08. Januar 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Top-Unterhaltung der 46ers – trotz der Niederlage

Bis zum Schluss über 3500 Zuschauer in Atem gehalten: Die Gießen 46ers boten emotionale Samstagabend-Unterhaltung in der Osthalle.
08. Januar 2018, 07:00 Uhr
Unterhaltsam und spektakulär – wie immer, wenn die Gießen 46ers in der Osthalle spielen. Hier dunkt Austin Hollins bei der 80:86-Niederlage gegen Würzburg. (Foto: mv)

Gießen 46ers


Kein Beinbruch für die 46ers, die nach einer tollen Hinrunde der Basketball-Bundesliga mit acht Siegen und neun Niederlagen Platz elf einnehmen – und damit nicht nur den gegnerischen Trainer Dirk Bauermann zu Lobeshymnen aufschwingen ließen.

 

Großes Lob von Bauermann

»Was Gießen, insbesondere aber Ingo und die Mannschaft, in dieser Saison bislang geleistet hat, hat alle Erwartungen übertroffen. Eine großartige Arbeit mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden. Insofern wussten wir, wie hart es werden würde«, zollte der Meistertrainer den 46ers Respekt – und sagte mehrmals, wie glücklich er über den schwer erkämpften Erfolg sei.

Auf der Gegenseite war Freyer sichtlich enttäuscht über den Ausgang des intensiven Schlagabtausches. »Wir haben das Spiel Ende des zweiten Viertels aus der Hand gegeben. Da haben wir in den letzten drei Minuten wirklich schlecht gespielt. Ich bin richtig sauer. Wenn wir uns da eine kleine Führung herausspielen können, dann hätten wir vielleicht die sechs Punkte mehr in der zweiten Halbzeit, die Würzburg zum Sieg reichten, kompensieren können«, erklärte der 46-jährige Cheftrainer der Gießener.



Er war schon vor dem Duell mit dem Tabellennachbarn gespannt, wie seine Mannschaft die Umstellung nach der Rückkehr der Rekonvaleszenten Darwin Davis und Austin Hollins umsetzen wird – von einer Siebener auf eine Neuner-Rotation. Beide standen in der Anfangsformation – und beide Guards fanden nie zu ihrem Rhythmus. Das war das grundlegende Problem bei den Gießenern, denn kaum ein Spieler konnte sein wahres Potenzial abrufen.

 

Einstellung stimmt, aber fehlerhaft

Das hinderte sie aber nicht daran, ihre Kampfeskraft in die Waagschale zu werden. An mangelnder Einsatzbereitschaft fehlte es ihnen in keiner Phase der Achterbahnfahrt, in der beide Teams ihre spielerischen Höhen und Tiefen hatten.

Lief bei den Gießenern in Viertel eins im Angriff nur wenig zusammen, klappte es in den zweiten zehn Minuten viel besser. Vor allem Benjamin Lischka trumpfte zu diesem Zeitpunkt auf und animierte mit seiner Vorstellung die Fans in der Osthalle zu Sonderapplaus. Seine beherzten Aktionen zum Korb, sein Drei-Punkt-Spiel und seine beiden verwandelten Freiwürfe brachten die Wende und die erste 46ers-Führung (31:30) kurz vor der Halbzeit. Als Jeril Taylor per Dreier und ebenfalls mit einem Drei-Punkt-Spiel nachlegte, kippte die Partie zugunsten der Gastgeber (37:32).

 

Freyer sauer

Aber nun kam die Phase, die Coach Freyer auf die Palme brachte. Anstatt die Führung weiter auszubauen, übertrafen sich die vorherigen Protagonisten im Fehlerproduzieren, sodass die Unterfranken – angeführt von ihren herausragenden Kräften Robin Benzing und Kresimir Loncar – noch bis zur Pause ausglichen.

»Es war irgendwie ein komisches Spiel, sehr fahrig«, erklärte Lischka später und traf damit genau den Punkt. Denn es ging so weiter. Jamar Abrams’ heißes Händchen in Durchgang drei, als der frisch nominierte Allstar-Day-Dunker drei Dreier von weit draußen einfliegen ließ, bescherte den 46ers eine kurzzeitige Führung (50:49), die sich bis zum Ende des dritten Viertels in ein 57:60 umwandelte.

Die Würzburger starteten im finalen Quarter einen erneuten Lauf – kurzzeitig durch Maurice Stuckeys Punkte initiiert und vom erfahrenen Loncar per erfolgreichen Dreiern bis zum 75:65 (34. Minute) fortgesetzt. Doch wiederum ließen sich die 46ers nicht abschütteln. Jahenns Manigat mobilisierte seine Kräfte und blies mit sechs Zählern in Folge zum Gegenschlag. Beim 73:75 (37.) stand die Osthalle Kopf – und die folgenden Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Letztlich waren die Würzburger in der Crunch-Time einen Tick cleverer und hatten mit Loncar und Benzing das Plus mehr an Qualität auf dem Feld.

 

Schelberg zuversichtlich

»Es war mehr drin«, bilanzierte 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg. Er blickte aber schon mit Zuversicht auf den vorgezogenen Rückrunden-Beginn am Mittwoch gegen die Löwen aus Braunschweig (Sprungball 19 Uhr): »Dann gewinnen wir gegen die eben.« Und sicherlich wieder in bester Unterhaltungsmanier.

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