28. August 2018, 06:25 Uhr

HSG Wetzlar

Zwei Asse und viele Baustellen

Dank der Neuzugänge Tibor Ivanisevic und Lenny Rubin ist die HSG Wetzlar mit dem 24:21 über SG BBM Bietigheim erfolgreich in die Bundesliga-Saison gestartet. Mehr aber auch nicht.
28. August 2018, 06:25 Uhr
Wetzlars Neuzugang Emil Frend Öfors gab Bietigheims Keeper Domenico Ebner von links außen mehr als einmal das Nachsehen. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Die ersten Analysen müssen sitzen, denn von diesem bis nächsten Donnerstag stehen der HSG Wetzlar in Lemgo (30. August), gegen Magdeburg (4. September) und in Stuttgart (6. September) drei Bundesliga-Aufgaben in einer Woche bevor. Es gibt viele Baustellen.

Welchen ersten Eindruck haben die Neuzugänge hinterlassen?

Torhüter Tibor Ivanisevic (»In den engen Momenten der Partie haben wir die größere Qualität bewiesen«) zeigte sowohl gute Reaktionen als auch ein ordentliches Stellungsspiel. Der Serbe hat das Potenzial, die erfolgreiche Torhüter-Ära der Wolffs und Buric’ als emotionaler Leader fortzusetzen. Mit Lenny Rubin ist die Torgefahr aus dem linken Rückraum, die bei den Grün-Weißen seit einem Damir Radoncic Tradition hat, wieder gewachsen. Der Schweizer (»Wichtig war allein, die beiden Punkte einzufahren«) ist aber nicht nur mit einem großen Wurfrepertoire, sondern auch mit viel Talent ausgestattet, trifft er doch viele gute und somit richtige Entscheidungen. Abzuwarten bleibt, wie sich der »Rohdiamant« schlägt, wenn er körperlich noch härter angegangen wird. Der schwedische Linksaußen Emil Frend-Öfors wurde zu Beginn kaum ins Spiel gebracht, zeigte zwischenzeitlich aber seine Stärken im Abschluss auch aus extrem schwierigem Winkel.

Was war gut?

Die Partie war über 60 Minuten hinweg ein zähes Ringen, dennoch hielten die Akteure der HSG Wetzlar die Konzentration immer hoch. In der entscheidenden Phase der Partie übernahm Neu-Kapitän Filip Mirkulovski Verantwortung, zeigte Willen und Entschlossenheit und führte die Grün-Weißen über seine gelungenen Eins-gegen-eins-Aktionen über das 22:19 (50.) zum Sieg. Der norwegische Rechtsaußen Kristian Björnsen bewahrte kühlen Kopf als es notwendig war: beim 17:14 (40.) in Unterzahl, beim Gegenstoß zur 24:20-Entscheidung.

Was muss sich bessern?

Der Sieg macht sicher den Kopf frei. Gut so! Der Auftritt an sich wird so manche Köpfe aber noch rauchen lassen. Das Umschaltspiel nach vorne hat nur selten funktioniert, erste und zweite Welle besaßen Seltenheitswert. Dem Wetzlarer Positionsangriff fehlte gegen die wechselnden 4:2-/5:1-Abwehrformationen der Bietigheimer einfach das notwendige Aktionstempo, um größeren Druck aufzubauen. Das war vieles noch nicht im Fluss. Trotz der 17 Torhüter-Paraden von Tibor Ivanisevic durften sich die Hausherren der beiden Punkte bis zum 19:19 (48.) nicht sicher sein, was die Probleme im Angriff unterstrich. Die HSG ließ viel zu lange die Tempoverschleppung des Aufsteigers zu, die 6:0-Abwehr stand zwar ordentlich, wirkte aber zu passiv, übte zu wenig Druck auf die Bietigheimer Angriffsreihe aus.

Lag es allein an der Nervosität?

Damit würde man es sich zu einfach machen. Die Statik des Wetzlarer Spiels hat sich zum x-ten Mal in den letzten Jahren verändert. Jannik Kohlbacher, der Verdrängungskünstler am Kreis, ist weg; über halblinks kann vermehrt der Abschluss über Lenny Rubin statt spielerische Lösungen über Olle Forsell-Schefvert oder Alexander Hermann gesucht werden. Gerade Forsell-Schefvert und Hermann, die beiden Aufsteiger des Vorjahres, sind weit von dieser Form entfernt. Dazu kommen auf halbrechts die Unsicherheitsfaktoren Stefan Cavor und Joao Ferraz, die an guten Tagen Spiele entscheiden, an schlechten Tagen aber auch das ganze Team nach unten ziehen können.

Wie ist die neue 16-Uhr-Anwurfzeit angekommen?

3804 Zuschauer haben nach offizieller Angabe die Auftaktpartie verfolgt. Wer regelmäßig in der Rittal-Arena zu Gast ist, hat sicher größere Lücken gerade im Dauerkartenbereich ausgemacht. Sonntags um 16 Uhr ist erstens noch Amateur- und zweitens bereits Sky-Fußballzeit. Vielleicht hatte auch die SG BBM Bietigheim als Aufsteiger nicht genügend Zugkraft, um nur annähernd an die übliche 4000er-Marke zu stoßen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Baustellen
  • HSG D/M Wetzlar
  • HSG Wetzlar
  • Handball
  • Rittal-Arena Wetzlar
  • Rubine
  • Ralf Waldschmidt
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.