21. Dezember 2012, 19:53 Uhr

46ers – das Sprungbrett vieler Trainer und Spieler

(mv) Das letzte Heimspiel im Jahr 2012 bringt den LTi Gießen 46ers ein Wiedersehen – wie so oft in der Basketball-Bundesliga. Der Traditionsverein, seit Gründung der ersten Liga 1967 ununterbrochen Bundesligist, hat vielen Spielern und Trainern auch als Sprungbrett gedient. So beispielsweise Thorsten Leibenath, der am Samstag um 20 Uhr mit ratiopharm Ulm in der Osthalle zu Gast ist.
21. Dezember 2012, 19:53 Uhr
Einst bei den Gießen 46ers – Ricky Hickman (l.), der nun für den israelischen Spitzenverein Maccabi Tel Aviv spielt, und Heiko Schaffartzik von Alba Berlin. (Foto: imago)

2007/2008 Cheftrainer an der Lahn, zuvor über viele Jahre Assistenztrainer, gelang es dem gebürtigen Leverkusener Leibenath in der vergangenen Saison sensationell, die Schwaben zum Vizemeistertitel zu führen.

Zwar gelang den Ulmern die Qualifikation zur Euroleague nicht, doch im Eurocup schaffte die Leibenath-Truppe mit einer Aufholjagd im letzten Gruppenspiel gegen Zagreb sensationell den Einzug in die Top-16. Gegner dort ist unter anderem das russische Topteam von UNICS Kazan, und damit kein geringerer als die Gießener Basketball-Legende Chuck Eidson. Der Flügelspieler hatte im Sommer seinen Vertrag beim FC Barcelona aufgelöst und hatte sich dem Klub von der Wolga angeschlossen, bei dem er weiterhin das komplette Paket aus Punkten, Vorlagen und Rebounds abliefert, das ihn zu einem der besten Flügelspieler außerhalb der NBA macht.

In der russischen Liga trifft Eidson auf Obie Trotter (BC Nischni Nowgorod). Der Pointguard, von 2006 bis 2008 in Gießen aktiv, trug zwischen 2010 und dem Sommer das Trikot des ungarischen Erstligisten Szolnok, die er zweimal zum Double führte. Als Dank wurde Trotter eingebürgert und läuft inzwischen auch für die ungarische Nationalmannschaft auf.

Nachfolger Trotters als Ex-Gießener in Szolnok ist der lettische Flügelspieler Ernests Kalve. 2006/2007 als Leihgabe von Benetton Treviso in der Osthalle aufgelaufen, zog es ihn im Anschluss durch das Baltikum. Seit diesem Jahr in Ungarn, mauserte sich der 25-Jährige, der in Gießen nur als Ergänzungsspieler auflief, zum Topscorer seiner Mannschaft in der Eurochallenge, in der er auf 17 Punkte und fast sieben Rebounds im Schnitt kam. Ausgerechnet in den beiden Partien gegen die EWE Baskets Oldenburg blieb er allerdings weit hinter diesem Schnitt zurück, was auch an der guten Leistung der langen Garde der Niedersachsen gelegen haben könnte. Immerhin spielen dort mit Jannik Freese und Adam Chubb ebenfalls zwei Ex-Gießener. Chubb wiederum spielte 2005/2006 nicht nur mit Eidson zusammen, sondern auch mit BJ Elder. Der kam als Ersatz nach dem Kreuzbandriss Eidsons nach Mittelhessen und spielt inzwischen in Italien. Mit Aquila Basket Trento rangiert er derzeit im Mittelfeld der Lega Due, der starken zweiten Liga Italiens. Mit 15,6 Zählern je Einsatz ist er bester Punktesammler seiner Mannschaft und markiert damit 0,8 Punkte mehr als Michael Umeh. Der Guard, letzte Saison in Braunschweig und zwischen 2007 und 2009 in Gießen unter Vertrag, spielt ebenfalls für den Aufsteiger aus Norditalien und wurde vor wenigen Wochen zum Spieltags-MVP gewählt, als er 38 Punkte zum 84:73-Sieg gegen Imola beisteuerte.

Gut befreundet ist Umeh auch heute noch mit Ricky Hickman, der wohl den mit Abstand größten Karrieresprung machte. Der heute 27-Jährige kam aus der zweiten Regionalliga von der BG Göttingen II als Ergänzungsspieler während der Saison 2008/2009 nach Gießen, wo er nicht besonders auffiel. Doch nach einem Jahr als Topscorer in Finnland wurde er bester Punktesammler in Italien. Danach führte er Casale Monferato als MVP der Lega Due in die italienische erste Liga, wo er wiederum ein weiteres Jahr später für Pesaro überzeugte. In diesem Sommer folgte dann der endgültige Aufstieg in den Kreis der Topspieler Europas. Hickman schlug Angebote aus St. Petersburg und Siena aus und unterschrieb beim israelischen Spitzenverein Maccabi Tel Aviv einen Zwei-Jahres-Vertrag. Momentan ist Hickman bester Balldieb der Euroleague und schenkte zuletzt Alba Berlin 17 Punkte ein. Sein Gegenspieler, Heiko Schaffartzik, war 2009 noch jener Akteur, hinter dem Hickman in Gießen von der Bank kam.

Ein 46ers-Duo hat sich im georgischen Tiflis gefunden, wo Chad Prewitt (MIA Academy) und Giorgi Gamqrelidze (BC Armia) mit ihren Mannschaften derzeit punktgleich auf den Plätzen zwei und drei der georgischen Liga rangieren. Bei Osvaldo Jeanty (London Lightning) und Mike Helms (Windsor Express) klingen die Arbeitgeber zwar britisch, befinden sich allerdings in Kanada, wo Helms (17,9 Punkte) deutlich erfolgreicher auftritt als der Kanadier Jeanty (5,1 Zähler).

Deutlich näher an Gießen spielen dagegen David Jandl und Seamus Boxley, die zusammen in Österreich das Trikot der Oberwart Gunners tragen, aber nicht verhindern konnten, dass die Burgenländer nur auf Rang neun der elf Mannschaften umfassenden ÖBL rangieren. Damit stehen sie aber immerhin einen Platz vor Martin Kohlmaier und St. Pölten, während Richard Poiger und die Swans Gmunden vom vierten Platz grüßen. Die Oberösterreicher sind wiederum bekanntermaßen das Ex-Team von 46ers-Coach Mathias Fischer – und der ist heute Abend Gegenüber von Thorsten Leibenath. Und so geht die Rundreise durch die Basketballwelt dort zu Ende, wo sie angefangen hat: Auf dem Parkett der Osthalle.

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