten Mitstreiter wiederzusehen. Mit einigen ist der letzte Kontakt in der Tat vor zehn Jahren gewesen, sodass es erneut interessant zu sehen sein wird, wie sich der ein oder andere entwickelt hat. Es erinnert einen an die wunderschöne Zeit, die wir damals hatten – und von daher bedeutet es mir sehr viel.

Auf welche Programmpunkte und Protagonisten freuen Sie sich am meisten?

Jungnickel: Beim letzten Mal war der Ausflug in den Hardtberggarten der Licher Brauerei sicherlich der Höhepunkt, daher freue ich mich auch dieses Mal ganz besonders darauf. Auch auf den Samstag freue ich mich, wenn wir das Spiel der 46ers gegen Bamberg besuchen und anschließend auf Einladung von Heiko Schelberg den Abend im VIP-Raum ausklingen lassen. Auch vor zehn Jahren war am Festwochenende ein Spiel gegen Bamberg, das ist ein netter Zufall. Persönlich freue ich mich auf Dennis Curran, den ich das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen habe und den ich damals trainiert habe. Auch auf die Saxofonkünste von Ernie Butle r oder die berüchtigte Rede von Klaus Urmitzer freue ich mich. Er ist unser Hauptspaßmacher und singt bei seinen Reden manchmal so fürchterlich, dass es schon wieder schön ist (lacht). Insgesamt hat Bernd Röder ein tolles Programm auf die Beine gestellt, und es wird interessant, ob das Pensum noch alle durchhalten, denn es wird sicher nicht nur alkoholfreie Getränke geben (schmunzelt).

Werden denn alle noch lebenden Protagonisten von damals am Wochenende den Weg nach Gießen finden, beispielsweise auch Holger Geschwindner?

Jungnickel: Es haben sehr viele zugesagt, auch reist der eine oder andere extra aus Amerika an. Doch zu manchen gibt es leider keinen Kontakt mehr – oder sie mussten aus unterschiedlichen Gründen absagen. Bei Tony Koski und meinem alten Schulkamerad Horst Schum, der 1965 unser Teambetreuer war, ist es beispielsweise sehr schade, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen können. Bei Holger ist es so, wie er schon als Spieler war. Er ist unberechenbar, von daher lassen wir uns überraschen, ob er vor Ort sein wird (lacht).

Mit welchen Spielern von damals stehen Sie denn noch regelmäßig in Kontakt?

Jungnickel: Vor allem natürlich mit Bernd Röder und Hans Heß, die beide ebenfalls fest in Gießen verwurzelt sind. Wir sind gut befreundet und treffen uns fast wöchentlich. Auch mit der Familie Wucherer um unseren 67er-Spieler Jochen stehe ich regelmäßig in Kontakt, und wir sehen uns öfter. Sie sind ja auch bei fast allen Spielen der 46ers, seitdem Denis hier Trainer ist.

Wie präsent ist die Erinnerung an die damalige Zeit noch in Ihrem Alltag?

Jungnickel: Mir ist vor allem die Zeit der Jahre 1962 und 1963 sehr gut in Erinnerung, sogar besser als die späteren Meisterschaften. Das war die Zeit unseres Aufstiegs in die Oberliga, die damals die höchste Klasse war. Eigentlich sollte es ja so sein, dass man sich an die späteren Sachen besser erinnert, aber bei mir ist das nicht so, nicht jeder verfügt über ein solch ausgeprägtes Gedächtnis diesbezüglich wie Urmitzer (lacht). Zudem habe ich noch einige alte Zeitungsartikel, wenngleich auch unsortiert. Zudem besitze ich drei Chroniken über den Basketball beim MTV. Man denkt immer wieder gerne zurück, vor allem natürlich im Rahmen eines solchen Wochenendes, an dem sicher die eine oder andere Anekdote ausgepackt wird. Besonders unsere Auswärtsfahrten damals nach München sind immer wieder Gesprächsthema, denn da sind wir als Provinzler in der Großstadt des Öfteren mal gescheit ausgegangen (lacht).

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation bei den 46ers, und kann man vielleicht Parallelen zu damals ziehen, immerhin war die Pro-A-Meisterschaft der erste Titel seit 1979?

Jungnickel: Ich freue mich sehr, dass Denis Wucherer hier so gute Arbeit leistet und dass die Entwicklung der 46ers nach oben geht. Ich war damals einer der Ratgeber zu seiner Verpflichtung und kenne ihn schon, seit er auf die Welt kam. Dass der Schuldenabbau durch die gute Arbeit von Heiko Schelberg und der sportliche Erfolg so Hand in Hand gehen, hätte ich niemals erwartet und bereitet mir große Freude. Das muss man erst mal bewerkstelligen mit den hier zur Verfügung stehenden Mitteln. Sicherlich ist es so wie damals, dass die Jungs vor allem über den Teamgeist zum Erfolg kamen. Aber insgesamt lassen sich der Basketball von heute und damals nicht mehr vergleichen.

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