10. Oktober 2010, 22:16 Uhr

46ers legen einen Traumstart hin

Besser kann es in der Basketball-Bundesliga für die LTi Gießen 46ers nicht laufen: Mit dem 73:67 (37:35)-Erfolg über den BBC Bayreuth am Sonntagnachmittag machte das Team von Headcoach Vladimir Bogojevic den perfekten Start von drei Siegen in drei Spielen klar und gehört überraschend zu den Topteams der Liga - Tabellenplatz zwei für die Gießener, ein Augenschmaus für jeden Basketballfan in der Region!
10. Oktober 2010, 22:16 Uhr
SO KANN ES WEITERGEHEN: Die LTI Gießen 46ers und die Fans in der Osthalle haben Spaß an den Heimsiegen. Sie feiern das 73:67 gegen den BBC Bayreuth und den dritten Erfolg im dritten Spiel. (Foto: Friedrich)

Weniger attraktiv, dafür aber Hochspannung pur war das Spiel selber: Die 3620 Zuschauer in der Osthalle bekamen eine enge Partie zu sehen, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte und die erst in der Schlussminute durch den herausragenden Ryan Brooks (20 Punkte, sechs Rebounds, fünf Assists) entschieden wurde.

Die Gießener starteten nach einem Mitteldistanztreffer von eben jenem Brooks, der zuvor mit einer Wurftäuschung seinen Gegenspieler Koko Archibong schön in die Luft geschickt hatte (2:0, 2.). Kurz darauf erzielte Center Elvir Ovcina nach einem Pass von Giorgi Gamqrelidze das 4:2. Die Gäste blieben weiterhin hartnäckig, schnappten sich sogar die Führung, die erst Anthony Smith per Dreier zum 7:6 zurückeroberte (4.). Nach zwei weiteren Punkten von Brooks im Fastbreak zum 11:6 reagierte BBC-Trainer Andreas Wagner mit einer Auszeit. Die Bayreuther gingen nun öfter in die Zone und suchten ihren Center Jared Reiner, der jedoch gegen den gewohnt starken Elvir Ovcina einen schweren Stand hatte. Dennoch gingen die Gäste wieder in Führung, ehe 46ers-Neuzugang Tyler Kepkay die 15:14-Viertelführung erzielte.

Der Start in das zweite Viertel fiel deutlich schlechter aus. Nach dem 17:21 (12.) nahm Bogojevic eine Auszeit. Seine Worte zeigten Wirkung: Nach einem Pass von Brooks hatte Smith einen weit offenen Dreier, den er zum 24:23 (14.) verwandelte. Doch einen Lauf konnte Gießen deshalb nicht starten, die Führung wechselte immer wieder, ehe Smith kurz vor der Pause auf 37:30 erhöhen konnte. Die Franken nutzten die Schlussminute der ersten Halbzeit für fünf unbeantwortete Zähler, sodass Gießen mit einer knappen 37:35-Führung in die Kabine ging.

Dort schien BBC-Trainer Andreas Wagner zunächst die bessere Ansprache geliefert zu haben: Nach den ersten Punkten von Ex-46ers-Spieler Osvaldo Jeanty lagen die Gastgeber mit 39:42 zurück. Doch der nun stark aufspielende »Zach« Peacock (acht Punkte im dritten Durchgang) brachte Gießen wieder heran, ehe Ovcina mit einem weiten Zweier aus der Ecke die 48:46 erzielte. Die folgende Pause nutzte der 2,12-Meter-Hüne, um die Fans anzuheizen, indem er mit den Armen immer wieder dazu aufforderte, lauter zu werden. Spätestens als kurz darauf Ryan Brooks trotz Fouls den Ball artistisch im Korb unterbrachte und den fälligen Freiwurf noch zum 52:48 versenkte, stand die Halle Kopf - umso mehr, als der Flügelspieler kurz vor Viertelende das Kunststück noch einmal wiederholte und so den 57:54-Viertelstand herstellte.

Den Schlussabschnitt eröffnete Kepkay mit einem Dreier in höchster Not: Die Schussuhr stand nur noch bei einer Sekunde, als der Kanadier den Ball von der 6,75-Meter-Marke zum 60:54 versenkte. Zwei Freiwürfe von Brooks sorgten für die bis dato höchste Führung (62:54), was umso bemerkenswerter war, da die 46ers in dieser Phase ohne Elvir Ovcina, Anthony Smith und »Zach« Peacock auf dem Feld standen. Doch nach einem Alley-Oop von Bayreuths Marcus Ginyard waren es wieder nur noch vier Punkte Vorsprung (62:58). Nun war die Erfahrung von Ovcina gefragt, der trotz Fouls auf 66:60 erhöhte, aber den Bonusfreiwurf nicht traf. 1:15 Minuten vor Schluss war es dann einmal mehr Brooks, der per Layup wieder einen Sechs-Punkte-Vorsprung herstellte (68:62) und Bayreuth zu einer letzten Auszeit zwang. Danny Gibson verkürzte noch einmal auf vier Punkte von der Freiwurflinie, doch ein Dunk von Smith im Fastbreak brachte den Sieg wenige Sekunden vor Schluss unter Dach und Fach und verwandelte die Osthalle in ein Tollhaus, woran auch der Dreier von Pete Campbell mit der Schlusssirene nichts mehr ändern konnte.

»Wir haben schlecht im Eins-gegen-Eins verteidigt und keine Disziplin in der Offense gehabt, sind immer wieder zu früh aus unseren Systemen ausgestiegen«, ärgerte sich Bayreuths Trainer Andreas Wagner nach der Partie. Sein Gegenüber Bogojevic freute sich: »Bayreuth hat gut mitgespielt, wir haben es aber geschafft, Osvaldo Jeanty für seine Verhältnisse aus dem Spiel zu nehmen und Koko Archibong rauszunehmen. Ich kann aufgrund der kurzen Vorbereitung nach dem Spiel gegen Ludwigsburg am Freitag keinem meiner Spieler einen Vorwurf machen, dass wir Campbell offene Würfe gegeben haben. Wir haben ab und an den Ball zu lange gehalten, haben dann im Eins-gegen-Eins mit Elvir Ovcina und Zach Peacock unseren Vorteil gesucht.«

Den letzten Saisonstart mit drei Siegen in Folge feierten die Gießener übrigens in der Saison 1997/1998, als man unter anderem Bayreuth schlagen konnte. Besser startete man zuletzt im Jahr 1979, als man viermal hintereinander gewann. Eine große Herausforderung also für die 46ers-Mannschaft, die zunächst am Freitag (20 Uhr) beim ebenfalls noch ungeschlagenen Topteam Ewe Baskets Oldenburg gastiert, ehe am Sonntag (17 Uhr) ratiopharm Ulm seine Visitenkarte in der Osthalle abgibt. Martin Vogel

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