04. September 2018, 07:30 Uhr

Stresstest

Zwei Spiele in drei Tagen für HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar muss in der Handball-Bundesliga heute (19 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Magdeburg ran und schon am Donnerstag beim TVB Stuttgart (19 Uhr) wieder. Das verstehe, wer will!?
04. September 2018, 07:30 Uhr
Kreisläufer-Neuzugang Nils Torbrügge und die HSG Wetzlar geben sich vor den zwei extrem schweren Bundesliga-Aufgaben in dieser Woche kämpferisch. (Foto: Eibner)

HSG Wetzlar


Ein mehr als unglücklicher Stresstest in der Handball-Bundesliga für die HSG Wetzlar. Heute um 19 Uhr erfolgt in der heimischen Rittal-Arena der Anpfiff gegen den mit zwei Siegen gestarteten Geheimfavoriten SC Magdeburg und bereits am Donnerstag muss die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider beim TVB Stuttgart (19 Uhr) antreten. Diese Terminplan-Hektik ist zwar weder zu verstehen noch zu diskutieren – ein Wettbewerbsnachteil für die Grün-Weißen aber auf jeden Fall.

Wie ist der Saisonstart der HSG zu bewerten? Die Wetzlarer haben sich in Lemgo deutlich besser präsentiert als noch im Heimspiel gegen Bietigheim. Es waren nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag Richtung TBV gegeben haben. »Dass wir so früh schon so eine Leistung abrufen, hat mich sehr gefreut«, meinte Wandschneider, der auch Tage später den verlorenen Punkten nachtrauerte. Ein Zähler wäre mindestens verdient gewesen, aber eine unglückliche Freiwurfentscheidung kurz vor Abpfiff kostete die Grün-Weißen das Unentschieden. Der neu formierte Innenblock aus Stefan Kneer und Neuzugang Nils Torbrügge funktioniert immer besser, so dass nur mehr ein Angriff-/Abwehrwechsel vonnöten ist. Und auch die anderen Neuzugänge haben sich schon erstaunlich gut eingefügt. Dennoch fehlt es an einigen Stellen noch an der Abstimmung, was zu diesem Zeitpunkt der Saison aber noch kein Grund zur Sorge sein sollte.

Was geht gegen Magdeburg? Der SCM hat einen blitzsauberen Saisonstart hingelegt und steht hinter der SG Flensburg/Handewitt auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit Siegen in Melsungen und am Sonntag im Derby gegen den SC DHfK Leipzig hat die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert untermauert, wo die Reise hingehen soll – ganz nach oben. »Sie haben eine Top-Mannschaft ganz gezielt verstärkt. Sie spielen alle stark im Eins gegen Eins, haben alle ein super Auge, auch in Bedrängnis. Sie sind auf allen Positionen mit europäischer Spitzenklasse besetzt«, kommt Wandschneider fast ins Schwärmen. Hinten wartet eine 6:0-Abwehr, die mit Zeljko Musa und Piotr Chrapkowski über einen kaum zu überwindenden Mittelblock verfügt. Aus dieser starken Deckung startet Magdeburg sofort in den Gegenstoß. Keeper Jannick Green hat in den ersten beiden Spielen stark gehalten. »Was die abliefern, ist Handball vom Allerfeinsten«, so Wandschneider. »Sie spielen vier, fünf Auslösehandlungen – und was sie daraus machen, hat alles Hand und Fuß. Sie spielen Schach mit dem Gegner.« SCM-Coach Wiegert ist mit dem Saisonstart zufrieden. »Warum sollte ich die Euphorie bremsen«, sagte er nach dem Sieg gegen Leipzig. »Die Erwartungen sind eh groß. Die Stimmung hat sich die Mannschaft hart erarbeitet, das haben wir verdient. Jetzt gilt es, das zu stabilisieren. Wir wollen nach und nach die Punkte von Melsungen vergolden.«

Was erwartet die HSG in Stuttgart? Nur 48 Stunden Pause liegen zwischen den beiden Spielen, somit ist am Mittwoch vor allem Regeneration angesagt. Wandschneider wird mit seinen Spielern in die Videoanalyse gehen, um sie auf Stuttgart bestens vorzubereiten. »Wir müssen das, was wir können, zu 100 Prozent auf die Platte bringen und unser Zusammenspiel Schritt für Schritt verbessern.« Der TVB ist ebenfalls mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gestartet, hatte aber andere Kaliber zu bewältigen als die Mittelhessen. Im ersten Spiel gelang den Männern von Coach Jürgen Schweikardt ein 27:26-Erfolg beim SC DHfK Leipzig. Zu Hause unterlag man den Rhein Neckar Löwen mit 20:26. In beiden Spielen hatten die Stuttgarter eine hervorragende Moral und viel Kampfgeist gezeigt. Schweikardt hatte vor Saisonstart lediglich zwei »richtige« Neuzugänge zu integrieren. Lukas von Deschwangen kam vom Schweizer Meister Wacker Thun und David Schmidt war zuletzt bei den Eulen Ludwigshafen unter Vertrag. Sascha Pfattheicher von der SG Leutershausen war schon letzte Runde mit einem Doppelspielrecht für den TVB aktiv. Wetzlar erwartet ein eingespielter Gegner, der sich zum Ziel gesetzt hat, mit dem Abstiegskampf in dieser Saison nichts zu tun haben zu wollen. Dementsprechend werden die Johannes Bitter, Michael Kraus und Co. Gegen die HSG alles daran setzen, die Punkte im Schwabenland zu behalten.

Die personelle Situation bei den Grün-Weißen: Trainer Wandschneider sollte alle Mann aus der Partie in Lemgo an Bord haben. Hier musste er auf Rechtsaußen Kristian Björnsen wegen einer Oberschenkelzerrung verzichten. »Ob Kristian gegen Magdeburg dabei sein kann, steht noch in den Sternen.«

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