16. Februar 2015, 21:13 Uhr

46ers Kapitän DiLeo: »Unser Ziel ist der zweite Platz«

Nach der deutlichen Niederlage bei den Würzburg Baskets liegen die Gießen 46ers zehn Punkte hinten den Franken in der Tabelle der Basketball-Pro A auf Platz drei. Zweiter ist der Nürnberger BC, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als die Gießener. 46ers-Kapitän TJ DiLeo äußert sich in einem Gespräch zur derzeitigen sportlichen Situation der Gießener, aber auch zu seinen persönlichen Ambitionen.
16. Februar 2015, 21:13 Uhr
Ojemine: Die Geste von 46ers-Kapitän TJ DiLeo spricht Bände. (Foto: mv)

Etwas mehr Respekt hätte er sich schon verdient: Anthony TJ DiLeo muss sich immer wieder in fremden Hallen der zweiten Basketball-Bundesliga als »Tony DiLeo« ankündigen lassen, zuletzt beim Topspiel der Liga in Würzburg. Dabei ist Tony, der ehemalige Headcoach des NBA-Clubs Philadelphia 76ers, der Vater des Kapitäns der Gießen 46ers. Als einer der wichtigsten Spieler im Kader der Mittelhessen kommt der vielseitige Flügelspieler auf 10,3 Punkte, 4,2 Assists, 4,4 Rebounds und 1,8 Ballgewinne pro Spiel. Damit ist er der drittbeste Scorer, beste Vorlagengeber, drittbeste Rebounder und zweitbeste Balldieb der Gießener. Trotzdem konnte auch der 24-Jährige nicht verhindern, dass seine Mannschaft in den letzten Wochen etwas schwächelte.

Herr DiLeo; die Niederlage in Würzburg, zuvor bereits eine in Essen und ein unnötig schwieriges Spiel gegen Leverkusen – was ist in den letzten Wochen mit den Gießen 46ers los?

TJ DiLeo: »Das ist schwierig zu sagen. Vielleicht waren wir uns zu sicher, haben gedacht ›wir sind Zweiter» und waren damit zufrieden. Wir sind einfach aus unserem Rhythmus heraus. Aber alle Mannschaften müssen durch solche Phasen durch. Wie gut wir wirklich sind, entscheidet sich dadurch, wie wir hiervon zurückkommen.«

Offensiv war das Team in den letzten Wochen nicht so präsent wie zuvor. Was ist im Angriff los?

DiLeo: »Stimmt. Ich weiß nicht genau, aber wir müssen definitiv daran arbeiten. Unsere Verteidigung kann nur einen Teil übernehmen. Wenn wir in Rückstand geraten oder ein Team, wie Leverkusen im zweiten Viertel, einen Lauf hat, geraten wir ein bisschen in Panik und spielen nicht mehr unsere Offense durch – dann kommt eins zum anderen und alles wird schwieriger. Wir müssen dem System mehr vertrauen, das ist das Wichtigste.«

Macht die Integration von Aaron Hawley und Achmadschah Zazai es vielleicht so schwierig?

DiLeo: »Ich glaube eigentlich nicht. Wir müssen uns natürlich daran gewöhnen, sie an Bord zu haben, aber das werden wir – und dann helfen sie uns weiter. Sie sind beide gute Spieler, und wir haben in der Hinrunde gesehen, dass wir solche Spieler brauchen. Aber wir sind alle das Problem, nicht die beiden. Wir haben Anfang der Rückrunde gut ausgesehen, aber müssen in der Defense wieder mehr Stopps erzielen, um einfache Körbe zu bekommen. Wir waren da schon besser drin.«

Benjamin Lischka ist nicht mit der Mannschaft nach Würzburg gefahren. Erklärt Ihnen als Kapitän Trainer Denis Wucherer solche Entscheidungen im Vorfeld?

DiLeo: »Wir haben darüber geredet, ja. ›Benni» ist ein guter Mitspieler, ein echt netter Kerl, und ich bin mir sicher, dass er nächste Woche wieder dabei ist und alles wieder im Lot ist. Ich habe natürlich auch mit ihm gesprochen. Das passiert schon mal, dass im Laufe einer Saison ein Spieler oder der Trainer etwas frustriert sind mit jemandem. Ich habe auch mit dem Coach gesprochen. Aber klar ist: Der Trainer trifft die Entscheidungen.«

Hat sich durch die Niederlage in Würzburg etwas am internen Saisonziel geändert?

DiLeo: »Ich glaube, dass wir im Hinterkopf schon den Gedanken hatten, dass, wenn wir gegen Würzburg gewinnen, wir vielleicht noch eine Chance haben, uns auf Platz eins zu schmuggeln. Aber jetzt ist jedem klar, dass unser Ziel der zweite Platz ist. Wir können nicht darauf hoffen, dass Würzburg so viele Spiele noch verliert, auch, weil sie schon viele schwere Gegner in der Rückrunde hatten. Also hoffen wir auf die bestmögliche Ausgangssituation für die Playoffs.«

Sie sind ein absoluter Liebling bei den Fans, vielleicht der wichtigste Spieler im Team. Führen Sie Gespräche mit den 46ers in Sachen Vertragsverlängerung?

DiLeo: »Noch nicht. Ich habe mit meinem Agenten (Patrick King) gesprochen, was meine Ziele für die nächste Saison sind, und ich weiß, dass er und der Verein in Kontakt stehen. Er vertritt auch Coach Denis. Aber ich konzentriere mich momentan ganz auf die Saison und versuche, da erst mal ein paar Monate nicht darüber nachzudenken.«

Aber wenn ich jetzt sagen würde, dass Ihr Ziel die BBL ist, würden Sie mir doch sicherlich zustimmen?

DiLeo: »Ich suche nach der passenden Situation für mich. Natürlich ist mein Ziel die BBL, und wenn ich das mit Gießen schaffen könnte, wäre das der Wahnsinn! Es heißt nicht, dass, wenn wir nicht aufsteigen sollten, ich dann automatisch nicht zurückkommen würde. Ich muss herausfinden, was das Beste für meine Karriere, finanziell wie sportlich, ist. Aber da ist noch sehr viel im Dunkeln. Wie gesagt, ich möchte irgendwann BBL spielen. Mal sehen, wann, aber hoffentlich erreiche ich dieses Ziel.«

Als vielleicht bester Deutscher in der Pro A müssen Sie sich vor vielen Bankspielern in der BBL nicht verstecken. Hat sich denn der neue Bundestrainer schon einmal bei Ihnen gemeldet?

DiLeo: »Bis jetzt noch nicht. In den letzten Jahren hat sich der DBB immer gemeldet, im letzten Sommer allerdings nicht. Ich habe da bis zu dieser Frage auch, ehrlich gesagt, noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Aber es wäre toll und eine riesige Ehre für mich, wieder im Kreis einer Nationalmannschaft zu stehen, nachdem ich für die U20 und die A2-Nationalmannschaft gespielt habe. Mal sehen, was noch so kommt.« (mv)

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