18. März 2018, 18:12 Uhr

HSG Wetzlar

Wechsel-Taktik bringt Wetzlar den Erfolg gegen Hannover

Im sechsten Spiel binnen drei Wochen beendet die HSG Wetzlar eine turbulente Saisonphase mit dem 29:26 (14:13)-Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf – den Pokal-Gegner im Mai.
18. März 2018, 18:12 Uhr
Filip Mirkulovski (M.) führt wie gewohnt Regie und die HSG Wetzlar zu einem Erfolg gegen Hannover-Burgdorf. Der Recke und Ex-Wetzlarer Sven-Sören Christophersen (r.) muss mit seinem Team eine Niederlage quittieren. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Es war ein überraschender 29:26-Erfolg der HSG Wetzlar gegen die TSV Hannover-Burgdorf, die am 5. Mai im Halbfinale des DHB-Pokals erneut auf den mittelhessischen Handball-Bundesligisten trifft. Immerhin spielen die Recken weiter um die Champions-League-Plätze mit. »Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns, in dem wir unbedingt zwei Punkte holen wollten«, freute sich HSG-Spielgestalter Filip Mirkulovski. »Das war eine gute Antwort von uns.« Und Jannik Kohlbacher ergänzte auf die Frage, wo die Mannschaft die Kraft hernehme, mit einem dankbaren Blick Richtung Fan-Block und ins weite Rund der Arena: »Die Kraft sitzt hier hinter unserem Tor«.

Die Wetzlarer schienen in eigener Halle etwas wiedergutmachen zu wollen. Nach den desolaten letzten 20 Minuten in Ludwigshafen erschien vor allem die Abwehr mit einem neuen Gesicht. Beweglich und oft auf Ballhöhe erleichterte sie es Schlussmann Benjamin Buric, sich in der ersten Halbzeit mit sechs Paraden auszuzeichnen. Im Angriff hingegen konnte die HSG die Vorlagen des Keepers nur begrenzt nutzen. Fehlwurf Jannik Kohlbacher, Gegenstoßpass von Joao Ferraz zum Gegenspieler – Situationen, die die HSG leichtfertig vergab.

Die Kraft sitzt hier hinter unserem Tor

Jannik Kohlbacher

Hannover hingegen hatte es in der ersten Viertelstunde im Angriff auf die rechte HSG-Seite abgesehen. Ilija Brozovic klemmte sich zwischen Kristian Björnsen und Ferraz. Mit Mait Patrail im linken Rückraum und Morten Olsen auf der Mitte war es das Ziel der Hannoveraner, die vermeintliche Schwachstelle im Abwehrverbund der HSG anzugreifen. Das klappte jedoch zu selten. Die rechte Seite verwaiste fast, was sich erst mit der Hereinnahme von Evgeni Pevnov ein wenig änderte.

So entwickelte sich ein Abnutzungskampf auf Augenhöhe. HSG-Trainer Kai Wandschneider begann mit dem Youngster-Mittelblock, brachte aber nach etwa zehn Minuten Stefan Kneer für Olle Forsell Schefvert und wenig später Abwehrchef Evars Klesniks für Anton Lindskog. Kasper Kvist kam auf der linken Außenbahn für Max Holst und führte sich gleich mit seinen Treffern zum 8:8 (20.) und 10:10 in der 24. Minute ein.

In der Mitte führte Mirkulovski Regie, wusste Kreisläufer und Rückraum gut einzusetzen und stürzte sich, wenn gar nichts mehr half, mit Dampf selbst in die Recken-Abwehr. Das 14:13 zur Pause kegelte Kneer irgendwie in die gegnerischen Maschen.

In der zweiten Hälfte machte Wetzlar weiter Dampf, nutzte über weite Strecken die Chancen und war hinten aufmerksam. Dennoch verspielte man wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung, was Wandschneider zum Handeln zwang. Mit einer Auszeit verschaffte er seiner Mannschaft etwas Luft. Kurz darauf (45.) verhinderte Stefan Cavor, der in der zweiten Hälfte für Ferraz die Abwehraufgabe übernahm, ein Kempa-Anspiel. Seine Mitspieler machten es zwei Minuten später besser. So riss es die Zuschauer spätestens nach dem Kempa-Tor von Schefvert aus den Sitzen.

Vier Tore Vorsprung und noch sechs Minuten zu spielen, die Crunch-Time sollte den Ausschlag geben. Wandschneider brachte wieder Kneer für Schefvert und Mirkulovski für den zwischenzeitlich eingesetzten Philipp Pöter. »Wetzlar lag lange vorn, aber wir sind wieder zurückgekommen und haben bis zum Ende gekämpft«, erklärte Hannovers Lars Lehnhoff. Bis auf 27:28 kam die TSV durch Patrail (59.) heran und setzte alles auf eine Karte. Dem Treffer von Ferraz folgte eine offene Manndeckung der Gäste, die sich aber nicht mehr auszahlte. »Wir haben viel gewechselt. Es war entscheidend, dass das geklappt hat«, lobte Wandschneider. »Trotzdem geben wir wieder eine Führung aus der Hand. Das muss langsam mal sitzen, dass wir so ein Spiel dann nach Hause schaukeln«, legte Pöter den Finger in die Wunde.

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric; Hermann, Kneer (2), Björnsen (4), Pöter (1), Ferraz (5), Mirkulovski (4), Volentics, Holst (5/4), Forsell Schefvert (1), Kvist (3), Klesniks, Lindskog, Cavor (1), Kohlbacher (3).

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer, Semisch; Johannsen, Mortensen (7/3), Patrail (3), Pevnov (2), Lehnhoff, Häfner (5), Atman (1), Böhm, Olsen (2), Brozovic (5), Kalafut, Feise, Christophersen, Kastening (1).

Im Stenogramm: SR: Thöne/Zupanovic (Berlin). – Z.: 4214. – Zeitstrafen: 2:8 Min. – Siebenmeter: 5/4:3/3.

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