16. April 2018, 11:40 Uhr

Ohne Rhythmus

Wetzlar beim Meister chancenlos

Die HSG Wetzlar hat bei den Rhein-Neckar Löwen 25:34 verloren. Alexander Hermann feiert sein Comeback.
16. April 2018, 11:40 Uhr
Symbolhaft: Kim Ekdahl du Rietz (60) jubelt über ein weiteres Tor der Rhein-Neckar Löwen, die überwundenen Wetzlarer Joao Ferraz, Alexander Hermann und Jannik Kohlbacher müssen wiederholt zum Anwurfpunkt. (Foto: Zimmermann)

HSG Wetzlar


Diese Niederlage tut nicht weh. Auch wenn Trainer Kai Wandschneider über die Gesamt-Performance seiner HSG Wetzlar beim 25:34 (11:17) beim amtierenden Meister Rhein-Neckar Löwen nicht gerade begeistert war. »Ich bin ein bisschen angefressen, denn wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten das Ergebnis enger gestalten. Wir haben viel zu viele technische Fehler gemacht. Auch in Hinblick auf das Final Four müssen wir fokussierter spielen und an unsere Leistungsgrenze gehen. Das haben wir heute nicht geschafft.«

Im Endeffekt sind die Grün-Weißen nach der Länderspielpause aber doch wieder etwas auf Betriebstemperatur gekommen, haben Rekonvaleszent Alexander Hermann sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause ermöglicht und vereinzelt durch Benjamin Buric im Tor und Filip Mirkulowski auf der Mitte ihre Stärken angedeutet.

Bei aller Kritik an einer Vielzahl an technischen Fehlern im Wetzlarer Spiel war zu berücksichtigen, dass zum einen die angeschlagenen und verletzten Spieler nicht zu stark beansprucht wurden und es zum anderen in den kommenden drei Wochen gilt, im Hinblick auf das DHB-Pokal-Final-Four den richtigen Rhythmus zu finden. Nächsten Sonntag im Hessenduell gegen MT Melsungen (15 Uhr) und eine Woche später beim HC Erlangen (12.30 Uhr) soll Kurs auf Hamburg genommen werden.

Außerdem kannte Bundesliga-Spitzenreiter vor über 10 000 in der SAP-Arena kein Pardon. Als Trainer Nicolaj Jacobsen nach dem Wetzlar 7:8 nach einer Viertelstunde die Deckung von 6:0 auf 5:1 umstellte, war der Titelverteidiger nicht mehr aufzuhalten. »Da hat Wetzlar lange gebraucht, um Lösungen zu finden«, klärte Jacobsen auf, »dadurch sind wir in die erste und zweite Welle gekommen - und die haben wir heute überragend gespielt.« Dazu kam ein Löwen-Keeper Mikael Appelgren, der den Mittelhessen wie schon in der Hinrunde im vergangenen Herbst beim souveränen Löwen-31:24 in Wetzlar mit insgesamt 16 Paraden das Leben schwer machte, sodass die Partie beim Pausen-17:11 in die erwarteten Bahnen gelenkt und beim 25:15 nach 40. Minuten entschieden war. Für eine der spektakulärsten Aktionen sorgte Patrick Groetzki, als er im Stile eines Mittelmannes den immer stärker werdenden Hendrik Pekeler am Kreis freizaubert. Überhaupt glänzten die Gelbhemden mit Spielfreude. Durch den 13. Sieg im 13. Heimspiel bleiben die Löwen auch nach dem 28. Spieltag Spitzenreiter der Handball-Bundesliga.

»Wetzlar ist ein unangenehmer Gegner. Man darf ihnen nie das Gefühl geben, etwas erreichen zu können«, wurde Jacobsen sogar leicht philosophisch, »genau das haben wir heute getan.« Immer wieder fand Regisseur Andy Schmid die Lücke in der gegnerischen Abwehrreihe und setzte seine Nebenleute glänzend in Szene. In der Defensive kam die HSG überdies oft einen Schritt zu spät.

Das bessere Tempospiel, die größere Passhärte, die beweglichere Deckung - in den Augen von Wetzlars Trainer Kai Wandschneider sind die Mannheimer das Maß aller Dinge in der Bundesliga und deshalb der legitime Nachfolger des THW Kiel, »sie können halt soeben Mal einen Guardiola im Deckungszentrum ersetzen«. Dennoch habe ihm der Auftritt seiner Mannschaft nicht gefallen, darüber wird er mit ihr in der ersten Trainingseinheit in der dieser Woche noch einmal reden: »Ich erwarte einfach mehr.«

Bei der HSG Wetzlar trafen Maximilian Holst und Stefan Cavor je viermal, bei den Rhein-Neckar Löwen Andy Schmid sechs- und Hendrik Pekeler fünfmal. Während sich die Mittelhessen in aller Ruhe auf das Hessenderby nächsten Sonntag gegen die zuletzt arg gebeutelte MT Melsungen vorbereiten können, sind die Löwen schon am Donnerstag wieder bei der TSV Hannover-Burgdorf gefordert.

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