13. Februar 2018, 12:00 Uhr

Licher Dream Team

»Zeitreise« des TV Lich mit Leibenath und Co.

Basketball und Lich - das gehört zusammen. Das stellte sich wieder unter Beweis, als der TV Lich die Ü40-Hessenmeisterschaft ausrichtete. Die Vereins-Legenden waren nicht zu schlagen.
13. Februar 2018, 12:00 Uhr

Dieses Event fand auch bei den Zuschauern großen Anklang: An beiden Tagen sorgten die Fans für ein gut gefülltes Haus und feierten ihre Hessenmeister anschließend mit Standing Ovations.

»Wir fühlen uns sehr geehrt, dass so viele Leute gekommen sind, um uns zu sehen«, strahlte der frischgebackene Hessenmeister Jan Bokemeyer, der einst 1999 mit dem TV Lich den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hatte und dort eine Saison lang in der höchsten deutschen Spielklasse auf Korbjagd ging: »Es fühlt sich schon ein bisschen anders an als früher, aber jeder hat immer noch seine spielerischen Eigenheiten, die man noch kennt. Es hat total viel Spaß gemacht und war schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen. Lich ist einfach Heimat«, so »Boke«, der von den Fans während der Spiele immer wieder lautstark angefeuert wurde.

Wenn man 22 Jahre lang seinen Lebensmittelpunkt hier hat, ist das natürlich auch Heimat

Thorsten Leibenath

 

Und die Anfeuerung hatten sich Bokemeyer und Kollegen auch wahrlich verdient, denn sie zeigten immer wieder, dass sie das Basketballspielen trotz des fortschreitenden Alters nicht verlernt haben: Sichere Ballstafetten, No-Look-Pässe, Finten, Anspiele hinter dem Rücken, sicher verwandelte Würfe und vieles mehr bot der TV Lich den Fans.

TV Lich, Hessenmeister der Ü40. Am Erfolg beteiligt waren (hintere Reihe, v. l.): Christian Maruschka, Thorsten Leibenath, Patrick King, Björn Hendrischke, Jochen May, Jan Bokemeyer, Kai Löffler (vorn, v. l.) Tobias Bastel, Peter Arnold, Markus Repp, Sebastian Szymanski, Stefan Hönle.	(Foto: Vogler)
TV Lich, Hessenmeister der Ü40. Am Erfolg beteiligt waren (hintere Reihe, v. l.): Christia...

Dies ist umso beachtlicher, wenn man die Umstände bedenkt, wie Markus Repp erklärte: »Wir sind hier das einzige Team, das nirgendwo in einer Liga spielt, sondern wir sind nur für dieses Turnier zusammengekommen. Aber wir sind einfach immer noch eingespielt, weil wir so viele Jahre zusammen gespielt haben.«

 

Gänsehaut bei Zeitreise

Okay, die Geschwindigkeit und die Sprungkraft haben nachgelassen, und im Alter steigt auch die Verletzungsanfälligkeit. So verletzten sich mit Repp und Ex-Bundesligaspieler Sebastian Szymanski gleich zwei Spieler bereits am ersten Tag. Szymanski nahm es mit Humor: »Bei mir kann nicht mehr viel kaputtgehen – da ist eh schon alles kaputt«, so der Guard augenzwinkernd.

Auch für das »Dream Team« aktiv: Thorsten Leibenath, der Headcoach des Bundesligisten rathiopharm Ulm.	(Foto: Vogler)
Auch für das »Dream Team« aktiv: Thorsten Leibenath, der Headcoach des Bundesligisten rath...

Die Kameradschaft war es, die überhaupt zur Turnierteilnahme führte. Christian Maruschka, der als Spielertrainer fungierte, klärte auf: »Wir sind damals eng zusammengewachsen, und wir machen seitdem einmal im Jahr einen Kurzurlaub zusammen. Letztes Jahr haben wir das nicht geschafft, und da haben wir uns überlegt, als Ersatz stattdessen bei der Hessenmeisterschaft zu spielen. Ich hatte Gänsehaut: Es war wie eine Zeitreise – wir haben die Uhren zurückgedreht. Manche Leute hatte ich seit 20 Jahren nicht mehr in der Halle gesehen; die sind extra für uns gekommen.«

 

Süddeutsche Meisterschaft vor Augen

Natürlich stand nicht nur der sportliche Aspekt im Vordergrund: »Mir ging es darum, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen«, sagte Thorsten Leibenath, der aktuell Headcoach des Bundesligisten rathiopharm Ulm ist und neben den Aufstiegshelden Szymanski, Bokemeyer und Kai Löffler sowie dem ehemaligen Nationalspieler und 46ers-Kapitän Patrick King der wohl prominenteste Spieler war. King, zu »jungen« Zeiten nie ein Licher, aber eng mit den Spielern befreundet, ließ sich sogar eigens für das Turnier einen Spielerpass ausstellen.

Ex-Bundesligatrainer und TV-Kommentator Stefan Koch konnte aus beruflichen Gründen zwar nicht mitspielen, saß aber am Sonntag unter den Zuschauern, um seine Kumpel anzufeuern. Leibenath, der seinen Spielerpass übrigens seit 25 Jahren beim TV Lich hat, strahlte über das Zusammenkommen der Truppe: »Da ist eine wirklich enge Freundschaft entstanden: Von den Kindern von zwei der Jungs bin ich der Patenonkel, und Christian Maruschka ist der Patenonkel von meiner Tochter. Bei ihm übernachte ich auch, wenn ich hier zu Besuch bin. Ich bin zwar aus Leverkusen, aber wenn man 22 Jahre lang seinen Lebensmittelpunkt hier hat, ist das natürlich auch Heimat.«

Nachdem am Samstag der geglückte Auftakt bereits mit dem einen oder anderen Bier gewürdigt wurde, ging es am Sonntag zum Schnitzelessen, um den Titel zu feiern. Den nächsten Anlass zum gemeinsamen Feiern gibt es möglicherweise bereits am 24./25. März. Denn da steigt die süddeutsche Meisterschaft, für die Lich nun qualifiziert ist und sich als Ausrichter bewerben will – natürlich mit dem »Dream Team«.

Info

Souverän zum Titel

Der TV Lich ist seiner Favoritenstellung bei der Ü40-Hessenmeisterschaft der Basketballer gerecht geworden. Erstmals seit der Jahrtausendwende spielten die Licher Lokal-Legenden wieder bei einem offiziellen Basketballereignis zusammen – und beendeten das Turnier ungeschlagen als Titelträger. Vier weitere Mannschaften waren für die Landestitelkämpfe qualifiziert, die bei einer Spielzeit von 4x7 Minuten und im Modus jeder gegen jeden ausgetragen wurden. Die Mittelhessen ließen der Konkurrenz keine Chance. Nach dem 67:33 gegen den BC Wiesbaden, dem 61:29 gegen die TSG Oberursel, dem 60:31 über den BC Darmstadt und dem 66:48 gegen die FTG Frankfurt stand Lich als souveräner Meister fest, der sich damit auch für die süddeutschen Meisterschaften qualifizierte. Für den TVL spielten: Jan Bokemeyer, Kai Löffler, Thorsten Leibenath, Christian Maruschka, Peter Arnold, Tobias Bastel, Stefan Hönle, Patrick King, Jochen May, Markus Repp, Sebastian Szymanski, Björn Hendrischke. (lad)

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