04. März 2018, 21:42 Uhr

Gießen 46ers

Trauriger Trainer Freyer nach der Niederlage der Gießen 46ers

Ingo Freyer, der Trainer der Gießen 46ers, war traurig – nach dem 96:105 nach Verlängerung gegen den deutschen Basketball-Meister Bamberg. Er gibt zumindest eine Erklärung ab, warum.
04. März 2018, 21:42 Uhr
Ein betrübter Gießener Trainer Ingo Freyer nach der Niederlage gegen Bamberg. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Ich bin traurig«, überraschte Ingo Freyer, Trainer der Gießen 46ers, mit einer eher ungewohnten Emotion in der Pressekonferenz: 96:105 (38:42, 85:85) hieß es nach Verlängerung gegen den Meister Brose Bamberg, und auch wenn die Oberfranken in dieser Saison schwächeln, ist das an und für sich ein ordentliches Ergebnis. Ärger über Fehler, Freude und Stolz über das Mithalten mit dem Topteam oder Enttäuschung ob der knappen Niederlage hätte man wohl erwartet, aber Trauer?

Doch Freyer erklärte auch warum: Disziplinlosigkeiten seiner Mannschaft waren es, die dem Headcoach die Laune vermiesten. Näher wollte Freyer das auch auf Nachfrage nicht erklären: »Das klären wir intern.«

 

Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen

Guard Max Landis, der erstmals seit seiner Knieverletzung im November wieder im Kader stand, aber nicht aufs Spielfeld kam, hatte eine Idee, was seinen Trainer störte: »Wir hatten eine Phase, in der einfach nicht klar war, was wir spielen.« Die 46ers kamen wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen aus der Halbzeitpause: Kaum mannschaftliches Zusammenspiel, stattdessen Einzelaktionen und erzwungene Würfe. Das ließen sich die Bamberger nicht zweimal sagen und erspielten sich eine Führung, die auf bis zu 15 Zähler anwuchs (61:46, 27.).
 

+++ Der große Sport-Sonntag in der Nachlese: Zwei Triumphe, eine dramatische Niederlage +++


Nun war das nicht das Ende des Spiels, im Gegenteil: Die 46ers kämpften sich zurück, holten auf und schafften es am Ende, angetrieben von den 3752 Zuschauern in der ausverkaufen Osthalle, die Partie in die Verlängerung zu bringen. Vor allem durch eine Zonenverteidigung, die den Bambergern überhaupt nicht schmeckte. In der Extrazeit lagen die 46ers zweieinhalb Minuten vor Schluss mit vier Zählern vorn, ehe sich der Meister mit seiner Erfahrung und Qualität den Auswärtssieg sicherte. Das Gedankenspiel, was ohne die kopflose Phase nach der Pause möglich gewesen wäre, trieb aber wohl nicht nur Freyer nach Spielende um.

 

Furiose Aufholjagd

Viele der Fans werden sich aber eher an die furiose Aufholjagd im Schlussviertel erinnern: Ein harter Fight, mit kleinen Nickeligkeiten auf beiden Seiten. Bambergs Altmeister Nikos Zisis zupfte und klammerte und schubste, dass es eine wahre Freude war, Gießens Kapitän John Bryant ließ jeden Gegenspieler, der an ihm vorbeiging, spüren, dass dies hier die Heimstätte der 46ers war – und die Massen auf den Rängen sorgten für die nötige akustische Untermalung.

Zisis war es auch, der mit dem zweiten von zwei Dreiern binnen 30 Sekunden – seinen ersten Distanztreffern an diesem Abend – drei Minuten vor dem Ende das 78:74 für die Gäste erzielte. Gießen konterte, glich durch Bryant 37 Sekunden vor dem Ende zum 79:79 aus.

 

Am Montag in Würzburg

Nun traten die Referees auf den Plan: Nach einem zweifellos harten, aber doch recht normalen Foul von Austin Hollins verhängte das Trio ein Unsportliches gegen den 46ers-Guard, was Bamberg zu einer Vier-Punkte-Führung nutzen konnte. Nachdem der in der Schlussphase enorm starke Benjamin Lischka per Dreier verkürzen und Ex-46er Ricky Hickman mit zwei Schuss von der Linie wiederum erhöhen konnte, schaffte es Gießens Aufbauspieler Darwin Davis, Leon Radosevic ein Foul anzuhängen, wobei er den Ball in die grobe Richtung der Korbanlage schleuderte. Die Schiedsrichter werteten das als Wurfversuch und belohnten die Schlitzohrigkeit des kleinen Amerikaners mit drei Freiwürfen, die dieser sicher verwandelte und so allen fünf Minuten mehr Basketball bescherte.

Ein Hollins-Dreier sorgte hier noch einmal für das 93:89 (42.), doch die Bamberger (deren neuer Coach Luca Banchi noch nicht an der Seitenlinie stand, stattdessen der Interimstrainer Ilias Katzouris) hatten nun die Ruhe und die Qualität, um die Gießener zu knacken: Der Meister beendete die Partie mit einem 16:3-Lauf und siegte am Ende glücklich, aber nicht unverdient, rückt nun wieder in die Playoff-Ränge vor. Die 46ers bleiben trotz der Niederlage auf Platz elf und treten am kommenden Montag beim nächsten fränkischen Tabellennachbarn an: Dann geht es zu s.Oliver Würzburg.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Benjamin Lischka
  • Charles Robert Darwin
  • Gießen 46ers
  • John Bryant
  • Meister
  • Ricky Hickman
  • Martin Vogel
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.