04. Juni 2018, 06:50 Uhr

Zehn-Tore-Triumph

Überzeugender Wetzlarer Abschluss

Das Team von Trainer Kai Wandschneider knackt mit einem 36:26-Erfolg beim TVB Stuttgart doch noch die 30-Punkte-Grenze.
04. Juni 2018, 06:50 Uhr
Mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze der HSG Wetzlar beim Zehn-Tore-Coup in Stuttgart war Stefan Cavor (Mitte), der sich hier gegen die TVB-Recken Tobias Schimmelbauer (links) und Manuel Späth (rechts) durchtankt. (Foto: Eibner)

HSG Wetzlar


Im letzten Spiel der Saison 2017/2018 haben die Handballer der HSG Wetzlar das gesteckte Ziel erreicht. Mit dem 36:26 (20:11)-Erfolg beim TVB 1898 Stuttgart haben die Männer von Trainer Kai Wandschneider die 30-Punkte-Marke geknackt und belegen in der Abschlusstabelle der Bundesliga den elften Rang. »Ich bin sehr zufrieden«, lobte Wandschneider, »es hat von der ersten Sekunde an alles gestimmt. Die Mannschaft hat den Kampfgeist, die Energie ausgestrahlt, die uns in den letzten zwei, drei Wochen gefehlt haben. Die Spieler wollten unbedingt gewinnen, um unsere interne Zielvorgabe umzusetzen.«

Und tatsächlich haben die Grün-Weißen von Beginn an den Ton angegeben und nie einen Zweifel darüber aufkommen lassen, diesen Sieg unbedingt mit nach Hause nehmen zu wollen. Benjamin Buric zeigte im Tor Präsenz und wurde von der vor ihm stehenden Abwehr hervorragend unterstützt. Zwei geblockte Würfe und zwei Paraden von »Benko« bedeuteten die 4:0-Führung der Gäste. Dabei entsprang lediglich das 1:0 von Stefan Cavor einem Positionsangriff. Die anderen Treffer besorgten Kasper Kvist zum 2:0 und Kristian Björnsen mit einem Doppelpack per Gegenstoß. »Die Abwehr und der Gegenstoß waren überragend. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir das super umgesetzt«, freute sich Wandschneider. »Benko war stark im Tor.« Der bosnische Nationalspieler, der zwei Gegenstöße mit langen Pässen einleitete, verabschiedete sich mit gut 32 Prozent gehaltener Bälle zum deutschen Meister SG Flensburg/Handewitt.

Der TVB Stuttgart leistete sich über die gesamte Spielzeit zu viele technische Fehler und Fehlwürfe, die die HSG gnadenlos ausnutzte. Bei den wenigen eigenen Fehlern zeigte man ein gutes Rückzugsverhalten, wodurch es den Stuttgartern kaum gelang, selbst zu einfachen Toren zu kommen. Immer wieder rieben sich die Männer von Coach Jürgen Schweikardt, der auch in der nächsten Saison das Traineramt inne hat, im Positionsangriff auf. Einzig Michael Kraus gelang es mit seiner individuellen Klasse immer wieder, sich durchzusetzen – wie beim 2:7 nach elf Minuten. In der 18. Minute wurde es Schweikhardt nach dem Gegentreffer zum 5:13 von Anton Lindskog zu bunt. In seiner bereits zweiten Auszeit tobte das Stuttgarter Urgestein und rief seinen Mannen zu. »Das geht so nicht!«. Viel geholfen hat die Ansprache allerdings nicht, denn Wetzlar zog unbeirrt seine Kreise und so war es Filip Mirkulovski vergönnt, per Gegenstoß zur 20:11-Halbzeitführung einzunetzen.

Wandschneider hatte hingegen die Möglichkeit durchzuwechseln. So kamen auch Evars Klesniks, Miroslav Volentics, Till Klimpke und Hendrik Schreiber zu Einsatzzeiten. »Jeder wollte sich toll aus der Saison verabschieden, den Eindruck hatte ich von vornherein. Auch Till hat das in der Schlussphase gut gemacht und unser anderer Youngster Hendrik Schreiber konnte am Ende auf sich aufmerksam machen, das fand ich auch gut«, war der HSG-Coach begeistert. »Wir haben einfach richtig guten Handball gespielt, das hat alles gestimmt. Caki (Cavor, Anm. d. Red.) hat seit langer Zeit das erste Mal wieder angefangen und gut gespielt und auch Kristian (Björnsen) hat wieder Akzente gesetzt. Jeder Spieler, der heute gekommen ist, war direkt da. Toll, dass die Mannschaft sich nochmal so verabschiedet.«

Im Angriff probierte Wandschneider verschiedene Formationen aus, wobei es in der ersten Hälfte besonders Stefan Kneer war, der mit guten Anspielen an den Kreis auf sich aufmerksam machte. Cavor hämmerte die Kugel neun Mal in die Maschen, aber dennoch hatte die HSG eine kurze Phase zu überstehen, in der es weniger gut laufen wollte. Wandschneider erkannte das sofort, fing seine Mannschaft in einer Auszeit wieder ein und forderte mehr Konzentration im Positionsspiel ein. Seine Spieler nahmen sich die Kritik zu Herzen und sorgten mit dem sicheren 36:26-Sieg für einen guten Abschluss einer spannenden und kräftezehrenden Saison.

 

Schema

 

TVB 1898 Stuttgart: Maier, Lehmann; Schimmelbauer (3), Lobedank (1), Salger (2), Schagen (1), Schweikardt (2), Späth (3), Kraus (10/4), MÄBengue, Markotic (3), Baumgarten (1), Röthlisberger, Kretschmer, Orlowski.

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber; Hermann (1), Kneer, Björnsen (6), Ferraz (3), Mirkulovski (1), Schreiber (1), Volentics (1), Holst (2/1), Forsell Schefvert (2), Kvist (4), Klesniks, Lindskog (6), Cavor (9).

SR: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Stegaurach). – Z: 2251. – Zeitstrafen: 8:6 Min. – Siebenmeter: 5/4:1/1.

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