29. Mai 2018, 16:35 Uhr

Abschied

TV Hüttenberg: Der große Umbruch

Der TV 05/07 Hüttenberg hat auf seinem Fanfest neun Spieler und Co-Trainer verabschiedet. Dominik Mappes steht vor dem nächsten Schritt seiner Karriere.
29. Mai 2018, 16:35 Uhr
Abschied vom TV 05/07 Hüttenberg (v. l.): Dominik Mappes, Alois Mraz, Jannik Hofmann, Szymon Sicko, Tim Stefan, Jan Wörner, Jonas Müller und Sebastian Roth. (Foto: Thürmer)

TV 05/07 Hüttenberg


Im letzten Jahr war es noch ausgelassene Freude aufgrund des am letzten Spieltag unter Dach und Fach gebrachten sensationellen Aufstiegs in die Handball-Bundesliga. Am Sonntag dagegen strahlte uneingeschränkt nur die Sonne beim Fanfest nach dem letzten Saison-Heimspiel des TV 05/07 Hüttenberg. Die zuvor erlittene bittere Niederlage gegen den VfL Gummersbach, verbunden mit dem Verharren auf dem letzten Tabellenplatz, mischte sich in die Wehmut bei der Verabschiedung der zum Saisonende ausscheidenden Spieler vor dem Hüttenberger Sportzentrum. Denn wie schon nach der Erstliga-Saison 2011/2012 steht erneut ein personeller Umbruch an. Am Sonntag gab es den Abschied von gleich neun Spielern und dem Co-Trainer.

Alois Mraz, Assistent von Trainer Emir Kurtagic und Trainer der U 23-Oberliga-Mannschaft, wird auf eigenen Wunsch ausscheiden und wohl als Leiter der Jugendakademie zum VfL Gummersbach wechseln. Mit Johannes Wohlrab hat der TVH hier einen Nachfolger für den tschechischen Ex-Internationalen präsentieren können, der auch am Ende seiner aktiven Karriere noch das TVH-Trikot trug. Martin Volk dankte »Loisl« für fünf ereignisreiche gemeinsame Jahre und gab ihm mit auf den Weg. »Falls die Wegstrecke zum neuen Arbeitgeber dir auf Dauer zu weit wird, steht die Tür beim TVH jederzeit offen.«

Kapitän Matthias Ritschel verlässt den TVH nach seinem nunmehr zweiten Erstligajahr und insgesamt neun Spielzeiten im Hüttenberger Tor. »Ritschi« hat diese Entscheidung schon früh bekannt gegeben und somit den TVH-Verantwortlichen die Möglichkeit gegeben, mit Nikolai Weber von Nachbar HSG Wetzlar einen erfahrenen Ersatz zu finden. Ritschel plant eine Weltreise und wird daher seine Handballschuhe an den Nagel hängen. Ein Comeback á la Kim Ekdahl du Rietz bei den Rhein-Neckar Löwen kann sich zumindest Volk vorstellen.

Sebastian Roth hat ebenfalls seinen Abschied vom aktiven Handballsport bekannt gegeben. »Basti ist es ja gewohnt. Es gab noch keinen Spieler, der schon zum dritten Mal beim TVH verabschiedet wurde«, hatte Martin Volk trotz des Anlasses die Lacher auf seiner Seite. Roth wird seine Erfahrung und seine Qualitäten als Motivator nun als Trainer der Landesliga-Frauen der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen zeigen.

Der Rückraumlinke Tim Stefan hatte seinen Vertrag bereits für nächste Saison verlängert. Dem Vernehmen nach kam der vor zwei Jahren aus Henstedt-Ulzburg gekommene Rechtshänder in der Rückrunde aufgrund von Unstimmigkeiten mit Trainer Kurtagic nicht mehr zum Einsatz. Daher war die Vertragsauflösung und der Wechsel zum Zweitligisten VfL Eintracht Hagen logisch.

Ebenfalls keine Zukunft beim TV Hüttenberg sehen die jungen Rückraumspieler Jonas Müller und Jan Wörner . Letzter kam 2016 als Back-Up für Ragnar Jóhannsson vom Drittligisten TSB Heilbronn-Horkheim nach Mittelhessen. Durch die Verpflichtung von Vladan Lipovina im Sommer kam Wörner beim Drittligisten TuS Ferndorf mit Zweitspielrecht zum Einsatz. Doch auch nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Lipovina reichte es für den 23-Jährigen nur zu wenigen Bundesliga-Minuten. Ein Schicksal, welches er mit Jonas Müller teilt. Aus dem Nachwuchs des Nachbarn HSG Wetzlar ebenfalls vor zwei Jahren verpflichtet, war auch er fast ausnahmslos in der 3. Liga aktiv. Der Ex-Jugend-Nationalspieler erhielt trotz der Ausfälle von Tim Stefan und Szymon Sicko keine Spielanteile und wird nun zum Zweitliga-Rückkehrer TuS Ferndorf wechseln und dort künftig gemeinsam mit Wörner auf Torejagd gehen.

Der von Ex-Trainer Adalsteinn Eyjólfsson als großes Talent gepriesene Szymon Sicko wurde vor Saisonbeginn auf Leihbasis vom mehrfachen polnischen Meister KS Kielce verpflichtet. Der 20-jährige Jung-Nationalspieler war aber die meiste Zeit verletzt oder erkrankt und konnte so nie die erhoffte Waffe für die einfachen Rückraumtore werden. Sicko wird, trotz Hüttenberger Option im Falle des Ligaerhaltes, zurück in seine polnische Heimat gehen, wo er in Kielce noch drei Jahre Vertrag hat.

Auch Vladan Lipovina , bundesliga-erfahren aus zwei Jahren bei der HSG Wetzlar, stieß im letzten Sommer erst spät zum TVH. Trotz fehlender Bindung konnte er bis zur Weihnachtspause immerhin 79 Treffer erzielen. Sein krankheitsbedingter Ausfall nahm dem TVH-Rückraum eine Option, die gegne-rischen Deckungsreihen vor geänderte Herausforderungen zu stellen. Für den Montenegriner steht für die Zukunft die Genesung über allem.

Emotional wurde es bei der Verabschiedung von zwei Paradebeispielen für den Hüttenberger Weg, der Eigengewächse in den Bundesligakader bringt. Jannik Hofmann, seit letzter Woche frisch verheirateter Linksaußen, zieht es aus Studiengründen zu den Eulen Ludwigshafen, dem Mitaufsteiger, der mit dem TVH im Abstiegskampf steckt. Der Rechtenbacher, in den letzten beiden Jahren Backup für Routinier Christian Rompf, war überwältigt. »Geil, wie viele Leute hier sind«, sog er die Stimmung auf.

Dominik Mappes , die Identifikationsfigur, ist seit den Minis bei seinem Heimatverein aktiv. Der 23-Jährige hatte schon beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Gummersbach, seinem letzten Heimspiel, die tolle Kulisse kurz auf sich wirken lassen, um dann ein bärenstarkes Spiel auf das Parkett zu zaubern, dem leider die Krönung mit dem Sieg verwehrt blieb. Der Bundesliga-Allstar 2018 konnte am Sonntag seine Emotionen nicht verbergen, musste sich aber seiner Tränen an der Schulter von TVH-Manager Lothar Weber nicht schämen. Er folgt im Sommer seinem Ex-Trainer Adalsteinn Eyjólfsson nach Erlangen um sich auf Dauer in der Bundesliga zu etablieren. Ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung, der in Hüttenberg verstanden wird.

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