17. Mai 2018, 23:16 Uhr

Gäste zu stark

TV Hüttenberg unterliegt Magdeburg deutlich

Man konnte Angst bekommen um die Hüttenberger Handballer in der ersten Hälfte. Letztlich wurde es dann doch nicht so schlimm. Eine Chance hatten die Gastgeber gegen Magdeburg jedoch nie.
17. Mai 2018, 23:16 Uhr
Moritz Zörb (15) hat sich am gegnerischen Kreis durchgesetzt und wird von Nemanja Zelenovic (Magdeburg) siebenmeterreif gefoult. (ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Zwei Spieltage vor dem Saisonende ist der TV 05/07 Hüttenberg wieder auf den letzten Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga abgerutscht. Gestern Abend ging vor nur 1712 Zuschauern gegen den SC Magdeburg mit 31:37 (11:19) das zweite Heimspiel binnen vier Tagen verloren. Durch den Sieg des TuS N-Lübbecke in Gummersbach liegen aber nun die letzten vier Mannschaften, von denen zwei absteigen, nur noch ein Pünktchen auseinander.

Zu groß war die Qualität des aktuellen Tabellen-Vierten und EHF-Final4-Gastgebers am bevorstehenden Pfingstwochenende, als dass der TVH auch nur ansatzweise von einem Punktgewinn hätte träumen können. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalles der starken Gäste-Flügelzange Robert Weber und Matthias Musche dominierte die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert ab der zehnten Minute die Partie. Bis dahin hatte der TVH über das 3:3 des in der ersten Halbzeit einzigen gefährlichen Hüttenberger Rückraumspielers, Ragnar Jóhannsson, den Anschluss gehalten. Als aber beim Stand von 6:8 zuerst Kreisläufer Moritz Zörb nur die Latte traf und Daniel Wernig den Abpraller mit einem hohen Dreher nicht an Dario Quenstedt im Magdeburger Gehäuse vorbei brachte, wurde aus dem möglichen Anschluss schnell ein 6:11, als Nemanja Zelenovic einen der zahlreichen Tempogegenstöße verwandelte.

Wie so oft gab es nach Spielende zwei Betrachtungsweisen dafür, warum in dieser Phase das Spiel zugunsten der Gäste umschlug. »Wir haben in der ersten Halbzeit eine gute Deckung gespielt und so unter anderem Dominik Mappes nicht zum Zug kommen lassen«, urteilte SCM-Trainer Wiegert. TVH-Rechtsaußen Daniel Wernig suchte allerdings zu Recht primär die Gründe in den eigenen Reihen. »Natürlich hatten wir uns mehr ausgerechnet und gehofft, dass Magdeburg mit dem Kopf schon beim EHF-Final4 ist. Aber sie waren in der ersten Halbzeit frischer und freier als wir. So viele Fehler, wie wir im Rückraum in den ersten 30 Minuten gemacht haben, machen wir sonst in drei Spielen nicht.« So verwunderte es nicht, dass die Gäste sich immer mehr absetzen konnten. Beim 14:7 durch Kreisläufer Zeljko Musa nach schönem Anspiel von Marko Bezjak in der 22. Minute war man schon deutlich enteilt und konnte einen beruhigenden 19:11-Vorsprung mit in die Pause nehmen, nachdem Kreisläufer Mario Fernandes mit der Halbzeitsirene noch verkürzt hatte.

Man musste sich um den TVH sorgen, wenn man bis dahin gesehen hatte, mit welcher Geschwindigkeit und gnadenloser Effektivität die Gladiators agierten. Die viel zu hohe Fehlerquote bestrafte der SCM sofort, wobei speziell Michael Damgaard treffsicher agierte. So war auch TVH-Trainer Emir Kurtagic von der Vorstellung seiner Mannschaft »etwas enttäuscht. Wir hatten zu großen Respekt und bei den vielen Tempogegenstoß-Toren keine Chance, in unsere aggressive Abwehr zu kommen. Wir waren, glaube ich, heute von der Psyche nicht bereit.«

Doch das sollte nach Wiederanpfiff besser werden. Wie so oft bewiesen die Gastgeber Moral. Nach dem 23:12 durch Nemanja Zelenovic konnte Linksaußen Christian Rompf, der in der zweiten Halbzeit sechsmal netzte, in der 38. Minute auf 16:24 etwas verkürzen. Magdeburg hatte nun, nach neun Quenstedt-Paraden vor dem Wechsel, keine Torhüter-Leistung mehr, konnte sich aber im Angriff zumindest auf die individuellen Qualitäten von Kapitän Christian O’Sullivan oder auch Zelenovic verlassen. Dennoch war eine Siebenmeter-Parade von Kapitän Matthias Ritschel gegen O’Sullivan noch einmal ein Mutmacher, der die Gastgeber in der 47. Minute in Überzahl durch Rechtsaußen Daniel Wernig, mit neun Toren bester Schütze, sogar auf 24:29 heran kommen ließ. Doch zu einem Handball-Wunder sollte es nicht reichen. Man of the Match Michael Damgaard erzielte mit dem 37:28 den letzten Gäste-Treffer, ehe Tomáš Sklenák, Moritz Lambrecht und abermals Daniel Wernig noch in den letzten 80 Sekunden Ergebnis-Kosmetik betrieben.

»Die zweite Halbzeit war wichtig, um vor dem Spiel gegen Gummersbach Selbstvertrauen zu holen«, hatte nicht nur Daniel Wernig positives in Abschnitt zwei gesehen. Und sein Trainer fügte hinzu. »Man darf nicht vergessen, dass wir heute gegen eine Spitzenmannschaft gespielt haben. Aber wir müssen schnell aus unseren Fehlern lernen für die letzten beiden Spiele. Denn man muss nicht drumherum reden: Wir müssen Gummersbach schlagen, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.« Dazu bedarf es aber auch einer Steigerung auf der Tribüne.

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Sklenák (3), Wörner, Lambrecht (2), Wernig (9/2), Rompf (6), Zörb, Fernandes (5), Jóhannsson (4), Klein, Roth, Mappes (1), Hofmann, Hahn (1), Lauer.

SC Magdeburg: Green, Quenstedt; Musa (2), Chrapkowski (2), Musche (n.e.), Kluge (2), Pettersson (5/1), De La Pena, Grafenhorst, Christiansen, O’Sullivan (8/3), Bezak (3/2), Kalarash, Damgaard (8), Zelenovic (7).

SR: vom Dorff/vom Dorff (Kaarst) – Zuschauer: 1712. – Zeitstrafen: 2 – 4 (Strafminuten). – Siebenmeter: 3/2 – 8/6.

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