12. April 2018, 12:00 Uhr

Gießen 46ers Rackelos

Ulai – ihr Rackelos!

Was für eine Saison für die Gießen 46ers Rackelos in der ProB! Sie haben sich in die Herzen der Fans gespielt und bis zu 900 Zuschauer angezogen. Ein Blick zurück und voraus.
12. April 2018, 12:00 Uhr
Was für eine Premierensaison! Die Gießen 46ers Rackelos und die Fans hatten viel Grund zum Jubeln. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Wenn man selbst einen klitzekleinen Anteil an der Geburt der Gießen 46ers Rackelos hat (Mit-Juror bei der Namensfindung), erfüllt es einen schon mit ein bisschen Stolz, wenn auf die Saison 2017/18 zurückgeblickt wird. Der sensationelle Platz zwei in der Südstaffel der Basketball-ProB und das Einziehen ins Playoff-Viertelfinale, in dem das Aus erst nach zweifacher Verlängerung in Spiel drei zu Hause gegen die favorisierten Seawolves Rostock besiegelt wurde. Ulai – ihr Rackelos!

Der wichtigste Schritt: 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg hat Mut bewiesen, als er im Sommer des letzten Jahres um die Lizenz der Licher BasketBären kämpfte und sie schließlich nach zähen Verhandlungen erwarb. Dabei bewegte sich der Boss der Gießen 46ers auf unbekanntem Terrain. Ein konkurrenzfähiges ProB-Team mit dem ganzen Drumherum verschlingt immerhin ungefähr 150 000 Euro. Sein Handeln wurde aber belohnt. Die Rackelos entwickelten sich prächtig. Mit ihnen unter einem Dach profitierte auch das Bundesliga-Team um Cheftrainer Ingo Freyer. Er nahm die Talente mit in sein Training, gewährte ihnen im Team eins Spielzeit und zog sogar Jeril Taylor hoch ins Erstligateam.

Trainer als wichtiges Puzzleteil: Erneut bewies 46ers-Macher Schelberg ein gutes Händchen. Bei der Suche nach den Coachs für das Rackelo-Team entschied er sich für die ExBasketBären-Trainer Rolf Scholz und Lutz Mandler. Beides Ex-Gießener Bundesligaspieler und aufgrund ihrer vorherigen Tätigkeiten im Jugendbereich exzellente Kenner der Nachwuchsszene. Die mit Stallgeruch behafteten Scholz und Mandler fanden schnell den Zugang zu den »Jungs«, wie sie gerne ihre Akteure bezeichnen. Keineswegs verwunderlich, sprechen doch beide die Sprache der Spieler. Das Duo fand einen guten Mix aus Jung und Alt wie erfahren und unbekümmert. Das Ergebnis spiegelte sich in der Spielweise – aggressiv und schnell – und in der Endplatzierung nach der Hauptrunde wider. Der zweite Platz glich einer Sensation, die erst im Playoff-Viertelfinale gegen Rostock endete.

Spieler mit viel Potenzial: Bjarne Kraushaar gebührt der meiste Respekt. Der 18-Jährige führte das neu formierte Team von der Königsposition aus, als wäre es das Leichteste der Welt. 46ers-Cheftrainer Freyer erkannte schnell das Potenzial von Kraushaar und setzte ihn bewusst im Bundesliga-Team ein, ohne den im Schulstress stehenden Spielmacher zu überfordern. Einen großen Schritt nach vorne in seiner Entwicklung machte ein weiteres Gießener Eigengewächs: Alen Pjanic. Er bewies sein Allroundtalent und durfte sich auch mehrmals das Trikot der 46ers überziehen wie Leon Okpara, Anthony Okao, Nick Hornsby und Dennis Mavin. Der vielseitige Guard Taylor erhielt sogar während der Saison einen Bundesliga-Vertrag. Nicht zu vergessen sind die Routiniers Johannes Lischka, Marian Schick und Leo Vrkas, die die »jungen Wilden« glänzend führten und ihre Erfahrung ins Spiel brachten, wenn sie gefordert war.

Ausblick: Der Erfolg hat gutgetan, die Spielweise begeistert. Alle haben mitgezogen. Doch bei alldem sollte man nicht vergessen, welche Funktion die Gießen 46ers Rackelos haben: Sie sind ein Farmteam. Die Ausbildung und Weiterentwicklung steht an oberster Stelle. Hiesige Spieler wie Tim Uhlemann, Tim Kordyaka, Jannis Hahn, Kevin Hoxhallari – und wie sie noch alle heißen und irgendwo in anderen heimischen Klubs agieren – müssen auf das nächste Level gehoben werden. Und das kann nur passieren, wenn sie genügend Einsatzzeiten erhalten. Nur dann erkennt man, ob sie die Tauglichkeit dafür haben. So schön der Erfolg ist, in einem Farmteam darf er nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ein Abstieg aus der ProB sollte aber tunlichst vermieden werden.

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