05. Juni 2017, 21:42 Uhr

Zwei Abschiede als Balsam für die Seele

05. Juni 2017, 21:42 Uhr
Werden im Rahmen eines Nostalgiespiels im Beisein zahlreicher Weggefährten verabschiedet: Viktor Klassen und Daniel Dörr (r.). (Foto: Friedrich)

Es war ein Nachmittag, wie ihn die Basketball-Fans in Lich momentan gut brauchen können: Denn während über der Licher Mannschaft, die am höchsten spielt, seit Wochen ein Damoklesschwert hing (siehe Bericht oben), sorgte das Abschiedsspiel von Daniel Dörr und Viktor Klassen für einen nostalgischen Blick in die Vergangenheit und erinnerte an die glorreichen Zeiten der Basketballer an der Wetter.

Sowohl »Locke« Dörr als auch »Vik« Klassen hatten zuletzt bereits vor einem Jahr für die erste Licher Mannschaft gespielt, ohne die Schuhe dann gleich an den Nagel zu hängen: Dörr ist noch beim VfB Gießen in der 2. Regionalliga aktiv, Klassen ging eine Klasse höher für die »Zwote« der Licher auf Korbjagd. Nun verabschiedeten sie sich beide nach ewigen Zeiten im Dress der Wetterstädter. Klassen gehörte bereits beim einzigen Erstligaausflug des TV Lich in der Saison 1999/2000 zum Kader und lief insgesamt 18 Saisons in der zweiten Liga auf, Dörr spielte, mit einer fünfjährigen Unterbrechung, als er in Crailsheim aktiv war, zehn Jahre lang in Lich.

Nun hatten beide alte Weggefährten eingeladen, die fast alle auch erschienen. Klassen musste allerdings auf seinen ursprünglich als Trainer des »Team Licher Urgestein« eingeplanten Thorsten Leibenath verzichten, der bei der Saisonabschlussfeier der Ulmer Bundesliga-Basketballer unverzichtbar war und dafür von Ralf Rehberger, inzwischen Cheftrainer von ProB-Team Rostock Seawolves, ersetzt wurde. Sämtliche Einnahmen, auch jene aus einer Versteigerung der beiden Trikots von Dörr und Klassen, gingen an die Organisation »Basketball for development«, die Kinder in Afrika unterstützt.

Die Partie selbst war geprägt vom freundschaftlichen Miteinander aller Protagonisten, ohne dass der Sport ganz hinter den Spaß zurücktrat. Von Licher Altstars wie Kai Löffler über Dörrs Weggefährten aus Crailsheimer Zeiten bis hin zu aktuellen Spielern wie Ugur Külhan waren viele Generationen auf dem Feld anzutreffen und sorgten dafür, dass die mehr als 500 Zuschauer einen schönen Nachmittag verbrachten. Dennoch war es kein normales Basketball-Spiel – was sich alleine schon dadurch beweisen lässt, dass der offizielle Spielbogen nur deshalb irgendwann abrupt endet, da das Kampfgericht von den Referees dazu verpflichtet wurde, für den Getränkenachschub von Unparteiischen und Bankspielern zu sorgen.

Besonders warmen Applaus von den Rängen erhielt Bernd »Lupo« Hadwiger – aber natürlich kein Vergleich zu den Standing Ovations, die Dörr und Klassen erhielten, als sie eine Minute vor dem Ende zum letzten Mal das Parkett verließen.

Den Sieg trug am Ende das »Team Locke« von Daniel Dörr davon – wahrscheinlich zumindest, denn auf den Anzeigetafeln der Dietrich-Bonhoeffer-Halle leuchtete am Ende ein 100:100-Unentschieden. Und so dürfte es nicht daran gelegen haben, dass Viktor Klassen nach Spielende die ein oder andere Träne verdrücken musste, als er sichtlich bewegt allen Anwesenden für ihr Kommen und seine gute Zeit in Lich dankte. Christian Knaus, nicht nur Trainer des siegreichen »Team Locke«, sondern auch im Abteilungsvorstand der Basketballer, wiederum hob in seiner Eloge auf die beiden Korbjäger ihre Vorbildfunktion für den Licher Nachwuchs besonders hervor. Beide stünden für die lange Basketball-Tradition der Kleinstadt.

Team Locke: Daniel Dörr, Ugur Külhan, Zeljko Pavlovic, Johannes Lischka, Elijah Allen, Ivica Piljanovic, Nino Valentic, Melvin Hargress, Viktor Ziring, John Cadmus, Nico Dilukila, Sherman Lockhart, Trainer Christian Knaus.

Team Licher Urgestein: Viktor Klassen, Rolf Scholz, Nils Pompalla, Sebastian Szymanski, Lutz Mandler, Marian Schick, Bernd Hadwiger, Kai Löffler, Jan Bokemeyer, Chris Reinhardt, Peter Arnold, Kai Büchler, Trainer Ralf Rehberger.

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