03. Mai 2015, 22:33 Uhr

Der perfekte Abschluss: 46ers sind Pro-A-Meister

»Das war der perfekte Abschluss einer grandiosen Saison«, freute sich Denis Wucherer. Nur Minuten zuvor war der erste Titelgewinn der besten Gießener Basketballer seit 1979 unter Dach und Fach gebracht worden: Mit einem 73:71 (38:33) über die Baskets Würzburg krönten sich die Gießen 46ers in einer ausverkauften Sporthalle Ost (3284) vor eigenem Publikum zum Meister der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A.
03. Mai 2015, 22:33 Uhr
Konfetti-Regen: Die Fans feiern die Gießen 46ers in der Osthalle, die sich mit dem zweiten Sieg gegen die Baskets Würzburg die Pro-A-Meisterschaft gesichert haben. (Foto: Friedrich)

Von der ersten Minute an hatten die Hausherren ihre Gegner im Griff, starteten mit einem 10:0-Run in die Partie und hatten auf alles, was Douglas Spradley seiner Mannschaft mit auf den Weg gab, eine Antwort. Nach einem ausgeglichenen zweiten Viertel sah es in der zweiten Hälfte zunächst so aus, als wären die 46ers auf dem Weg zu einem leichten Erfolg, denn zeitweise dominierten die Mittelhessen das beste Team der Hauptrunde. Am Brett konnten sich die Gießener immer wieder durchsetzen und durch starkes Rebounding einerseits zweite Wurfchancen der Baskets verhindern, andererseits sich selbst eben solche erarbeiten. Auch das Zusammenspiel klappte gut.

+++ Die 16 Aufstiegshelden in der Saisonkritik

Vor dem Schlussviertel stand es 61:48, doch plötzlich waren die Franken am Drücker: Mit einem 18:3-Lauf eroberten sie die Führung und damit ihrerseits die Chance auf den Meistertitel: Hätten die Würzburger mit zwei Punkten oder mehr gewonnen, wäre der Titel an den Main gegangen. Plötzlich war der »Tatort« vorverlegt und fand, anstatt wie angekündigt in Dortmund, in der Osthalle statt: Die Führung wechselte hin und her, traf Eric Palm auf der einen Seite einen Dreier, konterte auf der Gegenseite Carlos Medlock – davon, dass die Meisterschaft angesichts des feststehenden Aufstiegs beider Clubs sportlich wertlos sei, war in der Halle nichts zu spüren. Sechs Minuten vor Schluss kassierte Benjamin Lischka sein fünftes persönliches Foul, beendete somit seine Saison vorzeitig. Für die ohne Andre Marhold, der nicht einmal in der Halle erschien und, laut Wucherer, aus »internen Gründen« nicht einsatzbereit war, angetretenen 46ers eine enorme Schwächung. Doch Jonathan Malu machte eine starke Partie gegen die lange Garde des Topfavoriten, hielt gut dagegen und seinem Team damit die Chance, als Meister das Parkett zu verlassen.

20,2 Sekunden vor dem Ende hatten die Würzburger beim Stand von 72:71 aus Gießener Sicht den Ball, doch der Fehlwurf landete in den Händen von Yorman Polas Bartolo. Der Kubaner, nicht immer sicherer Freiwürfschütze, verwarf den ersten der fälligen Schüsse von der Linie, doch der zweite fand sein Ziel: Nun konnten die Würzburger allenfalls mit einem Dreier für die Verlängerung sorgen, da in diesem Fall beide Mannschaften nach Hin- und Rückspiel dieselbe Anzahl von Korbpunkten auf dem Konto gehabt hätten.

Allerdings: Jason Dourisseau konnte vom Flügel nur den Ring treffen und stürzte die Osthalle so in einen Jubel-Modus. Von »goldener Ananas« keine Spur, stattdessen pure Freude aufseiten der 46ers und der fast 3300 Fans. Noch ist der Feiermarathon der Gießener allerdings nicht beendet: Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Gießen am heutigen Nachmittag erwartet die 46ers noch ein kleines teaminternes Golfturnier, ehe ab Donnerstag die große Rückreisewelle der Mannschaft beginnt.

In der Erinnerung der Gießener Basketballfans werden sie allerdings zweifelsohne bleiben: Mit acht Siegen bei acht Playoffspielen zeigten sie eine makellose Bilanz in der heißesten Saisonphase, waren auf den Punkt genau da, als es darauf ankam und konnten deshalb am Ende zu Recht die Meistertrophäe in die Luft der Osthalle recken. Auch, wenn es »nur« in der zweiten Liga und nicht im Basketball-Oberhaus stattfand, so kann spätestens seit dem Meistertitel gesagt werden, dass es sich bei den Gießen 46ers 2014/2015 um eine der Mannschaften handelt, die sich für immer in das kollektive Gedächtnis des traditionsreichen Korbsports an der Lahn gespielt haben. Alleine mit dem Aufstieg, vor allem aber seit gestern Abend – dem, wie es Denis Wucherer so treffend formuliert hat, »perfekten Abschluss einer grandiosen Saison«.

Gießen 46ers: Bekteshi (2), Polas Bartolo (12), DiLeo (6), Palm (17), Lischka (7), Malu (6), Hawley (8), Wells (11), Schoo (4).

s.Oliver Baskets: Dourisseau (6), Medlock (17), Ebert, Ugrai (11), Spoden (4), Hoffmann, Betz (8), Mallett (2), Schneider, Dunbar (3), Fenn (18), Givens (2).

Martin Vogel

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