22. August 2018, 12:00 Uhr

Bogenschießen

Werner verpasst um Millimeter Gold

Das war ganz knapp: Nur zwei Millimeter fehlten Samuel Werner vom SC Roland Kleinlinden zur deutschen Meisterschaft mit dem Compoundbogen.
22. August 2018, 12:00 Uhr
Samuel Werner vom SC Kleinlinden als deutscher Vizemeister neben Leon Hollas (r.), der sich um zwei Millimeter im Shoot-off durchsetzt. (Foto: pm)

Mit dem Finale auf dem Bowling Green vor dem Kurhaus in Wiesbaden setzten die deutschen Bogenschützen neue Maßstäbe bei der Ausrichtung von nationalen Titelkämpfen. »Der Deutsche Schützenbund hat hier Großartiges geleistet«, sagte Innenminister Peter Beuth.

Die Finalentscheidungen vor einem begeisterten Publikum bildeten den Höhepunkt der dreitägigen Titelkämpfe, die mit den Qualifikationswettkämpfen und ersten Entscheidungen auf dem Sportplatz vom TuS Dotzheim begannen. Insgesamt 671 Aktive stellten sich den Herausforderungen des 72-Pfeile-Wettkampfes auf Entfernungen bis 70 Meter, die bei teilweise stark böigen Winden von den Sportlern ein hohes Maß an Konzentration abverlangten.

Die Aktiven des Hessischen Schützenverbandes erkämpften in diesem Jahr vier Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen. Damit belegten die Hessen in der von Bayern (10 Siege), Württemberg (6 Siege) und Berlin (5 Siege) dominierten Landesverbandswertung den zehnten Rang.

Hervorragende Kulisse

20 Jahre nach dem Sieg von Jörg Scheiba vom BSC Hochtaunus gelang es wieder einem hessischen Compoundbogenschützen, ins Herrenfinale um die Goldmedaille einzuziehen. »Bei einer Kulisse, besser wie bei einem Weltcup, ist das Finale hier ein Traum«, zeigte sich Samuel Werner begeistert und der 29-Jährige vom SC Roland Kleinlinden freute sich über einen unerwarteten Erfolg, der mit einer Silbermedaille belohnt wurde. »Ich hätte nicht damit gerechnet, das Finale zu erreichen. Ich habe von den schwierigen Bedingungen profitiert, denn ich hatte meinen Bogen gut für die Windverhältnisse eingestellt.« Der Weg zum deutschen Vizemeistertitel begann für Samuel Werner mit der 72-Pfeile-Qualifikation auf dem Dotzheimer Sportplatz, bei der er als Neunter die Finalrunde der besten 16 unter 55 Startern bei den Herren erreichte. Bei den schwieriger werdenden Windverhältnissen und einsetzender Dunkelheit behauptete sich Werner in drei K.-o.-Wettkämpfen vom Achtel- bis ins Halbfinale. Zunächst besiegte er Tobias Bildner vom TSV Natternberg mit 134:130 Ringen und setzte sich danach in einem spannenden Duell gegen Günter Hallmann vom Team Roth Bogensport durch. Im Viertelfinale hatten beide Konkurrenten jeweils 130 Ringe bei 15 Finalschüssen auf 50 Meter Entfernung erzielt. Im Shoot-off gelang es Werner, sich mit einer Acht zu behaupten und erreichte das Halbfinale gegen Sebastian Harndorf vom Hamburger Team Marstall. Gegen den 37-jährigen Nationalschützen nutzte Werner seine Chance und zog mit 132:131 Ringen ins Goldfinale auf dem Bowling Green am Kurhaus in Wiesbaden ein.

Dank an Trainer und Ehefrau

»Besser geht’s nicht«, stellte Werner fest, der damit sein vor zwei Jahren begonnenes Comeback im Bogensport krönte. »Seit 2011 hatte ich wegen Studium und Beruf pausiert. Als stolzer Vater in Elternzeit kehrte er als Hobby-Bogenschütze an die Schießlinie zurück und profitierte von den guten Trainingsbedingungen beim SC Kleinlinden mit Unterstützung des erfahrenen Nationalschützen Jens Asbach. »Er ist mein sportliches Vorbild«, so Werner über die Zusammenarbeit mit seinem Trainer und ergänzte mit Blick auf seine Ehefrau: »Sie gibt mir die nötige Ruhe.«

142:142 im Finale

Vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse am Samstagnachmittag in der Wiesbadener Innenstadt wirkte Werner bei Beginn der Finalbegegnung mit Leon Hollas von den Döbelner Bogenschützen etwas nervös. »Mein erster Schuss ging in die Acht, erst nach der dritten Passé hat es dann gestimmt.« Bis zum zwölften Finalschuss lag der Kleinlindener Schütze zwei Ringe in Rückstand, dann gelang ihm mit den letzten drei Pfeilen der Ausgleich zum 142:142-Remis. Werner war in der entscheidenden Phase hoch motiviert und schoss seinen Pfeil im Shoot-off schnell und fast optimal ins Gold der Scheibenmitte. Doch das Glück hatte in dieser Phase sein sächsischer Konkurrent auf seiner Seite. Leon Hollas schoss den Pfeil um zwei Millimeter näher zur Scheibenmitte und holte sich damit erstmals den DM-Titel. Sein Sieg war umso spektakulärer, da er die Finalrunde auf Rang 15 in der Qualifikation nur knapp erreicht hatte und im Achtelfinale bei schwierigen Windbedingungen überraschend gegen den Berliner Nationalschützen Lars Klingner (135:127) gewonnen hatte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bogenschützen
  • Deutsche Meisterschaften
  • Gold
  • Peter Beuth
  • Sport-Mix
  • Redaktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.